gleich vorweg: Wir sind absolute Well-Anfänger. Ich habe noch keine Profile angelegt, dies ist mein erster Post, den Account habe ich gerade erstellt, ich lese aber schon seit einem Jahr mit.
Hintergrund in kurz: Vor einem Jahr haben wir einen sehr jungen Welli, der keinem Beitzer zugeordnet werden konnte, bei uns aufgenommen, den wir in Eiseskälte und verletzt in der Nähe unseres Wildvogel-Futterhauses "einfangen" können (viel gewehrt hat er sich nicht mehr). Da hier in der Gegend alles noch etwas ... klassisch ist waren auch keine neuen Besitzer für ihn zu finden, die keine Vermehrer sind und oder die Vögel besch.. halten. Ergo haben wir ihn behalten, inzwischen noch 3 weitere aus schlechter Haltung gerettet, und haben nun vier männliche Wellis unbekannten Alters (1x max. 2 Jahre, 3x mind. 5 Jahre) in einer schönen, neu gebauten, großen Außenvoliere mit angeschlossenem Schutzhaus. Allesamt sind ziemlich scheu, da sie (vor uns!) vernachlässigt wurden und sind an das ganzjährige Leben im Freien gewöhnt. Ebenfalls wichtig - der nächste vogelkundliche TA ist knappe 2 Std. von uns entfernt. Hier in der Gegend gibt es lediglich einen "der sich auch ein wenig mit Vögeln auskennt" und bei dem sonst eher Katzen, Jagdhunde etc. auflaufen. Wir wohnen mitten auf dem Land.
Konkreter Fall: Einer unserer älteren drei saß nach der Silvesternacht draußen auf einem Ast und hat schwer geatmet und dabei gefiept. Wir schoben dies auf die Aufregung durch das dämliche Geböller (vor dem wir die Vögel versucht haben bestmöglich zu schützen). Am nächsten Tag alles gut, am 3ten dann wieder schweres Atmen, "fiependes" Geräusch dabei, offensichtlich Atemprobleme, leichte Desorientierung. Wir also (nach etwas Sorge den Vogel durch den Stress umzubringen) zu unserem "bissl Vogelahnung"-TA. Der hat eine 2-Wochen-Prednisolon-Spritze verabricht und das ist nun eine Woche her. Außerdem stellte er fest der Vogel sei zu dünn (sehr überraschend, wir geben uns viel Mühe mit der vollwertigen Fütterung) und wirke auf ihn, als "könnte sich da was chronifiziert haben".
Wir haben Mauser (ja, so heißt er) danach natürlich reingeholt, isoliert (ruhiges Zimmer, gute Luft, kleiner Käfig zum Erholen, Wärmelampe etc.). Mauser sah und sieht aber sonst gut aus! Kot ist i.O., keine seltsame Wachshaut, kein Ausfluss o.Ä., frißt gut, ist aufmerksam etc. Erst hatten wir den Eindruck es wird besser, da er weniger fiepte beim Atmen, aber nun atmet er leider immernoch schwer, Schwanz wippt, gähnen ... Also aus unserer Sicht nicht genug Verbesserung für eine Woche. (?)
Heute bei unserem "bissl Vogelahnung"-TA angerufen -> "Ja ich kann da jetzt nochmal Prednisolon spritzen wenn sie wollen. Müssen sie wissen." Also habe ich (genervt nach dieser doofen Antwort) beim nächsten vogelkundlichen TA angerufen. Der sprach primär von Luftqualität, von möglichen Allergieauslösern, und meinte bei der Beschreibung klinge es in der Tat nicht nach Infektion, und er würde auch dazu tendieren nächste Woche bei keiner Verädnerung erneut Prednisolon zu spritzen.
Natürlich hat er uns geraten zu ihm zu kommen. Nun hadern wir noch, ob wir das Anfang nächster Woche tun sollen, tendieren aber dazu. Vorher ist es leider zeitlich nicht möglich, da das für uns ein Tagesausflug wird, und wir nur ein Auto haben / es hier keine Öffis gibt. Außerdem sind die Wellis wie gesagt leider nicht gut sozialisiert worden und wir fürchten daher den armen mit dem Stress mehr zu schädigen, als ihm der Besuch helfen könnte .. Aber gut, ich lese ja wie gesagt mit und weiß dass jetzt alle sagen werden "Ihr hättet gleich letzte Woche zum Spezi fahren sollen!" - aber ihr kennt das sicherlich mit der Angst dem Vogel zu schaden. Außerdem ist das fangen ... dramatisch, weil hier keiner daran gewöhnt wurde jemals Vertrauen zu Menschen zu haben.
Und nun zur eigentlich Frage nach dem Roman: Lohnt sich der Besuch bei diesem weit (!) entfernten TA wirklich, wenn dieser schon am Telefon andeutet dass ihm außer mehr Prednisolon auch nichts einfiele, wenn man bedenkt wieviel Streß das für den Vogel wäre den ganzen Tag unterwegs zu sein? Und: Wieso erwähnt keiner der beiden Aspergillose? Nach meiner laienhaften Selbstdiagnose würde ich nämlich auf eine chronische Aspergillose mit akutem Ausbruch durch irgendeinen Auslöser tippen. Ist das total daneben? Was würden wir in diesem Falle tun?
Nunja. Alles schwierig. Wir geben unser bestes - vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Ratschlag in petto. Vielen Dank schon einmal.




die Fanny & Co. mit Felo Susanne
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