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Wellensittich magert ab - ungeklärte Erkrankung

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    Wellensittich magert ab - ungeklärte Erkrankung

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    Hallo in die Runde,

    ich habe mich vor Kurzem hier im Forum angemeldet, weil ich leider nicht mehr weiterweiß und hoffe, dass vielleicht jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder noch einen Rat für uns hat.

    Unser Wellensittich leidet seit ungefähr acht Monaten an einer bislang ungeklärten Erkrankung.

    Angefangen hat es damit, dass sie immer wieder einen Würgereiz hatte und an Gewicht verlor. Wichtig dabei: Sie würgt, aber es kommt kein Futter hoch.

    Wir waren daraufhin beim Tierarzt. Dort bekam sie zunächst ein Antibiotikum gespritzt. Auch nach etwa zwei Wochen trat allerdings keine wirkliche Besserung ein.

    Ansonsten verhält sie sich teilweise erstaunlich normal: Sie frisst und trinkt, putzt ihr Gefieder und pfeift auch. Allerdings schläft sie tagsüber sehr viel und plustert sich häufig auf. Der Kot sieht nach dem Arzt normal aus.

    Was uns besonders Sorgen macht, ist ihr Gewicht. Sie hatte längere Zeit relativ konstant etwa 33–34 g. Nach mehreren Tierarztbesuchen wusste unser Tierarzt schließlich auch nicht mehr weiter und überwies uns vor etwa vier Wochen zu einem Vogelspezialisten. Zu diesem Zeitpunkt wog sie nur noch 26–27 g.

    Auch dort hat sie viel geschlafen und immer wieder gewürgt, allerdings weiterhin ohne Futter hochzuwürgen.

    Der Vogelspezialist behielt sie daraufhin fünf Tage bei sich. Sie wurde dort unter anderem zusätzlich über eine Sonde bzw. ein Röhrchen gefüttert. Innerhalb dieser fünf Tage konnte ihr Gewicht von ungefähr 26 g auf 31 g gesteigert werden.

    Als wir sie wieder mit nach Hause nehmen konnten, sah sie deutlich besser aus. In den darauffolgenden zwei Wochen begann das Gewicht jedoch wieder zu schwanken. Momentan wiegt sie wieder nur ungefähr 29 g.

    Deshalb waren wir vor zwei Tagen erneut beim Spezialisten. Er meinte, dass er sie möglichst nicht noch weiter durch Untersuchungen stressen möchte. Wir haben zwei Mittel mitbekommen, die wir ihr jeweils morgens und abends geben sollen. Zusätzlich bekommt sie einen vom Tierarzt empfohlenen Tee ins Trinkwasser.

    Der Spezialist meinte, wenn innerhalb von fünf Tagen keine Besserung eintritt, würde es leider schwierig werden.

    Was uns die Entscheidung so schwer macht: Wenn wir mit ihr zum Tierarzt fahren, turnt sie teilweise im Käfig herum und pfeift nach ihren Freunden. Auch zu Hause frisst und trinkt sie weiterhin und putzt sich. Gleichzeitig schläft sie aber sehr viel und ist deutlich zu leicht.

    Zusätzlich setze ich sie momentan für ungefähr 20 Minuten unter Rotlicht, was sie sehr gerne anzunehmen scheint.

    Noch einmal kurz zusammengefasst:
    • keine dauerhafte Gewichtszunahme bzw. immer wieder Gewichtsverlust
    • derzeit ungefähr 29 g, früher konstant 33–34 g
    • wiederkehrender Würgereiz, aber ohne dass Futter hochkommt
    • Beschwerden bestehen bereits seit etwa acht Monaten
    • sie frisst und trinkt selbstständig
    • sie putzt sich und pfeift weiterhin
    • der Kot sieht normal aus
    • sie schläft tagsüber sehr viel und plustert sich häufig auf
    • Antibiotika brachten keine erkennbare Besserung
    • nach unterstützender Fütterung beim Vogelspezialisten nahm sie zunächst zu, danach wieder ab

    Hat jemand vielleicht schon einmal etwas Ähnliches bei einem Wellensittich erlebt oder eine Idee, welche Ursache dahinterstecken könnte bzw. welche Untersuchungen man noch ansprechen könnte?

    Wir möchten natürlich alles Sinnvolle versuchen, gleichzeitig aber auch nicht, dass sie unnötig leidet.
    Über Erfahrungen oder Hinweise würden wir uns sehr freuen.

    Vielen Dank!
    ​

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    #2
    Hallo Fabian,

    Welche Untersuchungen wurden denn konkret gemacht und welche Medikamente bekommt sie nun? Wurde ein Kropfabstrich gemacht und im Labor angezüchtet/untersucht?

    Unser Tchio hatte kürzlich auch eine Kropfentzündung (mit Würgen, aber ohne Gewichtsverlust). Unser Tierarzt hat zuerst eine Kropfspülung gemacht, um Proben zu gewinnen. Einen Teil der Probe hat er sich direkt unter dem Mikroskop angeschaut, um zu sehen, ob es zum Beispiel einen Befall durch Parasiten gibt (vor allem Trichomonaden). Den Rest der Proben hat er ins Labor geschickt, wo auf Bakterien und Pilze untersucht wurde. Es wird dann exakt festgestellt, welche Pilze oder Bakterien es sind und auch, welches Medikament wirksam ist. Leider können auch Wellensittiche an resistenten Bakterien erkranken, deshalb muss es nicht heißen, dass es keine Bakterien sind, wenn ein zufällig ausgewähltes Antibiotikum nicht wirkt. Bei unserem Tchio waren es letztlich Bakterien, er hat ein passendes Antibiotikum bekommen und nun geht es ihm wieder gut.

    Alleine von deinen Schilderungen her würde ich bei eurer Henne an die sogenannten Megabakterien denken. Der Name ist aber irreführend, es handelt sich um Pilze, Antibiotika wirken hier also nicht. Bei Megas ist der starke Gewichtsverlust das Leitsymptom, auch Würgen ist ganz typisch. Dagegen müssen bestimmte Anti-Pilz-Medikamente gegeben werden, meist ist es Ampho Moronal. Bekommt sie das zufällig schon?

    Das wären meine Gedanken/Ideen zu dem, was du schreibst. Ich hoffe, es hilft dir etwas weiter.

    Liebe Grüße


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      #3
      Ich bin gedanklich ebenfalls bei "Megas"

      Darauf hätte man mit einer Kotprobe direkt untersuchen können. Eine vogelkundige Tierarztpraxis müsste das sogar direkt vor Ort machen können.
      Und einen Vogel "nicht stressen" wollen... sorry, klingt für mich nicht zielführend. Aus deiner Schilderung entnehme ich nicht, dass wirklich gründlich untersucht wurde. kann mich natürlich irren.


      Bitte lasse Kotprobe und einen Kropfabstrich untersuchen.
      Es gibt auch Bakterien, bei denen ein Standard- Antibiotikum vielleicht nicht ausreicht aber dafür muss man halt wirklich gucken und ggf. auch keine Kultur anlegen lassen.

      Sollte eines der mitgegebenen Medikamente Orange sein, hättest du zumindest für Megas schonmal das Richtige. Es dauert ein paar Tage bis es wirklich anschlagen kann und auch eine Besserung stellt sich nicht von heute auf morgen ein, das dauert einfach.

      Tee ist auch gut für die Unterstützung. Du kannst in der Apotheke auch welchen kaufen. ich gebe regelmäßig Thymiantee. Dieser wirkt antimykotisch, also bei einem eventuellen Pilzbefall zur Unterstützung eine tolle Sache. Aber auch sonst natürlich sehr gesund und kann nicht schaden.

      Gib die Hoffnung nicht auf, alles Gute für deinen Schatz.

      Kleiner Nachtrag: mein Harry ist vor 2 Jahren leider an Megas verstorben. Er hat zB. nie gewürgt aber er wurde langsam aber stetig immer dünner. Im Kot fielen mir irgendwann auch unverdaute Körnchen auf - sind alles Symptome, müssen aber nicht sein. Er hat nach seiner Behandlung noch eine tolle Zeit gehabt aber leider wurde es irgendwann einfach zu schlimm. Er hatte auch ein unbekanntes Alter. Mindestens 8 war er.

      Zuletzt geändert von Roya; 01.10.2026, 08:22.

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        #4
        Megas, oder womöglich Trichomonaden?

        Cheesecake hatte ganz zu Anfang ebenfalls an Megas erinnernde Symptome, die aber dank Kropf- und Kloakenabstrich als Trichos identifiziert werden konnten. Er bekam mitsamt seinen Kumpels eine Woche lang eine Kur; seither ist der Schwarm in dieser Hinsicht keimfrei.

        Sind denn keine Abstriche gemacht oder Kulturen angelegt, sondern einfach nur auf gut Glück Medikamente verabreicht worden? Das sieht mir nicht sonderlich vogelkundig aus...

        Auf jeden Fall würde ich rigoros auf alle Leckerlis wie Knusperstangen etc. verzichten und auch keine Präparate verabreichen, die Zucker in der einen oder anderen Form enthalten, denn Zucker ist ein Treibstoff für Megas.

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          #5
          Hallo Fabian, vielleicht magst du mal hier in die TA-Liste gucken, ob der Arzt aufgeführt ist und als vogelkundig deklariert ist.
          Unsere Tierarztliste mit Adressen von unseren Usern empfohlenen vogelkundigen Tierärzten aus dem deutschsprachigem Raum.

          Evtl. findest du ja auch eine Alternative in deiner Nähe.

          Viele Grüße aus OWL von Siggi, Paulinchen, Albert, Rosemarie und Steffi
          Hilde und Hedwig werden immer in meinem Herzen sein.

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            #6


            Hallo an alle,

            vielen Dank für eure schnellen und hilfreichen Rückmeldungen!

            Die erste Tierärztin, bei der ich normalerweise immer bin, vermutete zunächst eine Kropfentzündung. Sie hat auch eine Probe aus dem Kropf genommen und direkt untersucht. Dabei meinte sie, dass sie keine Bakterien erkennen könne. Daraufhin hat sie uns – wie einige von euch bereits vermutet hatten – das orangene Mittel mitgegeben. Leider hat die Behandlung überhaupt nicht angeschlagen.

            Der zweite Tierarzt hat anschließend Proben ins Labor geschickt. Soweit ich es verstanden habe, wurde dort allerdings nur auf „Megas“ getestet. Dieser Test war negativ.

            Trotzdem hat uns der Tierarzt nun erneut das orangene Mittel sowie zusätzlich eine weiße Flüssigkeit mitgegeben. Beides gebe ich Coco derzeit jeweils einmal morgens und einmal abends.

            Ich habe inzwischen noch einmal mit dem Tierarzt telefoniert. Ich werde ihm einige Bilder von Cocos Kot schicken, damit er sich das noch einmal anschauen und die Situation erneut beurteilen kann.

            Vielen lieben Dank euch allen für die Rückmeldungen und eure Hilfe – auch von Coco!
            ​
            Ich halte euch auf dem laufenden.

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              #7
              Zitat von Steffi72 Beitrag anzeigen
              Hallo Fabian, vielleicht magst du mal hier in die TA-Liste gucken, ob der Arzt aufgeführt ist und als vogelkundig deklariert ist.
              Unsere Tierarztliste mit Adressen von unseren Usern empfohlenen vogelkundigen Tierärzten aus dem deutschsprachigem Raum.

              Evtl. findest du ja auch eine Alternative in deiner Nähe.

              Er ist leider nicht in der Liste zu finden, aber ist auf Wellensittiche bzw. Vögel spezialisiert. Er hat auch eigenes Futter welches gesünder sein sollte als das normale aus dem Supermarkt. Das habe ich jedenfalls gekauft.

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                #8
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                Zitat von Fabin46 Beitrag anzeigen


                Er ist leider nicht in der Liste zu finden, aber ist auf Wellensittiche bzw. Vögel spezialisiert. Er hat auch eigenes Futter welches gesünder sein sollte als das normale aus dem Supermarkt. Das habe ich jedenfalls gekauft.
                Das sieht für mich eher so aus wie "ich schaffe das Problem und verkaufe Euch die Lösung für dieses und alle weiteren Probleme" - einfach Ampho (das orangefarbene Zeug) zu verabreichen, halte ich für fragwürdig und nicht zielführend, zumal es bei unvorsichtiger Handhabung mehr Schaden als Nutzen anrichten kann. "Kropfentzündung" war in meinen Anfangstagen (die späten 1970er und frühen 1980er) immer die Diagnose von Tierärzten, die eigentlich keinen Plan hatten, wo sie loslegen sollten und was die Ursache sein könnte - Antibiotika werden es schon richten.

                Megas ist wegen des schubweisen Verlaufs nicht immer und einfach nachzuweisen, und wenn man nur nach Keimen sucht, entgehen einem oftmals die offensichtlichen Parasiten (und umgekehrt). Du kannst auch selbst Kotproben sammeln (am besten über das Wochenende) und direkt an ein Labor in Süddeutschland schicken, damit sie auf Parasiten und Keime untersucht werden können. Kostet nicht eben wenig, ist aber eindeutiger als das, was manche Tierärzte so erzählen - notfalls kannst Du dem TA auch gleich den Laborbefund vorlegen, der ist eindeutig und erspart ebenso ziel- wie nutzloses Herumsuchen.

                Ich rate dringend - ich wiederhole: dringend! - zum Einholen einer zweiten Meinung von einem seines Handwerks kundigen Tierarztes (also: Vögel und nicht nur Kühe, Pferde, Hunde, Katzen, Häschen und Meerschweinchen).

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