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Cortison führte bei Flusen vermutlich zum Tod

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    Cortison führte bei Flusen vermutlich zum Tod

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    Hallo, Welli-Forum

    Es ist inzwischen einen Monat her, dass mein Hahn Flusen mit nur sechs Jahren gestorben ist.
    Trotzdem mache ich mir immer noch viele Gedanken darüber.

    Um zu verstehen, worum es geht, sei erst mal zusammen gefasst, was davor geschehen ist.
    Flusen, der zwei Jahre lang gesundheitlich beschwerdefrei und für sein Alter noch gut in Form war, hatte morgens angeschwollene Augenglieder.
    Vermutlich hat er sich etwas aufmüpfig gegenüber seiner Partnerin verhalten und ihr Versuch, sich zu wehren, ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gegangen.
    Da er sich die Augen an der Stange gerieben hat, habe ich entschieden, vorsichtshalber einen TA aufzusuchen.

    Da mein vorheriger Tierarzt in den Ruhestand gegangen ist, haben wir Flusen zu seinen Nachfolger gebracht. In der Praxis arbeiten nach wie vor auch Vogelkundliche Tierärzte. Die behandelnde Ärztin untersuchte ihn und verschieb Cortison-Augentropfen. Diese sollten 10 Tage lang, 4 mal am Tag, in beide Augen gegeben werden.

    Ich vertraute der Ärztin und Flusen bekam regelmäßig die Tropfen. Nach etwa drei Tagen ging es ihm zunehmend schlechter. Erst wurde er immer ruhiger, er begann viel zu trinken, bekam Durchfall und nach vier Tagen wurde er apathisch. Zu diesem Zeitpunkt war dann Samstag, sodass wir nicht zum Tierarzt konnten. Da die Beschwerden erst mit der Gabe des Cortisons eingesetzt hatten, haben wir es nur noch ein Mal am Tag getropft.

    Am Sonntag, dem 30.10 begann Flusen plötzlich zu krampfen. Wir sind dann mit ihm in eine Tierklinik gefahren. Während der Fahrt hat er immer weiter abgebaut und lag am Ende keuchend auf dem Rücken. In der Tierklinik konnte er nur noch die erlösende Spritze bekommen.




    Nachdem ich die Trauer einigermaßen hinter mir hatte, habe ich zum Thema Cortison im Zusammenhang mit Vögeln, mal recherchiert. Im Internet gibt es diverse Informationen dazu. Ein Grundgedanke geht aber aus allen hervor: Cortison sollte bei Vögeln nur wenn unbedingt nötig verwendet werden und dann auch nur in geringer Dosierung. Gegebenenfalls sollte dann noch mit Antibiotika den Nierenschäden entgegengewirkt werden.

    10 Tage lang, *** mal am Tag, in beide Augen, sind insgesamt *** Tropfen - und das für einen Vogel, der etwa 6 Milliliter Blut hat. Letztlich hätte Flusen diese Behandlung kaum überleben können. Wie konnte das bei einem vermeintlich Vogelkundlichen Tierarzt passieren?

    Ich habe bei der Praxis angerufen. Dort hat man erzählt, dass dort zwar Vogelkundler tätig sind, man aber bei der Terminvereinbarung sagen müsse, dorthin zu wollen.
    Flusen wurde also von einer Ärztin behandelt, die sich nicht mit Vögeln auskennt, obwohl ein Termin für einen Wellensittich gemacht wurde.


    Ich bin nun ziemlich enttäuscht und mache mir auch Vorwürfe. Schließlich habe ich der Tierärztin vertraut und habe Flusen durch die Tropfengabe selbst vergiftet.
    Flusen könnte zwar auch aus einem anderen Grund gestorben sein, aber alles deutet darauf hin, dass es das Cortison war.

    Zuletzt geändert von Indy; 03.12.2022, 09:27. Grund: Bitte keine Medikamentendosierung
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    #2
    Hallo Welli-Micke,

    Cortison ist ein sehr wirksames Medikament und nützlich, aber natürlich haben alle Medikamente auch Nebenwirkungen. Dies abzuwägen, ist nicht einfach, denn ohne Medikamente wäre das Auge von Flusen wohl eher schlimmer geworden. Deshalb denke ich, dass Du alles richtig gemacht hast, der behandelnde Arzt nach bestem Wissen gehandelt hat und Flusen evtl. noch krank war, was nicht bemerkt wurde. Mache Dir jetzt kein schlechtes Gewissen, alles was war, ist vorbei, ändern geht nicht mehr. Flusen ist erlöst worden, das ist besser, als wenn er noch leiden müsste.
    Ich wünsche Dir und Deinen Wellis alles Gute und dass keine weiteren Krankheiten auftreten.

    Viele Grüße
    Silvia und Heinis

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      #3
      Gast
      Ob Flusen krank war, lässt sich nicht sagen, aber er war in der Mauser, was ihn ohnehin schon geschwächt hat.
      In der Vergangenheit hat Cortison meinen Vögeln auch schon geholfen, aber eben in deutlich geringerer Dosierung und dann sind die Nebenwirkungen weniger stark ausgefallen.

      Mir geht es hier auch nicht darum, einen Schuldigen zu suchen, sondern es hilft mir bei der Verarbeitung.
      Ich muss dazu sagen, dass ich seit 6 Jahren Wellis habe und vorher noch nie einer verstorben ist.

      Deinen „Heinis“ wünsche ich noch ein langes Leben und stets gute Gesundheit.

      Kommentar


        #4
        Hallo Welli-Micke,

        natürlich ist die Dosierung bei so kleinen Tierchen sehr kompliziert und kann sehr schlecht für das Auge berechnet werden. Jedoch denke ich, dass, wenn Du jeweils 1 Tropfen ins Auge gegeben hast, nur ein winziger Bruchteil tatsächlich durch das Auge in den Körper gelangt ist.
        Für den Fall der Fälle würde ich bei Augenentzündung Bepanthe-Augen-Nasensalbe verabreichen, das hilft sicher.
        Ansonsten hast Du recht, die Mauser schwächt die kleinen Wellis schon sehr, kommt eine Infektion hinzu, ist es noch viel schlimmer. Deine Entscheidung, Flusen erlösen zu lassen, war eine gute Entscheidung, denn so traurig es ist, es kommt der Tag, an dem wir alle vor dieser Entscheidung stehen werden.
        Dein Flusen hatte 6 Jahre eine schöne Zeit gehabt, viele unserer Wellis versterben oft sehr jung, Tumore, Pilz- und Bakterielle Infektionen sind in der Regel die Ursache.
        Wenn Du Deine Trauer überwunden hast, dann wäre es doch sicher schön, einen neuen Welli aufzunehmen. Wenn es dann noch einer wäre, der zur Vermittlung hier im Forum oder in einem Tierheim auf ein schönes Zuhause wartet, wäre das toll.
        Dir und Deinen Wellis auch alles Liebe und Gute. Meine Heinis und ich bedanken uns für Deine lieben Wünsche.

        Viele Grüße
        Silvia und Heinis

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          #5
          Hallo Welli-Micke,

          durch eigene Erfahrungen mit Krankheiten und dem Versterben meiner Tiere kann ich mich, glaube ich, ganz gut in deine Gedanken und Gefühle zum Verlust von Flusen hineinversetzen.

          Bei dramatischen Verlusten geht es mir so, dass sie monatelang in mir immer mal wieder hochkommen und ich mir Fragen stelle, die nicht mehr beantwortet werden können. Oft sieht es so aus, als ob die Ärzte etwas übersehen haben. Bei einem meiner Schweinchen habe ich den Verdacht, dass bei Ihrer Zysten-OP - allgemein gesprochen - Fehler gemacht wurden. Es folgten 2 Not-OPs, eine TA-Rechnung von fast 500 € und sie starb.

          Mit meinem Welli Paroli war ich im Sommer 2x beim vkTA, weil er sich seltsam verhielt. Außer leichtem Tricho-Befall, der natürlich behandelt und nachkontrolliert wurde, wurde nichts gefunden. Wie bei uns Menschen, wenn die Ärzte keine organische Ursache finden, hieß es auch bei Paroli, dass er wohl nur einen kleinen psychischen Tick hat. Im November wurde er ganz akut schwer krank, ich brachte ihn wenige Stunden später zum vk, dort blieb er übers Wochenende. Am Montag starb er dort und ich kann nur vermuten, dass er nierenkrank war. Eine Diagnose gibt es nicht, nur Vermutungen von Seiten der vkTAs. - Paroli wurde nur 5 Jahre alt.

          Ich habe bei ihm schnell genug reagiert, mache mir aber trotzdem Vorwürfe, weil ich meinen Minischwarm seit dem Sommer auf Diät gesetzt habe. Es waren 2 übergewichtige Hennen dabei, alles war mit dem TA abgesprochen. Aber Paroli hat abgenommen, viel mehr, als gut war. Dann hab ich also doch was falsch gemacht!?

          Als Halter/in von kleinen Heimtieren muss man/frau damit rechnen, dass so etwas immer wieder geschehen kann. Die vogelkundigen Tierärzte sind die besten, die wir haben, aber wer weiß schon, wie weit die Vogelmedizin in der Erforschung von Krankheiten und Therapien überhaupt ist? Ein MRT des Kopfes mit Kontrastmittel, um Tumoren oder andere Krankheiten im kleinen Wellischädel zu finden, ist zum Beispiel aufgrund der Kleinheit des Vogels gar nicht möglich. Also bleibt oft nur ein Tappen im Dunkeln.

          Es ist wichtig, dass wir lernen, uns mit eigenen Fehlern (weil wir es zu diesem Zeitpunkt einfach nicht besser gewusst haben) und den Fehlern der Tiermediziner immer wieder zu versöhnen, wenn wir weiter kleine Vögel oder auch andere kleine Heimtiere halten wollen.

          Du schreibst, dein Flusen wurde nur 6 Jahre alt. Ich denke in letzter Zeit immer öfter, ​was für ein Wunder es ist, wenn so ein winziger Organismus von etwa 40 Gramm 6 Jahre lang fröhlich zwitschert und jeden Tag seines Lebens perfekt durch die Gegend fliegt (kleine Läufer, die gar nicht fliegen können, seien hierbei ebenfalls eingeschlossen). Er lebt im Moment. 6 Jahre lang. Selbst wenn es nur 6 Wochen wären, würde er das Drama seines frühen Versterbens nicht fühlen. Er hat sich in jedem Moment lebendig gefühlt. Es kommen doch so viele kostbare Momente zusammen, die er haben durfte.

          Im Grunde ist es ähnlich wie in der freien Natur. Der Vogel ist auch dort maximal lebendig, lebt im Augenblick und vermehrt sein Leben durch Nachkommenschaft - und in einer einzigen Sekunde oder nach einer längeren Leidenszeit kann es vorbei sein. Fressfeinde, Ertrinken, Krankheit, Hunger. Diese Kehrseite des Lebens gibt es immer - in unsrer Realität - draußen und auch im Wellizimmer.

          Wenn unsre Tiere sterben, egal ob gnädig, qualvoll, früh im Leben oder alt, hilft es vielleicht, sich an die glücklichen Momente zu erinnern, die sie hatten, und wir mit ihnen. Diese Momente wertzuschätzen, ihnen wirklich ihren vollen Wert geben, kann helfen.

          Das sind nur meine Gedanken und Gefühle zum Thema, die ich mir vor allem in diesem Jahr mache, weil ich 3 Verluste von kleinen Heimtieren, 2 Meerschweinchen, ein Welli, erlebt habe.

          Liebe Grüße von Fanny und ihren gefiederten Freunden








          Zuletzt geändert von Fanny; 01.12.2022, 10:48.
          Herzliche Grüße die Fanny & Co. mit Felo Susanne

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            #6
            Danke für die ausführlichen Antworten, Silvia und Fanny.

            Zitat von Silvia H Beitrag anzeigen
            Hallo Welli-Micke,

            natürlich ist die Dosierung bei so kleinen Tierchen sehr kompliziert und kann sehr schlecht für das Auge berechnet werden. Jedoch denke ich, dass, wenn Du jeweils 1 Tropfen ins Auge gegeben hast, nur ein winziger Bruchteil tatsächlich durch das Auge in den Körper gelangt ist.
            Ja, bei einem kleinen Vogel ist das bestimmt nicht so einfach, mit der Dosierung. Nur hat die Tierärztin darüber hinweg gesehen und sinngemäß gesagt:
            “Eigentlich müsste man ja beim Wellensittich die Dosis geringer setzen, als beim Hund. Aber das wird schon passen.“
            Im Nachhinein hätte ich an diesem Punkt schon gewarnt sein müssen.

            In Zukunft werde ich bei der Vereinbarung von Tierarztterminen darauf achten, dass meine Wellis möglichst immer einen VK bekommen, nachdem ich leider diese Erfahrung machen musste.

            Zitat von Silvia H Beitrag anzeigen

            Wenn Du Deine Trauer überwunden hast, dann wäre es doch sicher schön, einen neuen Welli aufzunehmen. Wenn es dann noch einer wäre, der zur Vermittlung hier im Forum oder in einem Tierheim auf ein schönes Zuhause wartet, wäre das toll.
            ​
            Das ist bereits geschehen. Ich habe gleich drei Wellis aus schlechter Haltung aufgenommen. Ein Pärchen, das in einem kleinen Zierkäfig ohne Freiflug gelebt hat und eine Henne aus Einzelhaltung. Diese Variante Vögel zu bekommen, ist finde ich auch viel erfüllender, als sie züchten zu lassen.
            Der Moment, als die Wellis nach eineinhalb Jahren das erste mal wieder fliegen durften...

            Klar, Flusen zu ersetzen, ist nicht möglich, aber die anderen Wellis helfen mir schon sehr, mit seinem Verlust klar zu kommen.

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              #7
              Fanny
              Vielen Dank, dass du dir so viel Mühe gegeben hast, diesen Text zu schreiben.

              Über die Leidensgeschichte von Paroli habe ich bereits in deinem Beitrag dazu gelesen.
              Nicht zu wissen, woran ein Vogel gestorben ist, stelle ich mir noch schlimmer vor, da man sich umso mehr Gedanken macht.

              Ich bin froh, wenigstens dabei gewesen zu sein, als Flusens Krämpfe angefangen haben, da er so erlöst werden konnte und ich noch die Möglichkeit hatte, mich von ihm zu verabschieden.

              6 Jahre sind für einen Stubenwellensittich wenig, aber wenn man bedenkt, dass ein Welli in freier Wildbahn nur um die drei Jahre lebt, schon ein gutes Alter.

              Mit freundlichen Grüßen, Welli-Micke

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                #8
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                Hallo Welli-Micke,

                keiner unserer kleinen Freunde ist ersetzbar, das stimmt, sie bleiben unvergessen. Du hast nun drei kleine Flauschis zu Dir geholt, damit sie ein schönes Leben haben können, so wie es Flusen hatte. Und diese Tatsache hilft über den Verlust hinweg, sodass Du beim Beobachten Deiner Schätzchen ein gutes Gefühl hast, zu sehen, wie glücklich die Piepser sind. und sie Dir Deinen Einsatz danken. Jedes Tierchen, was von Menschen gehalten wird, verdient ein schönes Zuhause, und dass ermöglichst Du zumindest den drei Flauschis, denen es nicht gut ging.
                Ich wünsche Dir, dass jetzt nur noch fröhliche und gesunde Wellis die Bude rocken, keine traurigen Geschehnisse mehr auftreten und alle miteinander schöne Zeiten haben.

                Viele Grüße
                Silvia und Heinis

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