ich bin neu hier und es tut mir leid, dass ich mich direkt mit solch einem Thema hier vorstellen muss. Aber leider bin ich bzw. sind wir als Familie uns überhaupt nicht sicher, wie hier die richtige Vorgehensweise wäre.
Vorgeschichte: Wir halten seit zwanzig Jahren Wellensittiche und sind daher leider auch mit den üblichen Krankheiten und Todesursachen einigermaßen vertraut. Unser letzter Schwarm bestand zum Schluss aus fünf Wellis (ein neuer Fundwelli, vorher waren es vier, daher die ungerade Zahl). Unsere Stammtierärztin hat aus gesundheitlichen Gründen ihre Sprechstunden stark eingeschränkt, so dass wir auf der Suche nach einem neuen vkTA waren, den wir vor ein paar Monaten auch gefunden hatten.
So weit, so gut. Jetzt kommt der Teil, der mir Sorgen macht. Ich hoffe, es wird nicht zu konfus und lang.
Der Grund dafür, die neue TÄ zum ersten Mal aufzusuchen, war, dass eine unserer Fundhennen (Nummer 1, um sie auseinanderhalten zu können) ständig Eier legte und auch schon einmal notfallmäßig wegen Legenot behandelt werden musste. Wir bekamen also Tipps dafür, die Hormone unter Kontrolle zu bringen und sollten dies erst einmal ein paar Wochen ausprobieren. Leider ist der Vogel kurz darauf an den Folgen eines Unfalls (die einzige Todesursache, die wir wirklich eindeutig einschätzen konnten) verstorben.
Im September hob dann ein anderer Vogel (Nummer 2), zu der Zeit ca. sechs Jahre alt, eines ihrer Beinchen so etwa halb hoch, also nicht zurückgezogen ins Gefieder, als wenn sie "chillt". Außerdem benutzte sie das Beinchen auch nur sehr eingeschränkt. Ein hervorragender Anlass, zum Tierarzt zu fahren. Dort wurde eine leichte Lähmung (erst einmal) unbekannter Ursache (möglicherweise Verletzung, auch wenn das Vogelzimmer eigentlich sicher ist und wir bisher nie solche Probleme hatten) diagnostiziert und wir bekamen Schmerzmittel (Metacam) für eine Woche, 1x ****/Tag. In dem Alter könnte es auch ein Tumor sein, daher wurden wir gebeten, wiederzukommen, falls sich der Zustand nach einer Woche nicht gebessert hätte. (Ich greife mal vor: der Vogel ist das einzig überlebende Schwarmmitglied und es geht ihm aktuell gut, so weit wir das einschätzen können.)
Wieder ein paar Wochen später: Ein weiterer Vogel (Nummer 3) zieht sein Beinchen hoch und benutzt es nicht. Abgesehen davon: ein weiterer Fundwelli (Nummer 5), der vom Allgemeinzustand seit wir ihn hatten, immer etwas "ramponiert" wirkte, fängt an zu würgen. Ab zum TA. Und jetzt fängt der Teil an, wo ich mich frage, wie ich weitermachen soll. Kropf- und Kloakenabstrich unauffällig, aber praktischerweise hat der Vogel auch im Beisein der Ärztin gewürgt, also war klar, dass etwas im Argen ist. Enrofloxacin und Nystatin für zehn Tage, zweimal täglich. Parallel dazu bekommt Nummer 3 mit der Lähmung Metacam. Laut TA sollen alle Vögel das Antibiotikum und Nystatin bekommen, was bedeutet, für zehn Tage jeden Morgen und jeden Abend jeden Vogel zu fangen und die Medikamente zu verabreichen. Stress pur für alle Beteiligten.
Im Laufe der Medikamentengabe fällt mir auf, dass ein Vogel (Nummer 4) Probleme beim Kot absetzen hat. Da das arme Tier ohnehin regelmäßig gefangen wird, vorsichtig in der Kloakenregion getastet und (ich bin allerdings medizinischer Laie, nur Halter) eine weiche Schwellung gefühlt. Ab zum TA. Könnte was sein, könnte nichts sein. Vom Alter her Tumor möglich. Wir geben weiter die Medikamente. Am nächsten Tag setzt der Vogel massiv blutigen Kot ab, TA findet Entzündungszellen im Abstrich, verordnet Metronidazol. Vogel verstirbt am nächsten Morgen. Ein weiterer Todesfall innerhalb weniger Wochen.
Vogel Nummer 3 mit dem Beinchen wird währenddessen (wir sind immer noch im Zeitraum der zehn Tage Medikamentengabe) immer apathischer, nutzt das Bein immer weniger, kann nur noch unter Schwierigkeiten klettern und magert ab. Er stirbt zwei Tage vor Heiligabend.
Es verbleiben Nummer 2 und Nummer 5. Nummer 5 ist unbestimmten Alters und, wie gesagt, schon immer in einem recht schlechten Zustand trotz mehrerer TA-Besuche. Er sollte halt bei uns hier sein Gnadenbrot bekommen. In den Tagen nach Weihnachten wird auch Nummer 5 immer apathischer, frisst kaum noch, schläft viel. TA ist über die Feiertage nicht erreichbar. Sofort, als die Praxis wieder aufmachte, sind wir hin, aber es war leider nichts mehr zu machen. Allein die Untersuchung (inkl. erneutem, unauffälligen Abstrich) war zu viel und der Vogel ist noch auf dem Nachhauseweg verstorben.
Nun ist Nummer 2, eine etwa 6-7 Jahre alte Henne allein hier und langweilt sich natürlich fürchterlich. Wir würden ihr gerne einen älteren Partner holen, haben aber natürlich wegen der Häufung der Todesfälle (alle innerhalb von 6-8 Wochen) Bedenken. Ich versuche mal, diese aufzudröseln:
1. Nummer 1 war definitiv ein Unfall, fällt also hier raus.
2. Nummer 4 hat uns absolut geschockt, vor der Medikamentenbehandlung hatten wir keinerlei Anlass anzunehmen, dass sie kränkelt.
3. Nummer 3 war ebenso ungewöhnlich, auch dessen Apathie hat sich erst im Laufe der Behandlung entwickelt.
4. Bei Nummer 5 haben wir schon länger vermutet, dass der Vogel einfach ein recht hohes Alter hat und deswegen nicht mehr allzu lange leben würde. Hier würde ich aber aufgrund der Symptomatik evtl. GLS vermuten, auch wenn es nicht offiziell diagnostiziert wurde.
Bei Nummer 3 und Nummer 4 würde ich, und auch die TÄ, aufgrund der Symptomatik an einen Tumor denken, der den Darm verlegt hat bzw. irgendwo auf einen Nerv oder ein Blutgefäß gedrückt hat. Nummer 5 zeigte erst einmal keine äußerlichen Anzeichen für einen Tumor.
Was mich und meine Frau ehrlich aber etwas ratlos zurücklässt, ist, dass gefühlt nach jedem Besuch in der neuen Praxis ein Vogel verstorben ist. Das mag Zufall sein, aber Gefühle sind eben nicht rational. Und leider sind vkTÄ bei uns in der Nähe rar.
Wir haben jetzt keine Lust, einen Partnervogel zu holen, der u. U. dann auch in drei Wochen die Regenbogenbrücke überquert.
Wie gehen wir nun sinnvoll weiter vor? Es bricht mir das Herz, Nummer 2 so allein zu sehen und wir haben schon einen älteren Partnervogel im Auge, aber möchten den natürlich keinem Risiko aussetzen.
Die TÄ meinte, auf Verdacht hin Nummer 2 noch einmal zumindest für eine Woche Enrofloxacin und Nystatin zu geben.
Nummer 2 wirkt aber fit, ist gut genährt und das würde erneut Stress bedeuten.
Dass der neue Vogel vorab tierärztlich untersucht würde, ist ohnehin klar.
Megabakterien lassen sich im Abstrich doch ohnehin nicht unbedingt nachweisen? Und die beiden Wirkstoffe wirken auch nicht gegen sie?
Da Nummer 2 ja jetzt allein ist, würde es etwas bringen, Kotproben zu sammeln?
Wir überlegen auch, ob wir nicht doch noch einmal die Praxis wechseln. Rein gefühlsmäßig ist uns bei der aktuellen TÄ komisch zumute.
Solch eine Situation hatten wir in den ganzen zwanzig Jahre nicht...




die Fanny & Co. mit Felo Susanne

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