Cheesecake (ein gelber TCB-Hahn, etwas über ein Jahr alt) hat mit Megas-Schüben zu kämpfen, seit ich ihn habe. Er ist auch der gesundheitlich fragilste meiner Truppe, da er neben Megas ganz zu Anfang auch noch Trichomonaden mitbrachte und -- nach erfolgreicher Behandlung -- sich zu einem späteren Zeitpunkt einen Enterobacter eingefangen hatte, der wiederum mit Antibiotika (Orniflor) behandelt wurde. Danach ging es ihm besser, aber nur kurzzeitig, da durch einen tierärztlich verordneten Therapievorschlag (und mein Handeln wider besseren Wissens) der Megas wieder Oberhand bekam.
Es gab und gibt zwischendurch bei Megas-Symptomen immer wieder Ampho für ihn, erst über das Futter für die gesamte Rasselbande, und als das beim letzten Mal nicht half, individuell direkt über den Schnabel, zweimal täglich *** Tropfen aus der Pipette. Hat aber nicht viel geholfen; der kleine Kerl spuckte zwar nicht mehr, schied dafür aber immer viele Körnchen unverdaut über die Häufchen aus und wurde zusehends dünner, schwächer und apathischer.
Ich habe mich also mal todesmutig (und mich an die letzte Hoffnung klammernd) an das andernorts im Forum erwähnte F10 Desinfektionsmittel gehalten und es dem Schwarm über das Trinkwasser verabreicht. Alle Vögel schnäbeln miteinander und füttern sich gegenseitig, also liegt es auf der Hand, sie alle zeitgleich zu behandeln, damit der Keim nicht weiter die Runde macht.
Ich verabreiche F10 jetzt in der zweiten Woche und die Bande trinkt es, weil ich es stark verdünnt habe (***). Ich bin die ersten drei Tage mit einer noch niedrigeren Dosis eingestiegen (***) und lasse es jetzt wieder (bis Donnerstag) in einer stets niedrigeren Dosis auslaufen. Dank der niedrigen Einstiegsdosis konnten sich die Jungs an den Geruch gewöhnen und lehnten das Wasser nicht ab; Fussel badet sogar begeistert darin.
Folgendes ist mir aufgefallen:
Die ersten drei Tage zeigte Cheesecake kaum Änderung in seinem Verhalten (Plustern, Schlafen, Lethargie, Fressen, viele unverdaute Körnchen ausscheiden, Putzen, mal eine Runde fliegen, wieder viel ausruhen), sodaß ich die Wirksamkeit der Dosierung bzw. des Präparates erstmal anzweifelte (oder die Erkrankung bei Cheesecake schon zu weit fortgeschritten und die Magenschleimhäute zu angegriffen waren, um noch die Therapie anschlagen zu lassen).
Ab Tag 3 merkte ich eine Änderung in seiner Körpersprache: Er putzte sich wieder ausgiebiger, schlief weniger (und wenn, dann nicht sofort nach einem kleinen Rundflug, und dann nicht für den Rest des Tages), erzählte wieder ein bißchen, seine Körperhaltung zeigte, daß er sichtbar weniger Schmerzen hatte (kein Durchdrücken des Körpers, keine eng beieinander stehenden Füßchen, kein eckiges Plustern) und (ganz wichtig) die Anzahl unverdauter Körnchen im Kot nahm meßbar ab.
Ab dem vierten Tag ging es kontinuierlich bergauf mit Cheesecake (und auch seine Kumpels fühlen sich offensichtlich sehr wohl): Er plustert nicht mehr, fliegt viel und ist sehr aktiv, frißt sehr viel Hirse und Körnermischung, nagt gelegentlich an seinem Schulp, erzählt den ganzen Tag, nimmt aktiv am Schwarmleben teil und sprudelt über vor Lebensfreude und -energie, läßt sich von Fussel füttern und krault Fussel dafür im Gegenzug, und: Die Verdauung enthält keine unverdauten Körnchen mehr (oder kaum noch welche). Der Harnanteil im Kot ist weiß, aber noch etwas dünn (wahrscheinlich, weil die Nieren auf Hochtouren laufen und die Jungs sehr viel trinken -- sobald F10 abgesetzt ist, gibt es Okoubaka zur Entgiftung und zur Unterstützung des Verdauungssystems).
Klopft auf Holz.
Wie es jetzt weitergeht, ob er wieder Gewicht zulegt, ob die Megas-Symptomatik wieder zurückkehrt, wie die Wirkung in ein, zwei, drei Monaten sein wird? Keine Ahnung, das wird die Zeit zeigen. Jetzt kann ich nur sagen, daß Cheesecake wie ausgewechselt ist -- vor vier Wochen noch habe ich mit dem Gedanken gespielt, ihn erlösen zu lassen, wenn das so weitergeht.
Wie gesagt: Das ist der aktuelle Stand der Dinge. Wie die sich weiterentwickeln, kann ich nicht einschätzen.



kriege, im Kopf.
die Fanny & Co. mit Felo Susanne
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