Im April dieses Jahres habe ich in einem Zoofachgeschäft einen Nymphensittich gekauft, über Nacht bei einer Nachbarin gelassen und am nächsten Tag von einem vk Ta u.a. auf Psittakose testen lassen (3-fach-Tupfer Koake, Bindehaut u. Rachen). Wieder Zuhause kam der Vogel in unser Gästezimmer in Quarantäne.
Nach einer Woche dann der Anruf vom Amtsveterinär: es wurden Chlamydien gefunden - Psittakose!
Der Vogel wurde daraufhin in einer Tierklinik in Hamburg unter Quarantäne mit Baytril behandelt. Nach vier Wochen war der abschließende Test negativ und der Nymphie konnte entlassen werden. Die erheblichen Kosten habe ich über einen Anwalt dem Zooladen in Rechnung gestellt. Der Zooladen (eine kleine Zooladenkette) bestritt daraufhin, dass der Nymphensittich von ihnen stammt. Mein Anwalt hat daraufhin eine Klage eingereicht. Das Verfahren läuft seitdem. Bin gespannt, was dabei raus kommt.
Erstaunlich fand ich das Verhalten der drei beteiligten Amtsveterinäre. Der für mich zuständig Amtsveterinär ging aufgrund des Chalmydienbefundes ebenso von Psittakoseverdacht aus, wie der für die Tierklinik zuständige Amtsveterinär. Der für den Zooladen zuständige Amtsveterinär sah die Sachlage aber anders. Auf meine telefonische Anfrage teilte er mir mit, dass er keinen Psittakoseverdacht sieht, da es ja irgendwelche Chlamydien gewesen sein könnten. Das Labor hätte ja nur allgemein Chlamydien festgestellt und nicht, ob es überhaupt die Erreger der Psittakose waren (das stimmte nach Auskunft des Labors auch tatsächlich, eine genaue Erregerklassifikation findet gar nicht statt). Er ginge deshalb nicht von Psittakoseverdacht aus.
Ich finde das erstaunlich und habe aus der Geschichte die folgenden Schlüsse gezogen:
- Ob bei gefundenen Chlamydien Psittakoseverdacht herrscht oder nicht scheint im Ermessen des jeweiligen Amtsveterinärs zu liegen.
- Dem einzelnen Privathalter tritt der Amtsvetreinär mit breiter Brust gegenüber und verlangt ein Handeln nach der Psittakoseverordnung.
- Bei gewerblichen Zooläden oder Ketten geht man als Amtsveterinär wohl erheblich behutsamer vor. Vielleicht, weil man Ärger und Regressansprüche fürchtet?


Ich hoffe deine Kleine hält durch! Kann denn der TA ihr nicht prophylaktisch bzw symptomatisch Medikamente verschreiben?
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