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Spatz und die Vogelbüro-Chaostruppe – oder: Wie aus Stille Leben wurde

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    #61
    Witzig,..., wie es Dir gelingt während des Lesens Bilder
    zu erzeugen....
    Ich sehe original vor meinem Auge, wie der kleine Piepmatz
    durch das Gitter an Deinem Finger knabbert....

    I love it.......

    schöne Grüße
    Elsbeth

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      #62
      elmo Genau das ist das Ziel. Euch teilhaben zu lassen, was ich mit meinen Chaoskobolden erlebt habe.

      Und der kleine Loki war wirklich der Einzige, der in den Präsentationskäfigen nicht nach hinten gerückt ist. Er kam nach vorne, hat dafür sogar seinen Bruder über den Haufen gelaufen 😂
      Nachdem er mich angeleckt hatte, gehörte ich ihm 🥰

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        #63
        🪶🪽 Loki berichtet vom ersten Tag

        Also, stellt euch vor:
        Kaum angekommen, wollte mein Mensch mich eigentlich langsam eingewöhnen.

        Aber ich dachte mir:
        „Ach was – gleich mal zeigen, was ich draufhab!“
        Zack, Käfig auf, Flügel ausgebreitet und eine Runde durchs Zimmer gedreht.
        Endstation: direkt im großen Käfig bei den drei anderen.

        Und da saßen sie.

        Der Erste – grün-gelb, rundlich, mit ganz viel „Chefgehabe“.
        Spatz, nennen sie ihn.
        Der hat mich angeschaut, als wollte er sagen:
        „Zeig erst mal, ob du gurkentauglich bist.“

        Ganz nett eigentlich.
        Nur … er hängt wohl schon an dem Dicken da.

        Der Dicke – Blue.
        Leute.
        Der stellt sich hin, als wäre er Türsteher im exklusivsten Club der Welt.
        Brust raus, Flügel gespreizt, und das Erste, was er mir klarmacht:
        „Erstens: Spatz gehört mir.
        Zweitens: Nach Spatz bin ich der Boss.“

        Ich hab genickt.
        Brav ein Körnchen gepickt.
        Und innerlich gelacht.

        Und dann Ruby.
        Smaragdgrün.
        Kopfüber am Gitter.
        Kein Scherz.

        Die hat mich angesehen, sich leicht verbeugt …
        also hab ich auch genickt.
        Sie zwitscherte kurz und flatterte zurück,
        als hätte sie gerade entschieden, dass ich bleiben darf.

        Die drei diskutierten noch, wer hier das Sagen hat,
        während ich schon mal die besten Sitzplätze inspizierte.

        Ich hab sogar ein bisschen geflötet.

        Und siehe da – plötzlich schauen alle verdutzt,
        weil ich fast so klinge wie diese Kiki.

        Wer auch immer sie war …
        Ich glaube, sie hat hier Spuren hinterlassen.

        Am Ende des Tages saßen alle noch ein bisschen misstrauisch rum.
        Nur ich hab mir gedacht:

        „Leute, entspannt euch.
        Der Trickser ist da.
        Und ich bleib.“
        ​

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          #64
          🪶🪽 Loki und das große Verschwinden

          Im Vogelbüro war alles friedlich.

          Bis Ruby ein bisschen zu wild flatterte.
          Loki erschrak.
          Und dann ging alles sehr schnell.

          Er stieg auf wie eine kleine Rakete, flatterte hoch, Richtung Dachfenster
          und war plötzlich verschwunden.

          Spatz kreischte:
          „Er ist weg! Der Neue ist weg!“

          Blue polterte:
          „Hab ich’s nicht gesagt? Zu viel Freiheit, zu wenig Kontrolle! Ich brauch sofort einen Zaun um die Decke!“

          Ruby flatterte aufgeregt hin und her:
          „Ich wollte ihn doch nur begrüßen!“

          Und die Menschin?
          War gar nicht da.
          Zumindest nicht im Raum.
          Aber sie wusste trotzdem, dass etwas nicht stimmt.
          Die Kamera lief.
          Ein kurzer Blick – und plötzlich war da kein Loki mehr.

          Nur noch ein gelegentliches „Piep“.
          Irgendwo von oben.

          Und dann dieser Gedanke:
          Bitte nicht in die Jalousie.
          Bitte nicht zwischen die Lamellen

          Ein Anruf.
          Kurz.
          Panik.

          Der Mann war sofort unterwegs.

          Im Vogelbüro selbst:
          Suchmodus.

          Spatz lief nervös hin und her.
          Ruby rief immer wieder nach oben.
          Blue stand breitbeinig auf seiner Stange und erklärte die Situation vermutlich zur Sicherheitsstufe Rot.

          Die Tür ging auf.
          Der Retter kam.

          Suchte.
          Schaute.
          Hob den Blick.

          Und da saß er.
          Auf der Birdie-Lampe.

          Seelenruhig.

          Flügel angelegt.
          Köpfchen schief.

          Und offensichtlich ziemlich zufrieden mit sich selbst.

          Ein kurzes Grinsen.
          So eine Mischung aus:
          amüsiert
          erleichtert
          und leicht genervt
          (also eigentlich ganz normal)
          Ein Foto.
          Nachricht raus.

          Loki streckte sich genüsslich, zwitscherte freundlich
          und tat so, als wäre überhaupt nichts gewesen.

          Spatz piepste entgeistert:
          „Ernsthaft?!“

          Blue fauchte:
          „Der spielt mit UNSEREN Nerven!“

          Ruby atmete erleichtert auf:
          „Wenigstens ist er heil“

          Der kleine Trickser hingegen gähnte nur, zwitscherte ein paar weiche Töne und dachte vermutlich:
          „Erstes Schlitzohr-Manöver: erfolgreich.“

          Und irgendwo, ganz oben im Raum, lag noch ein winziger Rest von einem Lachen in der Luft.


          468c206a-d465-4587-9008-c8f369692d37.jpg
          ​
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            #65
            Herrlich! Und ja, ich habe auch immer wieder die Situation, dass einer der 4 gerade nicht aufzufinden ist.

            Viele Grüße aus OWL von Siggi, Paulinchen, Albert, Rosemarie und Steffi
            Hilde und Hedwig werden immer in meinem Herzen sein.

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              #66
              Der kleine Terrorist hat mich da wirklich alle Nerven gekostet 😂 Das war sein erster Tag bei uns, nachdem wir ihn vom Züchter geholt haben.

              Ich war kurz vor einem Herzinfarkt, habe meinen Mann angetrieben und der kleine sitzt da wie der CEO vom Vogelbüro und tut so, als ob nichts wäre 🤣🤣🤣

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                #67
                🪽🥒 Spatz macht sich fit

                Im Vogelbüro herrschte Ausnahmezustand.
                Nicht wegen einer Gurkenknappheit.
                Nicht wegen Blue.
                Nicht einmal wegen eines verschwundenen Loki.

                Nein.

                Loki flog.
                Schon wieder.
                Zum zwanzigsten Mal.
                Mit einer Begeisterung, als hätte er persönlich den Himmel erfunden.

                Einmal ums Vogelbüro.
                Noch eine Runde.

                Eine Kurve um den Vogelbaum.
                Zwischenlandung auf der Schranksicherung.

                Und wieder zurück.

                Ruby war längst angesteckt worden und flog inzwischen ebenfalls regelmäßig ihre Runden.

                Nur Spatz saß auf seiner Stange.
                Und beobachtete.

                „Der Junge hat zu viel Energie“, murmelte er.
                Loki schoss vorbei.

                „WUUUSCH!“

                „Siehst du?“, sagte Spatz.
                „Viel zu viel.“

                Am nächsten Morgen stand Spatz vor der Außentreppe.
                Nachdenklich.
                Entschlossen.
                Ein bisschen dramatisch.
                Wie immer.

                Langsam setzte er einen Fuß auf die erste Stufe.
                Dann die zweite.
                Dann die dritte.

                Währenddessen lief in seinem Kopf bereits die Art von Musik, die normalerweise erklingt, kurz bevor jemand den Mond betritt … oder etwas ähnlich Vernünftiges tut.

                Daaa…
                Daaaa…
                DAAAAAAA…
                Damm damm daaaamm…
                BUMM! BUMM! BUMM! BUMM!

                Auf dem Käfigdach angekommen blieb er stehen.
                Der Wind wehte durch sein Gefieder.
                (Na gut. Es war der Lüfter.)
                Spatz ignorierte dieses Detail.

                Er blickte in die Ferne.
                (Ja, okay. Es war die Bürotür.)
                Auch dieses Detail ignorierte er.

                Unter ihm versammelten sich die Zuschauer.
                Ruby saß auf der Leiter.
                Blue auf seiner Lieblingsstange.
                Loki hüpfte aufgeregt von Fuß zu Fuß.
                „Machst du’s wirklich?“

                Spatz nickte langsam.
                „Es ist Zeit.“

                Daaa…
                Daaaa…
                DAAAAAAA…
                Damm damm daaaamm…
                BUMM! BUMM! BUMM! BUMM!

                Spatz schüttelte einmal das Gefieder.
                Dann noch einmal.
                Sicherheitshalber ein drittes Mal.

                Man kann nie wissen.

                Er ging in Position.
                Flügel leicht geöffnet.
                Brust herausgestreckt.
                Blick auf den Vogelbaum.

                Die Entfernung wirkte plötzlich …
                etwas größer als gedacht.

                Blue hielt den Atem an.
                Ruby ebenfalls.
                Loki vibrierte bereits vor Aufregung.

                Spatz holte tief Luft.
                „Für die Gurke!“
                Und sprang.

                Einen Moment lang sah es aus, als hätte er seine Meinung geändert.
                Dann griff die Luft unter seine Flügel.

                Er gewann Höhe.
                Zog eine saubere Kurve.
                Und landete tatsächlich auf dem Vogelbaum.

                Nicht perfekt.
                Aber sicher.

                Und vor allem:
                Mit Stil.

                Einen Herzschlag lang war es still.

                Dann brach das Vogelbüro in Jubel aus.

                Ruby pfiff.
                Loki kreischte begeistert.
                Blue plusterte sich stolz auf.
                „Hab ich ihm beigebracht.“
                „Hast du nicht“, sagte Ruby.
                „Natürlich habe ich das.“
                „Hast du nicht.“

                Spatz dagegen stand auf seinem Ast.
                Leicht außer Atem.
                Ein bisschen stolz.
                Und sehr zufrieden mit sich selbst.

                „Gut“, sagte er.
                „Das reicht dann auch wieder für diese Woche.“

                P.S.: Ich bin Kind der 90er. Beim Schreiben lief in meinem Kopf die Musik vom „ersten menschlichen Laut“ aus Werner Beinhart. Falls ihr Spatz jetzt ebenfalls episch die Außentreppe hochsteigen seht: Gern geschehen. 😄🥒🚀
                ​

                Zuletzt geändert von Melli83; 12.06.2026, 22:45.

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                  #68
                  Wieder super beschrieben, so dass es Bilder im Kopf erzeugt! Immer sehr kurzweilig zu lesen, deine Geschichten.
                  Und bei mir war es „Also sprach Zarathustra“ von Strauss aus 2001- A Space Odyssey (bin Kind der 70er), was aber auf das Gleiche hinausläuft, weil Brösel darauf anspielt in der Szene.

                  Viele Grüße aus OWL von Siggi, Paulinchen, Albert, Rosemarie und Steffi
                  Hilde und Hedwig werden immer in meinem Herzen sein.

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                    #69
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                    Genau der Soundtrack ist gemeint - egal, ob A Space Odyssey oder Werner. Dass es von Richard Strauss ist, wissen aber die wenigsten 😂
                    Und schön, dass die Geschichte gut ankommt 🫶🏻

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