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Wellensittich ist Blind?

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    Wellensittich ist Blind?

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    Meinem Wellensittich ging es eigentlich die letzten fünf Jahre gut, aber seit Kurzem verhält er sich merkwürdig. Er war schon immer ein bisschen scheu, aber das hat sich jetzt verändert. Mittlerweile kann ich sogar seinen Kopf berühren, ohne dass er direkt Angst bekommt oder wegfliegt.

    Er hält sich die ganze Zeit auf dem Boden des Käfigs auf, obwohl er genügend Platz hat, um herumzufliegen. Aus Sorge lasse ich ihn momentan auch im Käfig und lasse ihn nicht mehr frei herumfliegen, da ich Angst habe, dass ihm etwas passiert.

    Wir haben bereits alles Mögliche versucht, zum Beispiel für angenehmes Licht und Wärme gesorgt und ihm neues Futter gegeben. Leider scheint es so, als hätte er sogar seine Sehfähigkeit verloren, da er sich ständig neben dem Futternapf im Kreis dreht. Außerdem plustert er sich auf und fliegt überhaupt nicht mehr.

    Leider kann ich ihn momentan nicht zum Tierarzt bringen, aber ich werde es versuchen, sobald sich mir die Möglichkeit bietet.
    ​

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    #2
    Hallo roned,

    Wenn Wellensittiche sich nur noch am Boden aufhalten und plötzlich "zahm" sind, also keine Scheu mehr vor der menschlichen Hand haben, sind sie schwer erkrankt. Dabei kann dir nur ein vogelkundiger Tierarzt helfen. Wenn du deinem Vogel noch eine Chance geben willst, musst du sofort zum Tierarzt und zwar noch heute, so schnell wie möglich. Vögel, denen es so schlecht geht, haben in der Regel nur noch wenige Stunden bis Tage zu leben.

    Hier findest du eine Liste geeigneter, vogelkundiger Tierärzte: https://www.welli.net/tierarzt-liste.html

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      #3
      Wenn er Symptome von Blindheit zeigt, kann das u. U. mit Leber-/Nierenproblemen zusammenhängen, da die Entgiftung des Körpers gestört ist und Zellgifte nicht mehr abtransportiert werden können. Irgendwann überwinden diese Gifte die Schutzmechanismen im Körper und verursachen neurologische Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, Blindheit, Seh- und Bewegungsstörungen oder Orientierungslosigkeit.

      Was Du oben beschreibst, ähnelt dem Verhalten, das mein Cheesecake Anfang des Jahres an den Tag legte - normalerweise ist er scheu und läßt sich nicht anfassen. Plötzlich konnte ich ihn am Köpfchen streicheln und er flog nicht davon (und wenn, dann völlig unkontrolliert). Da Cheesy ohnehin Leberprobleme und Megas hat, bin ich mit ihm zum Tierarzt, um zu beraten, ob es Sinn macht, noch eine Therapie anzugehen oder ihn erlösen zu lassen.

      Der Tierarzt schlug vor, eine Infusion mit Vitamin B zu verabreichen nebst genügend Flüssigkeit, um die Organe durchzuspülen und die Schlacken zu entfernen. Nach gut zwei Wochen schlug die Therapie an und Cheesy konnte wieder sehen - auch sein Plaudern kehrte wieder zurück, nachdem er vorher ganz offensichtlich Strophen im Gesang vergessen hatte und immer knarziger klang (so, als hätte er Bitverlust). Nach vier Wochen hatte ich das Gefühl, einen neuen Sittich im Käfig sitzen zu haben, denn Cheesy war wieder ganz der Alte und noch munterer und gesprächiger als sonst.

      Leider ist die Therapie keine Dauerlösung, denn Ende des Sommers wurde er wieder schlapp und zeigte dieselben Symptome wie Anfang des Jahres. Nach erneuter Therapie hat er sich wieder ein wenig erholt, auch wenn die Megas-Problematik nie aus dem System sein wird.

      Er bekommt Silymarin zur Unterstützung der Leber sowie Goldrute für die Nieren. Ich hoffe, dass die Erkrankung auf diese Weise wenigstens im Verlauf ein wenig abgebremst wird.

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        #4
        Vielen Dank für die Hilfe! Wie viel würde es ungefähr kosten, vom ersten bis zum letzten Besuch, an dem er hoffentlich wieder vollständig gesund ist?
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          #5
          Ganz pauschal kann man das nicht sagen, da es sehr darauf ankommt, welche Untersuchungen gemacht werden und was zum Schluss dabei rauskommt. Normalerweise würde man in so einer Situation erst einmal Abstriche machen, um herauszufinden, ob er z.B. einen bakteriellen Infekt hat, einen Pilzbefall oder Parasiten. Meiner Erfahrung nach kann diese Diagnostik schon knapp 200€ kosten, aber das kommt auch darauf an, wo du wohnst und was der Tierarzt berechnet. Dann kosten die Medikamente natürlich auch Geld. Am besten rufst du bei einem vogelkundigen Tierarzt in der Nähe an und schilderst die Situation, auch wie viel Geld dir für Untersuchung und Behandlung zur Verfügung steht. Dann muss der Tierarzt sagen, was mit dem Budget gemacht werden kann. Notfalls wird er oder sie ein Medikament ohne vorherige Diagnostik probieren müssen, zum Beispiel ein Antibiotikum oder ein Anti-Pilz-Medikament. Das kann dann anschlagen oder nicht, je nachdem ob der Tierarzt richtig vermutet hat oder nicht. Das ist nicht schön, aber ich befürchte leider, dass dein Welli sich ohne Behandlung nicht wieder erholen wird, so wie das klingt. Für mich klingt es auch nicht wirklich nach einer Blindheit, sondern nach einer sehr starken, körperlichen Erschöpfung. Er sieht deine Hand dann zwar, aber hat keine Kraft, zu flüchten. Dass er so an seinem Futternapf hängt, scheint mir auch in Richtung Gewichtsverlust zu deuten. Es gibt zum Beispiel Krankheiten, bei denen Wellis Gewicht verlieren, obwohl sie fressen (Megas, eine Pilzinfektion).

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            #6
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            Dem kann ich mich nur anschließen. Rocky hat sich auch so verhalten und ich dachte, er würde sehr schlecht sehen. Aber in Wirklichkeit hatte er Megas. Ass ich sein Gewicht kontrolliert habe war ich völlig geschockt. Das solltest du als allererstes mal machen. Und dann auf jeden Fall so schnell es geht zum vogelkundigen Tierarzt. Das solltest du nicht von den evtl. Kosten abhängig machen. Wenn man sich ein Tier anschafft hat man diesem gegenüber auch eine Verantwortung.

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