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    Ein paar Sekunden später war ein entrüstetes Keckern zu hören und Alfonso fand sich auf dem Boden des Klassennestes wieder. Noch ehe ich überhaupt begriffen hatte, was da gerade passiert war, kam eine triumphierend grinsende grüne Henne zu mir und setzte sich neben mich auf die Schaukel. "Ich bin Phoebe" zwitscherte sie und reichte mir ihren linken Flügel. Ich nahm ihn, überrascht wie erfreut. "Line" sagte ich. "Das war übrigens echt toll, was du da eben gemacht hast" setzte ich bewundern hinterher. Phoebe zuckte bescheiden die Flügel. "Keine große Sache. Das war schon lange mal nötig, das jemand diesem arroganten Gockel mal die Federn lang zieht. Der versteht nämlich kein Nein. Aber wenn du magst, komm mit nach hinten, dann stelle ich dir den Rest meines Schwarmes vor" sagte Phoebe und ich folgte ihr gespannt.
    "Der gelbe da hinten, das ist Joker. Ein netter, aber sehr geschwätziger Kerl, der sogar Kanarisch kann. Weiß der Wellensittich, wo er das gelernt hat. Dann der schmale grüne, das ist Joshi. Ein prima Kumpel zum Hirse stehlen- aber leider hat er einen Fehler- er hat sein Herz an Maggie verloren. Maggie ist so etwas wie ein Biest mit Federn. Joshi meint aber, sie kann richtig nett sein und will sogar mit ihr ein Nest bauen." Phoebe rollte mit den Augen. Offenbar hatte sie sich schon öfter die Lobeshymnen über diese Maggie anhören müssen. "Der blau- weiße da hinten, das ist Marvin. Der hat auch immer viel zu berichten aber ist ein prima Kerl. Tja und dann die andere blaue, das ist Callie. Und wenn du dir die Namen nicht gleich merken kannst, dann kannst du sie einfach mit ihren Farben anzwitschern." Phoebe schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln. Diese Henne hatte wohl anscheinend nicht nur Wumm sondern konnte auch noch Gedanken lesen.
    Nach der Schule flog ich also nach Hause. Den Weg hatte ich mir dank Mamas hervorragenden Orientierungssinn eingeprägt und war nun bedacht darauf, nicht von diesem Weg abzweichen, um nicht zu riskieren, das ich mich verflog. Denn dann würde ich wohl ganz schön in der Patsche sitzen. Außerdem trug ich ein Geheimnis unter meinen Federn. Denn als ich die Nest Schule verlassen hatte, waren vor mir wie immer zig Wellis gewesen, die offenbar nichts eiligeres zu tun hatten, als nach Hause zu fliegen. So war ich etwas zurück gefallen, um dem Ansturm zu entgehen. Und dann hab ich es gesehen- es lag in den Büschen, etwas versteckt. Jemand musste es verloren haben. Ich hab es aufgehoben und mich umgesehen, wem es wohl gehören könnte. Aber niemand war zu sehen. Keine Welli Seele weit und breit. Also habe ich es erst mal mitgenommen. Wenn ich denjenigen treffe, dem es gehört, dann gebe ich es ihm selbstverständlich zurück. Großes Welli- Ehrenwort !

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      Was das wohl sein könnte...und wer es wohl verloren hat...

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        Weißt du doch

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          Weiß ich?

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            Ja, weißt du

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              ...

              Zu Hause angekommen, legte ich meinen gefundenen Schatz erst mal unter mein Schlafnest, damit es- nun ja, damit es keiner finden konnte. Nach dem Mittagskorn holte ich es allerdings wieder hervor, die Wellische Neugier hatte mich gepackt. Großmutter Kessi hätte mich jetzt garantiert streng über den Rand ihrer Brille angeschaut- ich konnte sie quasi vor mir sehen. Die Gute ist allerdings nicht mehr so gut zu Flügel, so musste ich also keine Bedenken haben, da sie plötzlich herein geflattert kam. Charlotte, meine beste Freundin hätte das sicher spannend gefunden. Vorsichtig legte ich das Buch also vor mich hin und schlug es auf. Der, dem es gehörte, war offenbar sehr fleißig gewesen. Es schien eine Art Tagebuch zu sein. Sein Besitzer hatte sehr gewissenhaft alle Erlebnisse aufgeschrieben. Ich fand das eine wunderbare Idee und schämte mich beinahe ein wenig, das ich in fremden Tagebüchern stöberte. Allerdings hatten mich die Geschichten des Verfassers nach ein paar Minuten so gefesselt, das ich gar nicht mehr aufhören konnte, zu lesen. So merkte ich gar nicht, wir es dunkel wurde und Mama zum Abendkorn zwitscherte. Seufzend klappte ich das Buch zu, schob es wieder zurück in sein Versteck und flatterte nach unten zu Mama.

              Zu meiner Überraschung war sogar Papa am Körnerteller zu finden. Er sah ein wenig müde aus, schien sich aber ansonsten bei bester Gesundheit zu erfreuen. Als Leckerei hatte er Hirse aus seinem Hirsekonzern mitgebracht. "Probier mal, Kind. Die Neueste Kreation meiner Gourmet Wellis" sagte er Fröhlich und ich biss beherzt in diese absonderlich aussehende Hirse. Na ja- was soll ich Zwitschern- es schmeckte... Nennen es wir mal gewöhnungsbedürftig... () aber das konnte ich ja Papa schlecht sagen. So grinste ich ihn mampfend an, nickte dabei mit dem Kopf und hoffte, das er es nicht merken würde, wenn ich später die Körner unbemerkt wieder beseitigen würde.
              Papa strahlte über den ganzen Schnabel. Na wenigstens einer, der sich freute.

              Denn ein paar Kilometer weiter gab es jemanden, der sich so gar nicht freute und traurig auf seiner Schaukel saß. Das Nest um ihn herum war durchwühlt, alles flog herum. Doch das, was er gesucht hatte, hatte er nicht gefunden. Die anderen Wellis standen ratlos um ihn herum und überlegten fieberhaft, wie sie ihm wohl helfen konnten. Doch davon ahnte ich natürlich nichts. Denn ich hätte gewusst, wie man ihm helfen konnte.

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                Seit ich dieses Tagebuch gefunden hatte, konnte ich überhaupt nicht mehr aufhören, darin zu lesen. Wer immer es geschrieben haben mochte, er schien ein aufregendes Leben zu führen. Lustige, manchmal aber auch ein wenig nachdenkliche, traurige Geschichten füllten das Buch, das mir so manche schlaflose Nacht bescherte. Und doch durfte ich nie aus den Augen verlieren, das das hier kein Roman war, wie Charlotte sie immer so gern las, wo es um zwei Wellis ging, die sich fanden, verliebten, wieder trennten und am Schluss ein ganzes Nest voller Küken hatten. Das hier hatte kein Autoren Welli geschrieben, sondern einer, der sich auskannte mit dem Leben. Einer, der es jeden Tag festhielt. In einem Tagebuch. Vielleicht war es falsch, quasi in eine, fremden Leben zu lesen. Aber mit jeder Zeile, mit jedem Wort mochte ich diesen Welli mehr und hatte ihn in mein Herz geschlossen. Ich schwor mir, herauszufinden, wem es gehörte und dann würde ich es ihm zurück geben. Vielleicht schickte es sich nicht, in anderer Leute Leben zu lesen, aber es lenkte mich ab. Vor mir selbst, der neuen Stadt und dem Leben, das ich hier nun führen würde. Wie gesagt, in manchen Dingen kann ich einfach nicht aus meinen Federn.

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                  Eines Tages kam Papa vollkommen aufgelöst von seinem Hirsekonzern nach Hause geflogen. Außer Atem nahm er am Futterteller Platz und zwitscherte uns, was passiert war. Irgendjemand hatte seinen Hirsekonzern überfallen! Die ganze Arbeit der Gourmet Wellis schien zunichte, nichts war mehr da. Und das einen Tag vor Papas wichtigem Auftritt vor der Welligemeinde. Er wollte seine neueste Hirsekreation vorstellen und an die Wellis bringen. Jetzt stand Papa vor dem Ruin, sollte sich die Hirse nicht wieder einfinden. Mama und ich versuchten wirklich, ihn zu trösten aber Papa wollte lieber gleich auf seine Schaukel. Ich konnte es ja verstehen.

                  Nicht weit entfernt war mal wieder Streit ausgebrochen. Die Flügel in die Seite gestemmt starrten sich zwei Grüne Hennen an und klickerten mit dem Schnabel. "Ich hab dir schon tausendmal gezwitschert, das du nicht einfach mein Federwasser nehmen sollst". Die Worte kamen wie aus der Hirseschleuder geschossen und Phoebe erwiderte etwas, das Marvin jedoch nicht ganz verstand. Maggie zog daraufhin beleidigt ab und lies sich von Joshi den Kopf kraulen. "Hey, Marvin, wie geht es dir heute?" fragte Phoebe. Marvin zuckte die Flügel."ich hab es immer noch nicht wieder gefunden. Vielleicht sollte ich einfach ein neues schreiben. Was meinst du?"
                  Phoebe sah ihn an. "Du hast doch darin dein ganzes Leben aufgeschrieben. Man kann doch sein Leben nicht einfach neu schreiben." sagte sie, flatterte davon und lies einen nachdenklichen Marvin zurück.

                  Sein Leben neu schreiben. Nein, das konnte man natürlich nicht. Marvin war das natürlich klar. Aber vielleicht gab es ja doch jemanden, der ihm helfen konnte. Kaum war ihm dieser Gedanke gekommen, war er wieder von Zuversicht erfüllt. Beschwingt flatterte er los.




                  Wo er wohl hinfliegt ? )

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                    Er kannte den Weg nach wie vor wie seinen linken Flügel. Beinahe so, als wäre er ihn gestern erst geflogen. Dabei war es schon eine Weile her, seit er ihn-damals gemeinsam mit Phoebe und klopfendem Herzen- geflogen war. Doch heute sah das anders aus.
                    Schon bald konnte er das Nest zwischen den Baumwipfeln ausmachen. Seit er das letzte Mal hier gewesen war, hatte sich vieles verändert. Damals, seit sie Detektiv Django mit den Nymphen geholfen hatten, waren sie Freunde geworden. Und Django war in der gesamten Welli Gemeinde bekannt geworden. Ein jeder schätzte ihn. Er war nicht mehr länger der Sagen und Geheimnis umworbene Welli Detektiv. Nein, er war seither richtig aufgeblüht. Marvin landete vor seinem Nest und klingelte. Doch anstelle von Django öffnete ihm ein anderes bekanntes Gesicht die Tür.

                    "Den... Den Hirsekonzern überfallen?" Würgte Mama mit trockenem Hals hervor. Sie konnte es nicht fassen. Sie hoffte wohl, wenn sie es nur laut aussprach, dann würde Papa zum lachen anfangen und uns ordentlich auszwitschern, das wir auf seinen zugegebenermaßen schlechten Witz herein gefallen waren. Aber alles war besser, als diese Schockstarre, in die Mama nun gefallen was, nachdem sie sah, das Papa nur bekümmert den Kopf nickte. "Die Welli Australien Polizei hat den Zufall übernommen. Wirklich sehr fähige Kommissare." Waren die ersten Worte, die Papa zwitscherte. Er schien sich wirklich an jeden Hirsehalm zu klammern. "Und was, wenn die Diebe nicht gefasst werden?" Wagte Mama zu fragen. Papa blieb ihr die Antwort schuldig und flatterte in sein Arbeitszimmer. Dort blieb er.

                    "Ramboline!" Marvin hätte die fesche Henne beinahe nicht erkannt. Ramboline schenkte ihm ein breites Schnabelgrinsen. "Also eigentlich kennt man mich unter dem Namen Pfeffrmakrele. Mein Deckname, verstehst" zwitscherte sie. "Pfeffer...?" Fragte Marvin ratlos. "Klar.ich bin jetzt Djangos Assistentin. Der zeigt mir alles, was ich brauche, um eine richtig Detektivin zu sein" sang Ramboline stolz. Da fiel Marvin ein, weshalb er eigentlich hier war. "Django. Ist er denn da? Ich brauche seine Hilfe"
                    "Ne, tut mir Leid. Der ist ausgeflogen um diesen Wellis von Australian Yard unter die Flügel zu greifen. Die haben doch den Hirse Konzern überfallen."
                    "Er... Er ist nicht da?"
                    "Nein. Aber... Kann ich dir helfen?"
                    Marvin zuckte die Flügel. "Keine Ahnung. Kannst du mir helfen, mein Leben wieder zu finden?" fragte er und Ramboline sah ihn fragend an.
                    "dein Leben wieder finden?"
                    "Ja. Ich hab mein Tagebuch verloren. Du weißt, wie wichtig mir das ist."
                    "Natürlich weiß ich das. Weißt du was, Django wird nichts dagegen haben, wenn ich den Fall übernehme. Lass uns fliegen, wir werden dein Tagebuch schon finden"
                    Ramboline schoss hinaus in den Australischen Himmel. Marvin folgte ihr. Wohin sie wollte, würde er gleich sehen.

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                      Papa war seit Tagen, so schien es, nicht aus seinem Arbeitszimmer heraus gekommen. Mama hatte ab und zu mal mit dem Ohr an der Tür gelauscht, damit wir wussten, das es ihm gut ging. Hin und wieder hatte sie ein paar Körnchen unter der Tür durchgeschoben, aber ob Papa sie wirklich knackte- das wussten wir natürlich nicht. Mamas Miene wurde immer Sorgenvoller und ich glaubte schon, das auch sie mit ihren Nerven am Ende war. Vermutlich schmiedete sie gerade den Plan, die Polizei Wellis zu holen, damit sie Papa zwangen, heraus zu kommen. Oder sie heuerte so ein paar Einbrecher Wellis an, die dann das Schloss knacken konnten und wir Papa befreien konnten. Aber vermutlich ging da einfach meine Fantasie mit mir durch, denn Mama hatte natürlich überhaupt keine Absichten in dieser Richtung. Dennoch mussten wir unseren täglichen Beschäftigungen nachgehen. Mama hatte sich einen Job bei Schredder & Co- wir Schreddern alles besorgt und war nun Tag ein Tag aus mit Schreddern beschäftigt. Abends tat ihr ganz sicher der Schnabel weh aber sie zwitscherte nicht darüber. Und ich- na ja, ich flog weiterhin zur Schule und las in dem Tagebuch. Wem es gehörte, hatte ich immer noch nicht heraus gefunden aber vielleicht war das auch nicht so wichtig. Es half mir, mit allem besser klar zu kommen und irgendwie fühlte ich mich dadurch sicherer. Irgendwann, so wusste ich, würde ich das Tagebuch durchgelesen haben und was dann war- tja, daran wollte ich jetzt noch nicht denken.

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                        Mit grimmiger Miene, das Kopfgefieder aufgestellt, stolzierte Inspektor Wing, mittlerweile bei Australian Yard- über den mit Buchholzgranulat ausgefüllten Boden und versuchte, in all dem Wirr Warr neben seiner wichtigen Miene auch noch Spuren zu finden, die ihn zu dem Täter führen würden. Am besten wäre es natürlich, der Täter würde sich gleich persönlich bei ihm melden, ein Geständnis zwitschern und er könnte ihn in die Voliere sperren. Doch so einfach war das natürlich nicht. Und dann war da auch noch dieser besserwisserische Detektiv. Was ging ihm dieser Kerl auf die Schwanzfedern ! Alles wusste er besser- wirklich alles. Aber er war bei den Leuten beliebt und seine Sergants hörten ihm aufmerksam zu, sie schienen seine Worte regelrecht aufzusaugen. Missmutig schüttelte Wing seine Federn. "Na, Wing, schon was gefunden?" Django kam grinsend zu ihm herüber geflattert. "Na, Detektiv schon den Täter verhaftet?" äffte Wing ihn nach. "Oho, nun seien Sie mal nicht so deprimiert. Wir werden den Bösewicht schon finden" sagte Django vergnügt. Wing hätte ihm am liebten den Hals umgedreht. Was bildete sich dieser gefiederte Wichtigtuer eigentlich ein ? Das er ihm seinen Job erklären konnte? So weit würde er es wohl nicht kommen lassen. "Wir. Natürlich. Wir" brummte Wing der es immer noch für eine Fehlentscheidung seines Chefs hielt, Django mit einzubeziehen. "Er ist der Beste, den wir haben. Er wird uns unter die Flügel greifen. Bedenken Sie nur seinen Erfolg bei der Ergreifung der Nymphen" hatte er noch die Worte seines Chefs im Ohr. Blablabla.

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                          Liebes Tagebuch !
                          Ich hoffe, du kannst dich noch an mich erinnern, ich war lange so beschäftigt, das ich gar keine Zeit hatte, zu schreiben. Jetzt wohnen wir ja schon vier Wochen in dem neuen Nest-die Federlose sagt immer, wir sind jetzt Landeier... Finde ich ja seltsam... Eier legen hat sie den Hennen doch immer verboten. Draußen ist es jetzt richtig kalt geworden Da muss man seine Federn schon fest halten. Dummerweise ist bei fast allen von uns dieser blöde Herr Mauser zu Gast. Was der auch immer in den unpassendsten Momenten aufkreuzen muss. Die Federlose hat mal gesagt, das die Phoebe aussieht, wie ein kleiner, grüner Kaktus. Holla, was war die Phoebe da aber die Federlose hat sich dann wieder eingekratzt, in dem sie ihr gezwitschert hat, das eine schöne Henne nichts entstellen kann. Was immer das heißt. Aber Henne war versöhnt. Puh. Beleidigte Hennen sind immer total anstrengend. Gestern hab ich der Phoebe was vorsingen wollen-hab mich also in Position gesetzt und mein wochenlang geübtes Lied vorgesungen. Allerdings hat die mich angeguckt, als hätte ich nicht alle Federn beisammen. Da ist mir sonst so friedlichem Welli aber ordentlich der Kragen geplatzt und ich bin- angeblich- etwas lauter geworden. Laut der Federlosen hab ich die Phoebe angebrüllt. Na ja. Kann sein. So im Eifer des Gefechtes.

                          Mein Freund Joker war da wie immer keine Hilfe. Der muss ständig seine Henne kraulen und füttern und ihr ständig hinterher fliegen. Ehrlich, da wird der friedlichste Hahn auf dem Ast verrückt. Also besuche ich manchmal meine Federlose und hocke mich auf dieses flauschige Ding das Decke heißt. Könnte Welli sich dran gewöhnen. Dann Zwitscher ich der Federlosen eben was vor. Die hört auch brav zu. Weil sonst zwick ich sie nämlich in den Finger. Hehe.

                          Maggie und Joshi Watson (mein Assistent- wenn er nicht gerade schläft) erforschen mittlerweile das ganze Nest. Morgens fliegen sie immer aufs Fensterbrett und gucken raus. Dann will Joshi immer Wellis am Mittag im Klangkasten gucken, aber die Federlose verbietet das. Dann flattert der Joshi eben der Federlosen ihren Kram aufräumen. Neulich hatte er so raschelnde Papierdinger im Schnabel und als die Federlose das gesehen hat, hat sie gerufen "Joshiiiiii" war offenbar wichtig. Sie hat gesagt, die Karten braucht sie noch, die werden weder aufgeräumt noch geschreddert. Wen sie meint. Ansonsten läuft hier alles prima. Der Service ist pünktlich und man kann zufrieden sein. Nur über die Hirse- da müssen wir noch drüber reden. Haben wir schon Schwarmkonferenz gehalten. Federlose will uns nämlich das Gemüse näher bringen. Pfff... Kann sie mal schön selber essen.

                          bis bald
                          Marvin

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                            Hallo Marvin *freu*

                            da ist ja einiges los in letzter Zeit. Das ist richtig toll, denn so wird es nie langweilig.

                            Ja der Herr Mauser... Irgendwie kündigt er sich nie vorher an und kommt dann wenn man es gar nicht brauchen kann. Und das Freche daran ist, dass er einfach wieder geht und eine riesen Saustall hinterlässt... Aber da ihr jetzt Landeier seid, ist es auch nicht ganz so schlimm oder?

                            Was will die Felo? Gemüse? Bah. *schüttel*
                            Lass dich da bloß nicht drauf ein. Wenn du ihr einmal den Gefallen getan hast, setzt sie dir das Zeugs jeden Tag vor. Schrecklich. Dann hat man gar nicht so viel Platz mehr für Hirse. und wenn sie darauf besteht, schlag ihr einen Kompromiss vor. Dann soll sie auch mehr Körner essen.

                            Freu mich schon jetzt auf deinen nächsten Bericht über deine bunte WG.
                            Alles Liebe
                            Sandra

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                              Hallo Muffin
                              Benny hier!
                              Was Hast du denn gegen Gemüse? Dieses Basiliding liebe ich über alles und dafür würde ich meine Henne verkaufen. Besser als jede Hirse der Welt. Aber sag das nicht meiner Henne, dann wird die böse.

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                                Liebes Tagebuch !
                                Heute haben wir die Federlose wahnsinnig gemacht... Das hat sie zumindest gezwitschert. Denn als es draußen hell war konnten wir gar nicht schnell genug aus unserem Nest raus. Aber bis die Federlose endlich mal an gelaufen kam und unser schimpfen gehört hat ! Wir haben alle zusammen geholfen ! Dann endlich durften wir raus. Im Wellimarsch sind wir dann auf dem Fußboden herum gelaufen, weil Maggie behauptet hat, das sie dort Spuren gesehen hat. Frage mich nur, von wem. Ich hab nämlich nichts gesehen. Aber egal, Spaß hat es trotzdem gemacht. Vorallem, weil die Federlose dauernd schauen musste, wo sie hin tritt und die wollte ja Körnchen verdienen fahren und nicht Welli Slalom laufen. Dann haben wir auf dem Klangkasten gesessen und Joker hat die Uhr gelesen. Hat er zumindest behauptet. Die einzige, die das glaubt, ist Callie. Aber die macht ja auch alles mit, was der gelbe so anstellt. Die Federlose hat dann, nachdem wir sie ein paar mal fast umgeflogen hatten, geszwitschert, da wir sie wahnsinnig machen. Hihi. Dann ist sie weg gefahren mit dem rollenden Käfig. Der hat sogar sein eigenes Nest. Finde ich ja irre. Ein Nest für rollende Käfige.

                                Eben kam die Federlose wieder und hat uns Abendkorn gebracht. Das futtern wir jetzt alle zusammen. Letztens durften wir Nudeln essen. Das war vielleicht ein Spaß und hat wirklich toll geschmeckt.

                                Bis bald
                                Marvin

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