Ich habe im Dezember drei junge Wellis von einem Züchter geholt, da von meiner Seniorenbande nur noch die 13 jährige Ivy und der 6 jährige Max "übrig" waren.
Zwei Wellis waren erst wenige Wochen alt, einer (Aurin) war bereits sechs Monate. Scheinbar wollte ihn niemand haben.
Ich hatte mich sofort verliebt in alle drei, aber besonders in Aurin.
Die Eingewöhnung klappte super, das Vogelzimmer wurde sehr gut angenommen und eigentlich war alles perfekt.
Bis mir vor - jetzt schon drei Wochen- auffiel, dass Aurin sehr viel trinkt. Außerdem entdeckte ich regelrechte Pfützen auf der Zeitung, mit der ich den Boden der Voliere ausgelegt hatte.
Ich wartete 2 Tage ab, weil sie bei mir auch immer Frischkost bekommen (Salatgurke, Apfel, Tomaten, Karotten usw) - aber die Situation wurde nicht besser.
Aurin selbst schien das nicht zu stören. Er war weiterhin genauso aktiv und fröhlich. Kein krankhaftes Plustern oder ähnliche Anzeichen.
Ganz im Gegenteil. Mit Emil, seinem jüngeren Kumpel, stellte er allerhand Blödsinn an.
Als die Pfützen größer wurden machte ich mir dann doch ernsthafte Sorgen. Denn normal war das nicht. Er trank alle 20-30 Minuten - und schied somit regelmäßig Wasser wieder aus.
Ich bin zwar kein TA, aber ich habe seit ca 30 Jahren Wellensittiche und dachte zunächst an ein Nierenproblem. Genauer gesagt, an einen Infekt.
Unsere nächste vk TA ist eine Stunde Autofahrt entfernt, die ich letzte Woche Montag auf mich nahm, um Aurin dort vorzustellen.
Sie schaute ihn sich an und meinte, er wäre noch zu jung für einen Nierenschaden, Sie vermutet Parasiten, die den "Durchfall" verursachen. Also nahm sie den Kot mit und untersuchte ihn.
Das dauerte eine ganze Weile. Sie sagte, sie hätte ein Wurm-Ei gefunden - und ich müsste jetzt den ganzen Schwarm auf Würmer behandeln.
Ich war ein wenig verwirrt, weil ich überhaupt nicht an Parasiten gedahct habe, weil sein grüner Kot ja total normal ist. Nur eben immer von einer großen Pfütze umgeben. Und wenn er wenig gefressen hat kam eben nur Wasser - teils richtig gespritzt.
Normalerweise recherchiere ich selbst im Netz, aber weil ich mich dann immer so verrückt mache, habe ich ihr soweit vertraut.
Sie gab mir also Panacur mit, welches ich 5 Tage lang ins Trinkwasser mischen sollte. Jede Spritze war fertig aufgezogen. Ich fragte sie noch, ob das nicht gefährlich wäre, weil Aurin ja so wahnsinnig viel trinkt - bezüglich einer Überdosierung von Panacur. Sie sagte, man könne das nicht überdosieren. Das beruhigte mich.
Aurin sollte zusätzlich noch jeden Abend **** Tropfen Eradia in den Schnabel bekommen.
Ein Antibiotikum hielt sie nicht für nötig.
Tja, nun habe ich also von Die-Sa dieses Zeug ins Wasser gekippt und Aurin jeden Abend mit großem Kampf dieses andere Zeug gegeben.
Außerdem das komplette Zimmer geputzt, alles heiß abgekocht usw. - weil sie ja Würmer hätten.
Ich habe allerdings bis heute keinen einzigen Wurm gesehen. Außer Aurin waren alle kerngesund. Und er hatte nur das "Durchfall"-Problem.
Die Würmer würden dieses verurachen.
Nun gut. Natürlich hat sich sein Zustand null gebessert. Ganz im Gegenteil. Also schmiss ich doch Google an und suchte alles zum Thema Würmer, Panacur und Eradia.
Und dann habe ich erstmal einen riesen Schock bekommen.
Aurin hat das quasi dauer-getrunken über die fünf Tage. Da ich auch keine Frischkost anbieten durfte haben alle anderen natürlich auch davon getrunken.
Mein Max ist seit gestern, also 2 Tage nach absetzen, total komisch drauf. ALLE Vögel reiben sich das Gesicht an den Ästen und putzen sich nervös. Aurins rechtes Auge wirkt entzündet.
Also rief ich Freitag (derselben Woche) morgens bei der TA an. Sie meinte, ich solle Geduld haben. Sein Immunsystem wäre geschwächt, weshalb sich da schon mal eine Entzündung bilden könnte. Zum unveränderten Wasser-ausscheiden sagte sie auch, dass die Würmer erst vollständig raus sein müssen... usw.
Das Medikament hätte als Nebenwirkungen Juckreiz. Ich solle mir keine Sorgen machen.
Am WE bin ich quasi vor Unruhe im Kreis gelaufen. Irgendwie hatte ich ein verdammt schlechtes Gefühl. Würmer waren immer noch nicht zu sehen. Und ich guckte eigentlich kaum noch etwas anderes an, außer Vogelkot.
Für mich hatte Aurin keinen Durchfall. Der grüne Anteil ist fest, aber meist "entrollt" wegen des vielen Wssers. Im Wasser selbst waren Spuren von weißen Klecksen (also dem eigentlichen Urin).
Ich fand Bilder zu Nierenkrankheiten im Netz und die Fotos kamen mir alle bekannt vor (außer schaumiger Kot). Nierenerkrankungen müssten schnell behandelt werden, um nicht chronisch zu werden.
Also rief ich gestern (Montag) erneut an und sagte der Sprechstundenhilfe, dass ich bisher keine Würmer gesehen habe und Aurin immer noch soviel trinkt und pinkelt.
Da die TA gerade im OP war konnte ich nicht direkt mit ihr sprechen. Mir wurde ausgerichtet, dass sie definitiv ein Ei entdeckt hatte und wir doch freitags besprochen hätten, dass ich nur nochmal kommen soll, wenn die Entzündung am Auge schlimmer wird.
Im Kropfabstrich hatte sie keine Auffälligkeiten gefunden. Im Kot keine Trichos, keine Megas.
Ich fragte dann NOCH einmal nach, ob er denn nicht einen Niereninfekt haben könnte, der behandelt werden müsste. Oder ob sie das schon ausgeschlossen hatte, weil nix im Kot oder Kropf zu sehen war (wie gesagt, ich habe keine Ahnung wo man was sieht).
Als Antwort kam zurück, dass sie dafür Blut nehmen müsste, was bei einem Welli schwer geht. Somit könne sie es nicht ausschließen.
Ich könne mir also, wenn ich denn unbedingt wollte, ein Antibiotikum abholen kommen.
So. Das ist der letzte Stand.
Meine Nerven sind echt am Ende. Denn...was mache ich jetzt? Aurin hat das jetzt seit 3!!! Wochen. Wie gesagt, er ist aktiv und gut gelaunt. Daher meinte sie auch, dass sie eher keinen Niereninfekt vermutet.
Ich hätte das Ab sofort geholt, wenn er nicht die ganzen Tage über Panacur und Eradia zu sich genommen hätte. Aber nun bin ich total unsicher. Wahrscheinlich hat das alles mehr geschadet, als geholfen. Und das, was er eigentlich bräuchte, wäre nun zuviel für den armen kleinen Körper. Oder was meint ihr?
Soll ich das AB abholen und es ihm nun auch noch geben? WENN es eine Infektion ist...wäre es dann nicht schon viel zu spät nach 3 Wochen Dauer der Symtome?
Denn wenn es tatsächlich keine Infektion ist und er nach dem ganzen Medi-Mist eh schon halb vergiftet wurde - und ich ihm auch noch das AB gebe...
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Es geht ihm ja soweit gut. Aber er verliert extrem viel Wasser. Das macht mir echt Angst. Jedes Mal, wenn ich es platschen höre, zucke ich innerlich zusammen.
Der Kleine ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Ich liebe ihn (und die anderen) abgöttisch *heul
In meiner Nähe gibt es übrigens keinen anderen Vk TA. Wobei ich ihr bisher immer vertraut habe und sie für eine gute Ärztin halte. Diesmal ist sie aber völlig überzeugt von Würmern, weil sie ein Ei im Kot gefunden hat.
Aurin hat es aber nichts gebracht. Stattdessen juckt er sich nun wie verrückt und hat ein entzündetes Auge (was aber schon viel besser geworden ist).
Ein riesen Text...sorry :-( aber ich wollte alles so genau, wie möglich berichten.
LG
Junae



und ich hoffe wir können dir hier weiterhelfen.




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