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Unbehandelbarer Tumor, Erlösen?

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    Unbehandelbarer Tumor, Erlösen?

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    Hallo,

    wir waren heute nochmals beim Tierarzt. Vor etwa 2 Wochen wurden Parasiten im Abstrich gefunden (Medikament: Metronidazol). Das Medikament sollte 8 Tage übers Wasser verabreicht werden. Da Sie nach 8 Tagen zwar weniger, allerdings immer noch die gleichen Anzeichen hatte (Kot flüssig und vermehrter Schlaf) waren wir nochmals zur Kontrolle beim Tierarzt.

    Bei der heutigen Untersuchung hat der Arzt einen unnatürlich dicken Bauch festgestellt. Sandy wurde sofort geröngt. Dabei kam heraus, dass Sie bereits einen großen Tumor im Bauchraum hatte. Laut unserem vkTA ist eine Behandlung leider nicht möglich. Er meinte das sich Ihr Zustand verschlechtern wird, da dies wohl ein schnell wachsender Tumor sei und sie nicht mehr allzulange leben wird.
    Da eine Verschlechterung zu erwarten ist, wäre es seine Empfehlung sie von Ihren Schmerzen zu erlösen.

    Wir haben Sie erstmals wieder mit nach Hause genommen. Zeitweise scheint es Ihr nicht gut zu gehen, da sie im Rückenbereich sich stärker aufplustert und ihre Augen zukneift. Dies macht Sie aber nicht durchgängig, denn es gibt auch Zeiten wo sie ganz fit ist, wie z.B. wenn sie schaukelt, an meinen Fingern knabbert oder als ich eben die Situation am verarbeiten war und Sie auf einmal anfing meine Tränen zu trinken.
    Nun bin ich mir unsicher ob Sie wirklich große Schmerzen hat und wir Sie wirklich davon erlösen sollten.

    Vor etwa 5 Wochen ist Ihr Partner Hansi nach einem Kampf gegen Megabakterien gestorben. Dies hat mich sehr getroffen, daher bin ich sehr unentschlossen diesen Schritt zu gehen, möchte jedoch auch nicht das Sie unter schmerzen leidet.
    Eigentlich sollte Sie, da ich voraussichtlich eine Woche nicht da wäre, bei guten Bekannten versorgt werden. Ich will Sie jedoch in diesen schweren Zeiten nicht alleine lassen.

    Ich weiss nicht was ich sonst noch für Sie tun könnte...

    Liebe Grüße

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    #2
    Hallo GamerSittichHD,

    das ist sehr traurig, daß jetzt wieder ein Welli von Dir gehen muss .
    Ich finde dies ist eine sehr schwierige Situation, in der Du Dich gerade befindest.
    Wann fährst Du denn für eine Woche weg?
    Ich persönlich, würde diese Situation nicht für eine Woche an jemand anderes übergeben wollen
    und somit auch die Entscheidung rechtzeitig einzugreifen.

    Du kennst Deinen Welli am besten und kannst somit auch eher einschätzen, wann er sich wirklich zu quälen scheint.
    Selbst dabei ist es schwirieg dies zu erkennen.
    Du weißt vermutlich selber schon, daß Wellis sehr lange, recht gut schauspielern können.

    Ich persönlich würde vermutlich zeitnah den Welli erlösen, wenn selbst der vkTA Deines Vertrauens schon dazu rät.
    Wenn Du Dir unsicher sein solltest, könntest Du auch noch einen zweiten vkTA diesbezüglich mit Sandy konsultieren.

    Ich hatte auch schon einen 11-jährigen Welli mit einem großen Tumor im Bauchraum.
    Mein vkTA riet mir damals auch von einer OP ab, da er nur eine 10%ige Überlebenschance hatte.
    Ich dachte mir, 10% sind immerhin 10% und als einzige Alternative kam nur eine sofortige Einschläferung in Frage,
    da der Tumor bereits auf einen Nerven in der Leiste drückte und eine Lähmung verursachte.
    Natürlich auch mit Schmerzen verbunden.
    Ich brauchte nicht lange, mich zu entscheiden es zu versuchen, da beides (Einschläfern oder OP) weniger Leid bedeutete.
    Er hatte es leider nicht geschafft.

    Wenn damals keine Chance bestanden hätte, das er überleben könnte, hätte ich trotzdem nicht gezögert,
    ihn erlösen zu lassen. Weil ich auf den Rat meines vkTA vertraue.
    Auch als ich vor längerer Zeit mit einem anderen Welli beim Tierarzt war, wegen eines Kloakenvorfalls
    und ich ihn nach der OP (Reponieren und Turnbeutelnaht) diesen zur Beobachtung bei unserem vkTA ließ,
    unser vkTA nach ca. 3 Stunden anrief und sagte, daß unser Welli sich quält, weil er keinen Kot mehr absetzen kann,
    zögerte ich nicht.
    Sicher treffen mich solche Entscheidungen auch sehr tief, weil ich meine Wellis wirklich sehr liebe.
    Aber gerade weil ich sie sehr liebe, möchte ich ein verlängertes Leiden vermeiden.

    Es ist sehr schwer in solch einer Situation jemanden etwas zu empfehlen.
    Ich denke nur Du kannst die Entscheidung treffen, weil Du eben Sandy am besten kennst.
    Hat Dein vkTA denn etwas über den möglichen Zeitraum, den Sandy noch hat gesagt?

    Mitfühlende Grüße
    Tobe

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      #3
      Hallo,

      wir wollten eigentlich am Montag losfahren unser vkTA hat gesagt, dass wir uns, wenn wir sie nicht Erlösen darauf einstellen müssen, dass wir sie nicht mehr lebend wiedersehen.
      Als wir beim TA waren, hat dieser uns das Röntgenbild von ihr und als Vergleich das eines "Normalen" Wellensittich gezeigt.
      Bei ihr war, wenn ich dies richtig verstanden hab, der Tumor nicht mehr abzugrenzen. Die Luftsäcke der Lunge waren nur sehr klein im Vergleich zu einem gesunden Welli. Im unteren Bereich (neben dem Magen) war kein Luftsack mehr zu erkennen. Am Unterleib gibt es definitiv eine sichtbare Umfangsvermehrung.
      Wir werden Sie wohl am Montag schweren Herzens gehen lassen.

      Liebe Grüße

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        #4
        Hallo,


        ich schaue, ob sie noch am Schwarmleben teilnehmen. Dazu gehört, dass sie zumindest ab und zu und auch zum Schlafen bei der Gruppe sind. Wenn sich ein Vogel nur noch absondert und fast nicht mehr von der Stelle bewegt, womöglich nicht mehr frist, ist das für mich ein Zeichen, dass er nicht mehr will. Auch wenn sich der Partner abwendet, ist es ein eindeutiges Zeichen, dass es zu Ende geht.

        Ich habe Salzkristalllampen im Zimmer. Ein ganz eindeutiges Zeichen ist, wenn ein Vogel nur noch an dieser Lampe sitzt.


        Bei Schmerzen kann man nochmal versuchen, mit Schmerzmitteln eine Linderung zu erreichen, aber irgendwann hilft auch das nicht mehr.


        Aber fast alle Tumore verursachen keine Schmerzen. Und bei denen, die das tun, sieht man innerhalb von 2-3 Tagen, was die Stunde geschlagen hat. Aber die schmerzlosen Tumore nehmen dem Vogel die Kraft und darum schlafen sie soviel.


        Bei meiner Tiny fängt der Tumor an, auf die Luftsäcke zu drücken, sie macht ab und zu Atemgeräusche. Sobald ich sehe, dass es sie quält, Luft zu bekommen, werde ich mich mit ihr auf den letzten Weg machen, sie soll nicht ersticken.


        Ich wünsche Dir und Sandy ganz viel Kraft und genieß die Zeit mit ihr.

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          #5
          Ob sie sich zurückzieht kann man nicht so genau beantworten. Vor etwa 5 Wochen hat sie Ihren Partner verloren - die beiden waren ein Herz und eine Seele.
          Damit sie nicht alleine ist haben wir einen jungen Vogel aufgenommen. Das sie ab und an Ihm aus dem Weg geht haben wir darauf zurückgeführt das sie ja schon älter ist und generell sehr ruhig. Uns hat schon ein wenig verwundert, dass sie nicht so dominant wie früher bei Hansi war, jedoch muss man den Vögel auch ein wenig Zeit einräumen um sich kennen zu lernen.

          Bisher ist mir nur nach einem Flug aufgefallen, dass sie etwas schwerer atmet, allerdings ist sie seit sie bei uns ist nie wirklich viel geflogen (Möglichkeiten waren tagsüber reichlich vorhanden). Nur das sie sehr viel schläft und seit ein paar Tagen sich dabei auch seltsam aufplustert ist uns stark aufgefallen.

          Traurige Grüße

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            #6
            Zitat von GamerSittichHD
            ...wir wollten eigentlich am Montag losfahren unser vkTA hat gesagt, dass wir uns, wenn wir sie nicht Erlösen darauf einstellen müssen, dass wir sie nicht mehr lebend wiedersehen...
            Wir werden Sie wohl am Montag schweren Herzens gehen lassen.

            Liebe Grüße
            Hallo GamerSittichHD,

            wenn der Tierarzt schon davon ausgeht, daß Sandy die kommende Woche nicht überleben wird,
            wird diese Entscheidung, sie vorher gehen zu lassen, wohl die vernünftigste sein.
            Tierärzte sind nach meiner Erfahrung her, sehr vorsichtig mit Prognosen.
            Ich weiß, dieser Schritt ist hart, aber für Sandy wohl besser.
            Auch für Euch wird es besser sein, zu wissen, daß sie nicht leiden wird, wenn ihr weg fahrt.
            Bei einer so großen Umfangsvermehrung, wie Du sie beschreibst, ist es bereits schon im gewissen maße Leid, was sie erlebt.
            Der Tumor drückt bereits auf andere Organe und schränkt diese auch ein.
            Somit ist es auch nicht verfrüht, wenn man sie schon erlöst, bevor sie von selber in ein paar Tagen sterben würde.

            Ich bin in Gedanken bei Euch und wünsche Euch viel Kraft für diesen schweren Moment.

            Mitfühlende Grüße
            Tobe

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              #7
              Huhu GamerSittichHD,

              auch wir sind in Gedanken bei Euch und wünschen Euch viel Kraft für die nächsten Tage und für den Moment der Entscheidung.

              Wir können uns Tobes Worten nur anschließen.

              Tumore sind eine ganz fiese Sache. Vier unserer Schätzchen haben wir wegen unheilbarer Tumore ins Regenbogenland fliegen lassen müssen. Oft haben wir gemeinsam gekämpft, wenn es frühzeitig erkannt wurde. Aber am Ende hat bei uns immer der Tumor gesiegt, mal früher, mal später.

              Und wenn es dann soweit ist und man merkt, dass das Schwarmmitglied sich beginnt zu quälen und dann das Röntgenbild mehr als eindeutig ist, dann ist der Weg unabdingbar.

              Clairchen war die beste Schauspielerin und der Tumor wurde erst erkannt, als er ausblutete ... wir machen uns heute noch Vorwürfe.

              Auch Lenchen überraschte uns mit der Diagnose und dem Röntgenbild in der Vogelklinik.

              Bei Mickey und Beppo wurden wir durch Verfärbung der Wachshaut ins braune bzw. Lähmung von Gliedmaßen auf die Tumoren aufmerksam und kämpften mit Hormongaben dagegen an. Was eine gewisse Zeit lang auch gut ging. Am Ende waren die Röntgenbilder wiederum eindeutig und bestätigten die von uns miterlebte Lebensqualität der beiden Grünlinge.

              Wir sind uns sicher, ihr werdet für Sandy die beste Entscheidung treffen!

              Wir fühlen mit Euch,

              liebe Grüße

              Peter und Gisela

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                #8
                Hallo GamersittichHD,

                auch ich denke an dich und Sandy.

                Es ist schwer diesen Weg zu gehen und es erfordert Mut.
                Sie soll aber auch keine Schmerzen mehr haben.

                Ich wünsche deiner Sandy einen wundervollen und sonnigen Tag mit Hirse und allem, was sie sonst noch liebt.

                Und dir ganz viel Kraft für diese Entscheidung.

                Mitfühlende Grüße,
                Carmen

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                  #9
                  Hallo,

                  Tumore sind aber unberechenbar. Ich hatte schon öfter Wellis, denen ein Tumor gewachsen ist, dass ich dachte, bald ist es aus. Aber dann hat der Tumor auf einmal aufgehört zu wachsen und der Vogel konnte mit diesem Tumor noch 2-3 Jahre weiterleben.

                  Ich würde erst ans Einschläfern denken, wenn sich der Zustand des Vogels so verschlechtert, dass er mit dem Leben echt zu kämpfen hat.

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                    #10
                    Hallo Renate,

                    das mag bis zu einer bestimmten Tumor-Größe gehen.
                    Aber wenn es schon so weit ist, daß die Luftsäcke eingedrückt werden und somit der Welli nicht richtig atmen kann,
                    ist so denke ich, die Zeit gekommen, wo der Welli zu leiden beginnt.
                    Auch kann man bei der Größe davon ausgehen, daß dieser Tumor auch entsprechend auf die anderen Organe drückt
                    und somit diese verdrängt, deren Funktion beeinträchtigt, sowie Schmerzen verursacht.

                    Wenn ein erfahrener Tierarzt schon von wenigen Tagen Lebenserwartung spricht,
                    kann man davon ausgehen, daß dieser Welli auch nur noch wenige Tage hat.

                    Das mag jetzt hart klingen, aber ich würde wie GamerSittichHD am Montag die Kleine erlösen lassen.
                    Ich gehe mit dem Tema Erlösen nicht leichtfertig um, aber eben auch mit dem Tema Leid nicht.
                    Wenn die Zeit gekommen ist, ist sie leider gekommen
                    und dies ist ein letzter Liebesbeweis, dem man seinen geliebten Haustierchen geben kann und sollte.

                    L.G. Tobe

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                      #11
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                      Hallo Tobe,

                      dem stimme ich doch zu, oder hast Du meinen letzten Satz nicht gelesen?

                      Aber man kann nicht einfach pauschalieren, sondern muss wirklich schauen, wie es dem Tier geht. Und ich habe leider auch schon erlebt, dass es sich Tierärzte manchmal leicht machen. Ich habe hier drei Wellis zu sitzen, von denen der TA vor 7 Jahren sagte, "die (Küken aus einem Notfall) sind Schrott, die kann man nur noch einschläfern.

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