.Da wird man ja ganz ungeduldig
.S.G.
Enno

Django drückte sich eng an die Wand seines Nestes, weitab vom Fenster, damit ihn der Besucher nicht sehen konnte. Er wagte es kaum zu atmen. Niemals hätte er gedacht, das sie sich ein zweites Mal begegnen würden. "Mach sofort die Tür auf, oder ich öffne sie selber. Und du weißt, ich hab einen geschickten Flügel" donnerte es von draußen und Django schloss die Augen, damit er vielleicht die Stimme nicht mehr hörte, doch es nützte nichts. Draußen stand ein alter Bekannter, der sich in den Kopf gesetzt hatte, zu ihm herein zu kommen. Koste es, was es wolle. Paulchen ahnte nichts von den Schwierigkeiten, in denen sein Freund steckte. Seit er Phoebe versprochen hatte, ihr zu helfen, konnte er nicht umhin, jedes Mal ein Schnabelgrinsen aufzusetzen, wenn er sie fröhlich pfeifend durch die Schule fliegen sah. Auch ihr Schwarm hatte die Veränderung bemerkt. "Phoebe, Phoebe... Nun mach dir noch nicht solche Hoffnungen. Vielleicht..." versuchte es Marvin in der Pause, als sie mal wieder von nichts anderem zwitscherten, als dem Fußring. "Vielleicht was? Hat er mich angeflunkert? Niemals" beharrte Phoebe und kein anderes Schwarmmitglied wollte ihr wiedersprechen. Sie mochten die alte Phoebe, die so fröhlich und unbekümmert war. "Okay. Wenn er das wirklich schafft, dann ist er ein Held" stellte Callie fest und knabberte an ihrer Pausenhirse. Maggie warf ihr einen bösen Blick von der Seite zu, stierte neidisch auf die Hirse in Callies Kralle. Seit ein paar Tagen hatte ihr der Schulwelli Doktor Diät verordnet, da sie etwas zugelegt hatte. Seitdem musste sie normale Körnchen essen, was ihr gar nicht in die Feder passte und sie noch launischer machte als ohnehin schon. "Ja, dann ist er ein Held." sagte Marvin und zerknackte das Körnchen mit seinem Schnabel. ... FORTSETZUNG FOLGT...
Ramboline hatte den Schnabel gestrichen voll von all den zankenden und Geschichte erfindenen Hähnen und hatte sich nun alleine auf den Weg gemacht. Schon seit ein paar Wochen war ihr eine Idee gekommen... Die Nachricht, das Detektiv Django noch am Leben war, hatte sie nur verstärkt. Schon als Küken war sie unerträglich neugierig gewesen, manchmal sehr zum Leidwesen ihrer Eltern, die immer hatten aufpassen müssen, das ihr nichts passierte und ihre Entdeckerlust ihr nicht zum Verhängnis wurde. "Wenn ich mal groß bin, dann möchte ich Detektivin werden" hatte sie damals schon immer lauthals gezwitschert und aus irgendeinem Grund hatte niemand daran gezweifelt, das sie diesen Plan auch durchziehen würde. So war sie, ohne Wissen der anderen losgeflogen um sich selber ein Bild von Django zu machen. Vielleicht würde er ihr ja zeigen, wie man eine gute Detektiv Henne werden würde. Es schien ein weiter, schier endloser Weg zu sein, der zu Djangos Nest führte. Die australische Hitze tat ihr übriges aber Ramboline war fest entschlossen. Sie würde es ihrem Schwarm schon beweisen. Die Gegend war noch verlassener, als sie es sich vorgestellt hatte. Und dennoch erkannte sie das Nest des Detektives sofort. Es lag etwas abseits von den anderen, war von etlichen Bäumen und Büschen verdeckt. Als sie näher kam, wehten Stimmen zu ihr herüber. Die mussten direkt von Djangos Nest kommen. Ob er Besuch hatte ? Neugierig wie sie war, beschloss sie, erst mal in einem nahen Baum zu landen und von dort aus die Lage zu überblicken. Schemenhaft konnte sie durch die dichten Blätter eine Gestalt erkennen. Nein. Es waren zwei. Ganz sicher. Das Blattwerk hatte sie etwas verdeckt, doch jetzt trat sie genau in Rambolines Sichtfeld. Wer die beiden waren, konnte sie nicht richtig erkennen, sie sah nur, das sie wesentlich größer waren, als sie selbst. "Was mache ich hier eigentlich" dachte sie sich und wollte schon umkehren, als einer der beiden Gestalten zu sprechen begann. "Nun mach es nicht noch schlimmer. Wir haben dich gewarnt, alter Vogel !" die Stimme klang ganz und gar nicht nett, fand Ramboline. Eher bedrohlich. Angsteinflößend. Offenbar steckte der Detektiv in Schwierigkeiten. Was sollte sie tun? Sie konnte es unmöglich alleine mit den beiden Gestalten aufnehmen. Zurückfliegen? Das würde vermutlich zu lange dauern.
Schnell war Ramboline klar geworden, das sie dem Detektiv irgendwie helfen musste. Nur wie ? Sie war eine einzelne, kleine Schulhenne, das da waren zwei große Gestalten, die offenbar nicht zimperlich waren. "So ein wellischer Mist. Ich bin eine sehr eindrucksvolle Henne. Vielleicht kann ich die beiden zumindest vertreiben" sagte sie zu sich selber, mit einem Mal ziemlich entschlossen. Dann flatterte sie los. Der größere der beiden Gestalten entdeckte sie als erstes. "He. Was haben wir denn da?" schnarrte er und starrte Ramboline aus zwei bösartig schwarz glänzenden Augen an. "Ich will zum Detektiv" sagte Ramboline mit fester Stimme. "Soso. Zum Detektiv. Nur scheint er offenbar keinen Wert auf Besuch zu legen." höhnte die Gestalt. "Na ja, ihr seit auch nicht gerade freundlich" sagte Ramboline. "Nicht freundlich? Hast du das gehört?" kichernd wandte sich ihr Zwitscherpartner an seine Begleitung, ehe er sich wieder Ramboline widmete. "Und was genau, hat eine kleine Wellensittich Henne so alleine hier draußen verloren?" "Ich will nur zum Detektiv. Nichts weiter. Das geht euch im übrigen auch gar nichts an" sagte Ramboline. Ihr Herz klopfte bis zum Hals und sie hoffte, das es niemand bemerkte. "Das geht uns nichts an. Jetzt hör mal zu, du kleine Henne. Du nimmst am besten ganz schnell deine Federn in die Flügel und zischt ab, sonst werde ich noch ungemütlich" er kam ein paar Schritte auf sie zu. Doch obwohl sie Angst hatte, wich sie nicht zurück. Niemals. "Oh ho, da haben wir aber eine mutige Henne" ein breites, bösartiges Schnabelgrinsen erschien vor Rambolines Gesicht. "Genau. Und jetzt haut ihr ab" sagte sie mit einem leichten Zittern im Zwitschern. "Ich glaube, wir werden hier etwas ganz anders, Prinzessin" Von drinnen konnte Django, eng an die Wand gepresst, auf einmal noch eine dritte Stimme vernehmen. Wem gehörte sie wohl? Was wollte sie hier? Doch ehe er weiter darüber nachdenken konnte, hörte er wildes Gekecker, gemischt mit Flügelschlagen. Dann Stille. Da draußen musste etwas passiert sein. Vorsichtig schlich er zum Fenster, stellte sich auf die Krallenspitzen und wagte einen Blick nach draußen.
,sonst kann ich die Nacht nicht schlafen und Du willst doch wohl nicht das ich morgen früh total übermüdet zur Arbeit fahre
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