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Schwere Leberstörung bei zwei Wellis

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    Schwere Leberstörung bei zwei Wellis

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    Vor zwei Wochen habe ich zuerst einen, vier Tage später dann noch den zweiten meiner jungen Wellihennen mit den Symptomen Leberkot (gelber Harnanteil) und Abmagerung zu meiner vogelkundigen Tierärztin gebracht. Beide sind 3-4 Monate alt. Kropf- und Kloakenabstriche brachten Hefepilze zutage, daher Behandlung mit Nystatin. Aufgrund des Alters der Beiden, der Abmagerung und der Schwere der Leberstörung v.a. bei Reserl bestand zudem Verdacht auf eine bakterielle oder Chlamydien-Infektion, sie bekam daher Doxycyclin (der Psittakosetest stellte sich dann allerdings als negativ heraus).
    Auf Nystatin und Legalon intraschnabulös haben beide gut reagiert, so dass ich sie heimholen konnte. Daheim dann Wärmetherapie, weiterhin Nystatin, Silymarin und die übliche Lebermedikation. Bei beiden stellte sich jedoch keine anhaltende Besserung des Kotes ein, und auch Sopherl beginnt abzumagern. Deshalb habe ich sie heute wieder zur TÄ gebracht. Ansonsten kein Würgen, keine Körner im Kot, beide sind nach wie vor munter und aktiv und fressen gut.
    Bleibt jetzt die Frage nach der Ursache. Irgendetwas zerschießt den Kleinen die Leber, sie ist bei beiden vergrößert. Parasiten und Infekt sind nun ausgeschlossen, nach 14 Tagen können auch die Hefepilze im Darm nicht mehr verantwortlich gemacht werden. Für Ernährungsfehler sind sie zu jung. Ich weiß, dass manche Wellis schon mit Leberfunktionsstörung aus dem Ei schlüpfen, aber gleich beide? Das Thema Vergiftung geht mir schon seit Tagen im Kopf rum, ich tappe allerdings im Dunkeln. Meinen beiden "Alt-Wellis" geht es sehr gut, sie zeigen überhaupt keine Krankheitssymptome. Alle bekommen das selbe Futter, das selbe Wasser, das selbe Spielzeug. Pflanzen können sie nicht anknabbern. Das Käfiggitter ist zinkfrei. Als ersten Schritt hab ich alles bunt gefärbte Spielzeug entsorgt und metallene Aufhänger durch Schnüre oder Kabelbinder ersetzt. Ansonsten weiß ich erstmal nicht weiter

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    #2
    Hallo Sabine,

    vor 4 Jahren hat unsere Lili damals auch von heute auf morgen Leberprobleme gehabt, Durchfall mit knallgelbem Urinanteil. Bin dann sofort zum Tierarzt, der tippte damals auf Entzündung, sie hat dann ein AB gespritzt bekommen, was auch Leberschonend war.

    Innerhalb von 24 Stunden sollte es ihr besser gehen, war aber nicht. Am nächsten Tag immer noch Durchfall und sie hatte nix mehr oder sehr wenig gefressen, hatte innerhalb eines Tages 3 bis 4 Gramm abgenomme (innerhalb einer Woche waren es 10 gramm!). Bin dann sofort wieder zum Tierarzt und sie wurde damals stationär aufgenommen, da auch Beifüttern angesagt war, was ich selber nicht konnte.

    Lili hat es geschafft - nach einer Woche konnte ich sie holen. Sie hatte viele Medikamente bekommen. Wir dachten damals alle, sie hätte halt auch ein organisches Problem. Im Nachhinein bin ich mir sicher (Lili ist jetzt 5 Jahre alt und hatte nie mehr was mit der Leber), dass es eine Vergiftung war. Ich hatte in dier Zeit Naturholzleitern von einer bestimmten Tierbedarfsfirma im Käfig. Lili ist sehr sehr nagewütig und hat wohl den Kleber, der zwischen den Streben war, rausgefisselt. Bin mir wirklich sicher, dass es daran lag. Die Leiter ist sofort rausgeflogen. Seitdem biete ich sowas garnicht mehr an.

    Hoffe Deine Kleinen kommen wieder auf die Beine!

    Viele Grüße
    Mutzie

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      #3
      Hallo Mutzie,

      danke, das hilft mir sehr weiter. Noch weiß ich nichts Neues, wie es den Kleinen geht, aber ich hoffe das Beste (morgen werde ich mehr wissen). Die beiden sind mir Anfang August als schnell langweilig gewordene Kinderzimmerwellis vermittelt worden, und als sie zu mir kamen, hatten sie einen Bilderbuchkot und waren laut Eingangscheck gesund. Erst vor zei Wochen fing es an. Da sie keinen Infekt haben und ich nicht glaube, dass beide das selbe organische Problem haben, muss ich auch leider davon ausgehen, dass sie sich bei mir an irgendetwas vergiftet haben Meine TÄ teilt diese Befürchtung auch. So wie deine Lili nagen sie gerne und sind herrlich verspielt, weshalb ich schon nachvollziehen kann, weshalb es die anderen nicht trifft. Es trifft auch zu, dass ich vor einigen Wochen diverses neues Spielzeug gekauft habe, wohin auch mein Verdacht geht - das habe ich mittlerweile alles entsorgt.
      Falls das der Grund war und ich die Toxine damit beseitigt habe, habe ich jetzt aber Hoffnung, dass die beiden wie deine Lili wieder richtig auf die Beine kommen.

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        #4
        es wird bestimmt wieder alles gut.

        Ich drück dir und deinen beiden kleinen die daumen
        halt uns auf dem laufenden.

        (aber Toxine in tierspielzeug? das müsste man eigentlich untersuchen lassen, das diese spielzeuge ggf. direkt vom Markt genommen werden. sonst vergiften sich nachher noch mehr wellis. bei Kinderspielzeug wird getestet ohne ende...bei tierspielzeug ja schein bar wenig bis garnicht...iwie macht mich das wütend )

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          #5
          Zitat von Rehlein
          (aber Toxine in tierspielzeug? das müsste man eigentlich untersuchen lassen, das diese spielzeuge ggf. direkt vom Markt genommen werden. sonst vergiften sich nachher noch mehr wellis. bei Kinderspielzeug wird getestet ohne ende...bei tierspielzeug ja schein bar wenig bis garnicht...iwie macht mich das wütend )
          Ja leider ist das so. Z.B. die ganzen Holzsitzstangen haben ja auch Zinkmuttern etc. Denkt man garnicht, aber ist so. Auch so Spielzeug mit Fäden dran ist auch nicht gut (wg. Hängenbleiben, Aufnahme der Fäden in den Verdauungstrakt), wird ja trotzdem als Vogelspielzeug deklariert. Man müsste meinen, die Hersteller passen da auf, denke aber denen geht es nur ums Geld. Ich persönlich biete kaum noch gekauftes Spielzeug an (nur noch einen Plastikgitterball oder Holzspielzeug aus dem Internet von den Speziellen Futterhändlern). Ansonsten gibt es bei uns viel frsiche Äste aus dem Wald zum schreddern oder immer wieder gerne Kork.

          LG
          Mutzie

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            #6
            Zitat von Bavaria
            Falls das der Grund war und ich die Toxine damit beseitigt habe, habe ich jetzt aber Hoffnung, dass die beiden wie deine Lili wieder richtig auf die Beine kommen.
            Ich glaube der Tierarzt hat damals meiner Lili auch etwas gegen Trichmonaden gegeben, da das die Leber entgiftet, bin mir aber nicht mehr sich er, ist ja schon so lange her. Kannst Deine Tierärztin ja mal ansprechen. Ich glaube Amynin hat es auch gegeben.

            LG
            Mutzie

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              #7
              Danke fürs Daumendrücken. Vorhin hab ich mit der TÄ telefoniert, den Piepsern geht es besser, der Kot schaut schon ein ganzes Stück normaler aus Sie fährt aber auch das ganze Leberprogramm, u.a. hochdosiertes Legalon direkt in den Kropf. Wir haben nun vereinbart, dass ich sie am Donnerstag heimholen kann Falls wir es wirklich mit einer Vergiftung zu tun haben, kann ich nur hoffen, bei meiner "Spielzeug-Säuberungsaktion" alle Toxine beseitigt zu haben.

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                #8
                Ich drücke Dir feste die Daumen, hört sich ja schon gut an, dass die beiden morgen heim dürfen.

                Ja prüf nochmal alles. Wichtig auch Holzleitern wg. Kleber, Zinkverschlüsse, -stangen, -ringe.

                Am besten besorgst Du Kork, das mögen sie ja gerne und daraus kannst Du ja auch viel basteln.

                Bitt pass auch auf, dass sie keine Fäden aufnehmen können oder darin hängen bleiben, wenn Du jetzt alternit Garn nimmst. Ich habe mir jetzt nochmal diese Fruchtspieße besorgt, die sind verchromt, daran kann man ja auch Spielzeug befestigen.

                Viele Grüße
                Mutzie

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                  #9
                  Danke für die vielen Tipps!
                  Genau so eine Naturholzleiter mit Kleber hatte ich auch. Von einer deutschen Firma, aber Made in China. Ab in den Müll. Zum Aufhängen hab ich jetzt erstmal Paketschnur und Kabelbinder verwendet.
                  Ich freu mich auf morgen

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                    #10
                    So, gestern konnte ich die Piepser abholen. Beide quietschfidel und mit Bilderbuchkot, keinerlei Auffälligkeiten.
                    Und heute früh? Sopherl hat Leberkot Ich bin frustriert, sehe jetzt aber erstmal weiter. Ich will nicht dauernd hysterisch den Ausscheidungen meiner Wellis hinterherrennen. Fürs erste bin ich ratlos.

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                      #11
                      Hast du sie direkt zu den anderen gesetzt oder sind sie noch im Krankenkäfig geblieben?

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                        #12
                        Da eine Infektion, Parasiten etc. ausgeschlossen sind und sie keinerlei Auffälligkeiten mehr gezeigt haben, durften sie gestern gleich zu den anderen. Ich hab überlegt, was gestern in den zwei Stunden zwischen Ankunft und Schlafenszeit "passiert" sein kann, was diese nächtliche Kotveränderung verursacht haben kann: In erster Linie sind sie begeistert etliche Runden geflogen und haben gefressen. Deshalb hab ich heute früh mal anderes Futter gegeben.

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                          #13
                          Ja das wäre ein Anfang. Denn die Ursache scheint ja immernoch in der alten Umgebung zu sein. Vielleicht doch die Gitter der Voliere? Was für ein Trinkwasser gibst du?
                          Kannst du mal Fotos einstellen, von den Bereichen, wo sich die Piepmätze aufhalten?
                          Vielleicht checken wir zusammen einfach mal alles ab.

                          Einstreu, Futter, Wasser, Sitzstangen, das übrige Spielzeug.
                          Benutzt du Desinfektionsmittel?
                          Wo landen die Piepser beim Freiflug?
                          Worauf schlafen sie?
                          Normalisiert sich der Kot, wenn sie einpaar Tage im Krankenkäfig sitzen?
                          Benutzt du Raumspray?
                          Was für Gemüse verfütterst du? Ist das Bio? Falls nicht, kann man auch da versuchen, anzusetzen...
                          Haben sie Kontakt zu anderen Tieren oder dir selbst? Wenn ja, wie sieht das aus? Zippeln sie an Schmuck usw.?

                          Hab jetzt die Behandlung nich aufm Schirm. Hattet ihr n Blutbild gemacht oder wie wurde auf Toxine getestet?

                          So auf Anhieb fällt mir erstmal nix weiter ein. Aber Fotos könnten ja vllt helfen.

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                            #14
                            Mann das ist ja b...!

                            Kann Deinen Frust gut verstehen. Aber ist es denn möglich innerhalb 2 Stunden wieder die Leber zu vergiften?
                            Wie sieht denn der Kot aus, stelle doch mal ein Foto ein. Hatten sie gestern Frischkost?

                            Würde den Tierarzt direkt heute morgen kontaktieren und nachfragen, was Du machen sollst.

                            Zur Zeit hat aber nur einer der beiden Leberkot richtig? Am Futter kann es doch nicht liegen, sonst hätten es doch alle.

                            Viele Grüße
                            Mutzie

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                              #15
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                              Danke euch. Bilder muss ich erst machen, bin in der Arbeit. Gehen wirs mal der Reihe nach durch:
                              - Blutuntersuchung hat keine erhöhten Schwermetallwerte ergeben
                              - Heute Nacht hatte nur Sopherl den Leberkot, Reserl, bei der die ganze Geschichte zuerst auftrat, hatte ganz normalen.
                              - Im Krankenkäfig hatten beide den Leberkot
                              - Voliere: unbehandeltes Fichtenholz; Gitter pulverbeschichtet, zinkfrei
                              - Einstreu: Küchenrolle + wenig Vogelsand, Grit im Extranapf
                              - Sitzstangen und Schaukeln: Naturholz, unbehandelt
                              - Baumwollsitzstangen
                              - Wasser: normales Leitungswasser
                              - Frischkost: Bei mir gestern nicht mehr; sonst Gemüse aus dem Supermarkt, kein Bio.
                              - keine Desinfektionsmittel; kein Raumspray
                              - Freiflug: Großer Spielplatz mit Naturholz und Baumwollseilen. Ab und zu hocken sie auf der Vorhangstange
                              - keine anderen Tiere, kein Kontakt zu mir (sehr scheu)


                              Hinter dem Käfig habe ich ein laminiertes Poster hängen. Wisst ihr, ob es da Ausdünstungen geben kann?
                              Oder doch eine Grunderkrankung, die durch die Transport-und-Heimkehraufregung wieder schlimmer geworden ist? Aber alle, alle Abstriche waren negativ.

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