Ich hab nun ausführlich all deine Zeilen gelesen. Du hast recht wenn du schreibst, dass Ärzte (vkTa) ein langes Studium hinter sich haben und sich intensiv mit Themen auseinander setzen müssen. Egal ob in der Human- oder aber Tiermedizin, es bleiben dabei immer Menschen. Keine Halbgötter in weiß, wie sie heute immer noch gern gesehen werden. Ich sage nicht, dass deine vkTa nicht kompetent sind, denn das kann ich nicht beurteilen. Ich habe nicht studiert, aber ich bin medizinisch intensiv bewandert und ich habe viele Jahre Erfahrung mit Wellis und schon alles mögliche und unmögliche erlebt. Bei Wellis wie auch bei Ärzten. Deshalb würde ich mich freuen, wenn du die folgenden Zeilen aufmerksam lesen könntest um ggf. zu überlegen, was du damit anfängst.
Wie schon Susan schrieb und es bei einigen anklang, ist es extrem unüblich, dass so gar nichts heraus kommt bei der Masse an detaillierten Untersuchungen. All solche Untersuchungen sind natürlich intensiv, aber wie wir wissen, sind manche auch schnell verfälschbar. Das kann zum einen durch kurzfristige Schwankungen der Besiedlung vorkommen, als auch durch andere Faktoren bedingt beeinflusst sein. Was ich damit sagen will ist, dass ich z.B. schon einen Vogel hatte, bei dem trotz anhaltender Krankheitszeichen, keine Diagnose gestellt werden konnte, bis wir weitere Kulturen anlegten, die beim ersten Versuch ein falsch "gutes" Ergebnis anzeigten. Ich bin weder ein Freund von unnötig, übertrieben schnellen Besuchen beim vkTa noch von sinnfreien Doppeluntersuchungen. Aber ich muss dir sagen, dass ich bei einem offensichtlich kranken Vogel niemals einfach so zuschauen würde, wie er vor sich hinleidet. Es ist wie immer wieder von dir beschrieben ein offensichtlicher Fakt, der nicht abzustreiten ist, dass dein Vogel alles andere als einen gesunden Eindruck macht. Kurzfristige Erholungsphasen können über Krankheit hinweg täuschen. Brechen Symptome wie Atemnot, verstopfte Nase etc jedoch immer wieder hervor, dann MUSS etwas dahinter stecken, dass es abzuklären gilt und zwar nicht in 14 Tagen. 14 Tage sind für einen solchen Zustand zu lange. Und wenn du mal 14 Tage versuchst ausschließlich durch einen Strohalm zu atmen, egal was du tust, dann wirst du merken wie schnell die Puste ausgeht, wie eingeschränkt leistungsfähig du wirst und wie anstrengend selbst die kleinsten Dinge sind, die zu erledigen wären. Schwanzwippen ist ein massives Krankheitssymtom und geht mit starker Atemnot einher. Dies zu ignorieren und zudem noch mit belastendem Antiparasiten Spray den geschwächten Vogel zu belasten, ist schwierig und meines Erachtens schon grenzwertig. Das Aerosol des Sprayes wird nicht nur von dir, sondern auch von dem Vogel aufgenommen. Auch wenn es angeblich unbedenklich ist, so gilt das höchstens für die Äußere Anwendung auf den Federn, nicht aber in den Atemorganen deines Vogels. Und das ist das, was viele vergessen. Solche Mittel sind keinesfalls noch zeitgemäß und sprechen nicht für die modernen und weniger belastenden Behandlungsstandards, die bereits in Deutschland gelten sollten. Medizin muss immer den Weg gehen dessen Motto beinhaltet, bei möglichts viel Nutzen einer Therapie, möglich wenigst Kosten (Nebenwirkungen) zu haben.
Ich verstehe, dass du deiner Ärztin vertraust. Ich sage wie gesagt nicht, dass sie nicht kompetent wäre, aber ich erinnere noch einmal daran, dass Menschen fehlbar sind. Alle. Auch gute Fachspezialisten geraten an Grenzen und sehen manchmal aus ihrem Blickwinkel heraus bedeutende Dinge nicht. Ein Weg wäre es, eine zweite Meinung einzuholen. Du kannst dazu die bisherigen Ergebnisse mitnehmen, Unterlagen zu abgelaufenen Untersuchungen und Ergebnissen wirst du ja haben und so kann ein weiterer Spezialist unverbindlich und zeitnah (das heißt am besten noch vor dem Wochenende) alles ansehen, den Vogel begutachten und entscheiden, ob ggf. eine Untersuchung nochmals sinnvoll wäre.
Atemnot bei einem Welli ist NIEMALS physiologisch (normal - gesund) !
Es ist, egal wie man es dreht und wendet ein Krankheitssymptom. Und eine verstopfte Nase hat immer eine Ursache. Von Schleimhautschwellung, für die es Medikamente gibt, bis hin zu Fremdkörpern, Hyperkeratosen, Infektionen etc. kann vieles ursächlich dafür sein. Und zuerst sollte diese Atemnot nun effektiv behandelt werden, damit es dem kleinen Schatz besser geht.
Ich schreibe dies alles weder weil ich Langeweile habe, noch weil ich dich eines besseren belehren möchte, sondern weil ich ernsthaft schon die schlimmsten Dinge miterlebt habe, durch User hier oder selbst, und die im Ernstfall dazu geführt haben, dass ein Vogel verstorben ist. So weit soll es bei deinem Vogel nicht kommen, nicht wenn ihm zu helfen wäre mit einem einfachen abrücken von der gewohnten Route. Ein echter Spezialist (deine vkTA) wird dir sicher auch nicht böse sein, wenn du einen weiteren Spezialisten besuchst. Denn auch solche Menschen leben beruflich davon, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Im Humanbereich findest du ja auch in Kliniken mehrere Ärzte einer Fachrichtung auf einem Haufen. Sie beraten in Boards über die optimale Therapie für die entsprechenden Einzelfälle bei Erkrankungen und suchen den richtigen Weg gemeinsam.
Ich glaube die Botschaft ist nun klar. Ich wünsche dir genug Weisheit um eine klare Entscheidung für deinen Vogel zu treffen.
Alles Gute, Ive




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