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Diabetes beim Welli - Erfahrungen?

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    Diabetes beim Welli - Erfahrungen?

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    Hallo liebes Forum!

    Ich melde mich nach längerer Abwesenheit mal wieder mit schlechten Nachrichten:

    mein Wellihahn Mucki (ca. 3 Jahre) hat seit einigen Tagen sehr auffällig wässrigen Kot, der Kotanteil ist ganz hellgrün, der Urinanteil nur wässrig, gar nicht mehr weiß, wie beim normalen Kot eines Wellis. Auch die ganzen Schwanzfedern sind verdreckt. Außerdem säuft der kleine total viel.

    Ich hatte heute Besuch von der vkTA (mobile Ärztin - nur zu empfehlen! - wer näheres wissen will - PN), die bereits am Telefon Nierenprobleme oder Diabetes vermutete. Letzteres hat sich nach der Blutuntersuchung leider bestätigt. Erhat sehr hohe Blutzuckerwerte, schlechte Nieren- und auch Leberwerte.
    Er bekommt jetzt verschiedene homöopathische Medis übers Wasser (die auch dem Partnertier nicht schaden), unter anderem ein neues Medikament bei Hormonstörungen, das die vkTA selbst noch nicht ausprobiert hat, da es ganz neu ist. Recht viel mehr kann man leider nicht tun.
    Die Prognose sind, das es ihm vielleicht noch einige Wochen oder Monate gut geht, vielleicht auch länger.

    Kennt sich hier jmd aus mit Diabetes beim Welli? Erfahrungen und Tipps? Bin für alles dankbar.

    Ich hänge an meinem kleinen Mucki. Ich hab einige Krankheitsverluste im letzten Jahr durch und er war der letzte Kämpfer, der überlebt hatte.
    Wenn Mucki stirbt, gebe ich die Wellihaltung schweren Herzens auf.

    Traurige Grüße von Kathi, Mucki und Wölkchen

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    #2
    Hallo Kathi,

    mit Erfahrungen kann ich nicht dienen. Ich vermute, Zucker in der Nahrung (Obst, Leckerlis etc.) sollte reduziert werden?
    Gibst du ein Medikament gegen Nierenleiden? Bei meinem Kahlúa hat das gut gewirkt...

    Außerdem könntest du dir in der Apotheke Tyrode-Lösung statt Trinkwasser mischen lassen, falls nicht schon empfohlen. Am besten versuchst du es in einer Apotheke, die mit einem Hautarzt kooperiert, viele andere mischen leider nicht mehr selbst, und falls du welche kaufen willst, heb den Behälter auf, wenn du ihn wiederbefüllen lässt, sparst du Geld.

    Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass dein armer Spatz sich bald besser fühlt!

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      #3
      Um den Nieren was gutes zu tun kannst du ausserdem Löwenzahn und getrocknete Brennessel anbieten oder Brennesselltee oder evtl auch Nierentee. Das würde ich aber mit der Tierärztin besprechen. Meine Chilly hat auch Probleme mit der Niere, sie bekommt Phyto-Nephro. Da ist allerdings viel Zucker drin, wird wohl für dich eher weniger geeignet sein

      Ich wünsch euch alles Gute

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        #4
        Für die Leber würde mir noch Silymarin einfallen. Das gibt es als Kapseln in der Apotheke, von C* und St*da ist es sogar ohne Milchzucker.

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          #5
          Danke für eure Tipps.

          Zucker jedlicher Art ist natürlich tabu, wobei ich schon vorher NIEMALS Obst wie z.B. Apfel etc gefüttert habe und auch nicht diese pappsüßen Honigleckerlistangen. Von zuviel Zucker hat Mucki jedenfalls keine Diabetes...

          Er bekommt ein Leberschutzpräparat (Legalon), ein Medikament um die Niere zu unterstützen und ein Hormonpräparat wegen der Diabetes. Insulingabe würde hier nichts bringen, da bei Wellis das Glukagon für die Diabetes verantwortlich ist.

          Ich werde bei der vkTA nachfragen wegen Tyrode-Lösung, Silymarin und die Gabe von Löwenzahn und Brennessel.

          Im Moment ist Mucki sehr fit, man merkt ihm (bis auf den Kot) gar nichts an. Das kann jetzt noch eine Zeit lang so sein, wenn sich die Organe durch die Medis gut unterstützen lassen... An alles andere mag ich jetzt noch gar nicht denken... Ich genieße die Zeit, solange es geht und beide Wellis mir hier noch laut die Ohren vollschnattern

          Viele Grüße, Kathi

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            #6
            Hallo Kathi,

            mit Diabetes bei Vögeln habe ich auch keine Erfahrungen, kann nur mal versuchen, vom Menschen auf den Welli zu schließen.

            Beim Menschen würde man in einem solchen Fall den Kohlehydratanteil der Nahrung drastisch reduzieren. Das ist beim Welli als reinem Körnerfresser nicht so einfach. Keimfutter scheint mir gut geeignet, da beim Keimen der Kohlehydratanteil erheblich sinkt. Ob für deine anderen Wellis allerdings eine ausschließliche Ernährung mit Keimfutter ausreicht, weiß ich nicht. Vielleicht könntest du deine gute TÄin danach fragen.

            Alle Salatarten einschließlich Löwenzahn und Vogelmiere haben wenige KH; Möhre und Rote Beete hingegen recht viele.

            Ich drücke deinem Mucki alle Daumen, dass ihr die Erkrankung in den Griff bekommen werdet.

            Liebe Grüße
            Mariama

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              #7
              Hallo Kathi

              ich hoffe dir ein wenig helfen zu können.
              Diabetes mellitus beim Vogel hat bisher gar keine so genau geklärte Ursache. Es ist nicht wie bei Säugetieren, dass ein Insulinmangel dazu führt, dass der Vogel daran erkrankt, sondern eher eine Hormonstörung des speziellen Hormons Glukagon. Dieses ist dafür zuständig den Zuckerhaushalt mit Insulin als Antagonist (Gegenspieler) eigentlich in der Waage zu halten. Ist Glukagon übermäßig vorhanden, dann wird mehr Zucker aus aud der Leber freigegeben wird als sonst (vereinfacht gesagt). Der Blutzuckerspiegel steigt an (Hypeglykämie), macht die Symptome wie vermehrten Durst und Durchfälle mit erhöhtem Wasseranteil, weil der Körper versucht den übermäßig hohen Zuckergehalt irgendwie zu kompensieren bzw. ihn loszuwerden. In den Zellen selbst, da fehlt allerdings der lebensnotwenige Zucker. Die Zellen können ohne Zucker keinen Stoffwechselprozess bewältigen. Die Zellen verenden daran stellenweise sogar. Meist zuerst davon betroffen sind Zellen der Nieren, der Augen und die Nervenzellen. Unter Nephropathie, Polyneuropathie (diabetische) findest du einiges dazu.

              Da man als Ursache wie gesagt nicht das Insulin selbst vermutet, sondern das Glukagon, versucht man in der Therapie wie du richtig schriebst, eine hormonelle Situation zu erzielen, die den Glukagonspiegel etwas senken und den Insulinspiegel entsprechend angleichen soll. Das vermutlich bei Mucki angewandte Präperat soll helfen Zucker besser in die Zellen einzuschleußen. Denn da hakt es beim Vogel meist, was Diabetes anbelangt. Meist kann das gut geschafft werden.
              Gemessen wird der Erfolg der Therapie an den gegebenen Symptomen, die sich unter Therapie zurückbilden sollten und den messbaren Parametern wie Blutzuckerwertmessung durch den vkTa.

              Wichtig ist, dass man versucht neben einer Kohlehydratreichen Futterbeschaffenheit, die jeden Tag ähnlich aussehen soll, damit der Vogelstoffwechsel sich der Kontinuität anpassen kann, darauf zu achten, dass auch Stress und Bewegungsablauf jeden Tag ähnlich sind. Ein Körper der aktiver ist oder viel Stress hat, verbraucht mehr Zucker als ein ruhigerer Körper. Auch wenn das lange nicht so gut wie beim gesunden Körper auswirkt, wirkt sich Bewegung insgesamt positiv aus. Bewegung ist daher gut und sollte jeden Tag zur Verfügung (in möglichst gleichem Rahmen) gestellt werden. Wenn ein Vogel bei oder nach sehr hoher Aktivität apathisch oder schläfrig wird, deutet das auf einen Unterzucker(Hypoglykämie) hin. Der muss vom vkTa mit Glukoseinfusionen behandelt werden.
              Nochmal zur Ernhrung zurück. Die Futtermischung sollte also nicht sonderlich variieren, sondern jeden Tag die gleiche Beschaffenheit besitzen. Damit der unterschiedliche Gehalt bei unterschiedlichem Futter nicht ins Gewicht fällt für den Stoffwechsel. Keimfutter ist eine Variante, aber zur Dauerernährung nicht unbedingt optimal, da sie sehr eiweißreich ist, was wiederum nicht gut für evtl. bereits geschädigte Nieren ist. Bei Menschen kann man durch proteinreiche Ernährung bei einem schlecht eingestellten Diabetes die Nierenproblematik verstärken.

              Stress und Infekte können vorrübergehend den Blutzuckerspiegel erhöhen und die Symptomatik verschlechtern. Hier ist dann wieder Rat durch den vkTa gefragt, der sich im Fall eines Infekts den Vogel eh ansehen muss. Vögel mit Diabetes mellitus neigen in der Regel eher zu Pilzbefall und zu Infekten. Deshalb vorsichtig sein. Nach Absprache mit dem vkTa kann eine Gabe von Propolis sinnvoll sein https://www.welli.net/propolis.html auf zuckerfreiheit beim Präperat achten bitte.
              Silymarin als Zusatz sehe ich nicht unbedingt als Erfoderlich. Aber das wird eh vom vkTa erwogen und ggf als sinnvoll dann doch geraten.

              Diabetes beim Vogel ist ansonsten recht "neu" als Diagnose und deshalb sehr schlecht erforscht.
              Wie die genauen Prognosen aussehn hängt meines Erachtens von der Frühe der Erkennung ab, dem restlichen Organstatus (also in wie weit Leber, Nieren etc bereits geschädigt /beteiligt sind) ab.
              Fest steht, dass eine lebenslange Behandlung erfolgen muss.

              Hoffe auf Besserung für Mucki und viel Kraft für dich.
              Alles Liebe, Ive

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                #8
                Also das ist ja echt interessant. Danke für deinen sehr informativen Post Ive, da kann man echt eine Menge lernen. Es tut mir leid das ich da nicht mehr helfen kann, ich hab mit Diabetes Gott sei Dank gar keine Erfahrungen. Aber dieser Thread ist echt sehr interessant für mich und ich werde ihn weiter verfolgen. Kathi ich wünsch dir und deinem Piepser alles Gute und hoffe dass es ihm bald besser geht und er noch eine schöne Zeit bei dir verbringen darf. Lass dich mal in den Arm nehmen, wir sind auf alle Fälle für dich da

                LG
                Ramona

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                  #9
                  Danke Ive für die ausführlichen Informationen, ich hatte mich da auch schon etwas übers Internet schlau gemacht, aber wie du richtig schreibst, ist diese Krankheit beim Welli noch wenig erforscht. Danke dir auch Monsti. Es freut mich, dass ich ein interessantes Thema anstoßen kann und halte euch gern auf dem Laufenden wies meinen Schätzen geht.

                  Heute habe ich die übrigen Medis zugeschickt bekommen und kann euch jetzt genau informieren, was Mucki bekommt.

                  Seit einigen Tagen gebe ich schon Solidago ins Wasser zur Nierenunterstützung. Das scheint schon gut anzuschlagen, denn der Durchfall ist viel besser geworden, der Kot hat schon wieder einen erkennbaren weißen Urinanteil und nicht mehr nur noch Wasser. Und der Schwanz ist sauber und nicht mehr verkotet.

                  Außerdem bekommt Mucki (und automatisch auch Wölkchen) Legalon übers Futter zur Leberunterstützung und das neue Heal Releaves zur Unterstützung bei Hormonstörungen. (Ich hoffe ich darf das so schreiben, denn ich habe ja keine Dosierung angegeben.)

                  Danke dass ihr alle meinem Mucki die Daumen drückt! Im Moment ist er sehr fit!

                  Liebe Grüße, Kathi, Mucki und Wölkchen

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                    #10
                    Hallo Kathi,

                    ich freue mich sehr, dass es deinem Mucki schon etwas besser geht. Meine Daumen bleiben gedrückt.

                    Hier ist noch eine interessante Quelle: *

                    Liebe Grüße
                    Mariama

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                      #11
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                      Liebes Forum!

                      Ich melde mich mit guten Neuigkeiten: Mucki geht es weiterhin sehr gut. Er fliegt, frisst, sitzt auf einem Füßchen und schnattert mit seinem Freund Wölkchen um die Wette... Der Kot ist immer besser, etwas weicher und grünlicher als bei Wölkchen, aber bei weitem nicht mehr so besorgniserregend.

                      Beide bekommen weiterhin die pflanzlichen Medis zur Unterstützung bei Hormonstörung und zur Stabilisierung von Niere und Leber. Scheint gut anzuschlagen

                      Die vkTa hat eine erneute Blutuntersuchung vorgeschlagen - ich habe mich jetzt nach reiflicher Überlegung (zunächstmal) dagegen entschieden aus folgenden Gründen:

                      - Wenn die Blutwerte jetzt besser sind, wäre es schön, das zu wissen, ganz klar.
                      Aber: sind die Werte gleichbleibend schlecht, hat man ohnehin keine andere Behandlungsalternative bei Wellis mit Diabetes.
                      - Die vkTa hatte bei der ersten Blutentnahme echte Schwierigkeiten mit dem kleinen zappeligen Mucki. Er bekam ein Sedativum, das nicht angeschlagen
                      hatte, weil sich dieser kleine Schlawiner so gegen die Müdigkeit gewehrt hat... Daher bräuchte er jetzt eine kurzzeitige Atemnarkose. Das alles ist
                      wieder so ein Stress für Mucki und ich hab da enorme Angst dass er mir kollabiert, so wie er sich aufmandelt.
                      - Die Blutuntersuchung kostet mal wieder zwischen 200,- und 300,- Euro. Darum gehts mir wirklich nur an letzter Stelle!

                      Ich genieße die Zeit mit den beiden solange es ihnen gut geht. Wenn das irgendwann mal anders ist, muss man weitersehen. Aber ich freue mich über jeden Tag den ich mit den beiden Stinkern hab


                      Viele Grüße, Kathi, Mucki und Wölkchen

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