Ich informierte mich telefonisch bei meinem Arzt, welches Medikament das denn sei, was er gegen das Lungenödem verschrieben hätte und ich informierte mich im Internet darüber. Ich stellte fest, dass es eher ein Medikament gegen Lungenentzündung sein, nicht gegen ein Lungenödem. Da bekam ich Panik.
Über Lintu erfuhr ich von einer vkTA, die mit dem Thema schon vertraut sein muss und rief da an, um mich zu informieren, ob mein Welli richtig behandelt wird. Sie riet mir, Bubi nochmals von einem wirklich guten Arzt untersuchen lassen und suchte eine gute vogelkundliche Uniklinik in meiner Nähe raus.
Dort rief ich an und sie meinten promt, das Medikament wirke gar nicht gut bei Vögeln. Ich fühlte mich sofort fachkundig beraten und gut aufgehoben. Also machte ich aus, dass ich meinen Bubi notfallmäßig jetzt sofort hinbringe. Ich sollte auch noch das Röntgenbild mitbringen, da Bubi so ggf. ein zweites Röntgen erspart bliebe. Also bin ich noch mal zum anderen Arzt gefahren, hab mir das Röntgenbild geben lassen, hab den Vogel ins Auto gepackt und bin 2 Stunden zu der Uniklinik gefahren. Der Weg hat sich gezogen, immer die Sorge: Schaffen wir es bis dahin bei der Schwäche von Bubi? Kurz vor dem Ziel war auch noch die Straße gesperrt, Umleitung. Dann ständig LKWs vor mir, immer die Sorge, ist es zu heiß, ist die Klimaanlage zu kalt eingestellt?
Bubi hat die ganze Zeit geschlafen. Als ich ankam, war ich mit den Nerven am Ende. Aber ich kam gleich dran und wurde von einer sehr netten, einfühlsamen jungen Ärztin begrüßt, die auf dem ersten Blick die Diagnose stellte: Mit Sicherheit eine Tumorerkrankung. Alle Symptome passen dazu.
Sie griff Bubi sehr routiniert und schonend und konnte sofort durch Abtasten den Tumor lokalisieren. Es war eine deutliche Beule am Unterbauch zu erkennen.
Zur Sicherheit machten wir noch einmal ein Röntgenbild. Ich wollte ganz sicher sein, bevor ich irgendeine Entscheidung treffe. Es geht schließlich um meinen heißgeliebten Bubi!
Das Röntgenbild bestätigte die vorab gestellte Diagnose. Es war ein großer Tumor, der die inneren Organe schon verschob. Das nicht atmen können, der veränderte Kot war alles eine Folge davon, dass der Tumor den ganzen Bauchraum einnahm. In der Lunge waren keine Flüssigkeiten, sondern sehr wahrscheinlich Metastasen.
Trotz des vernichtenden Befunds war es die schwerste Entscheidung meines Lebens. Mein kleiner Bubi war so ein toller Kämpfer. Hat bis zuletzt Lebensfreude ausgestrahlt. Hat bei Ankunft in der Vogelklinik noch einmal auf Vogelgezwitscher reagiert und gerufen. Hat die anstrengende Fahrt noch geschafft. Ist sogar heute noch einmal geflogen (und dabei abgestürzt). Und die anderen Wellis und mein Mann konnten sich nicht verabschieden.
Tod in einer Klinik, weit weg von zu Hause? Gestern noch Hoffnung und nun Gott spielen, Bubis Leben in meiner Hand?
Doch kann ich weiter verantworten, dass er sich quält, dass er womöglich Schmerzen hat? Die einfühlsame Ärztin hat mich in meiner Entscheidung toll unterstützt. Sie sagte, es wäre besser so für Bubi, es wäre nur noch Quälerei und so ermöglicht man letztlich, dass es ihm "besser geht", dass er frei von Schmerz ist. Die Entscheidung fiel dann doch leichter und schnell. Bubi soll nicht leiden, er hat einen würdevollen, einfachen Tod verdient. Die Entscheidung muss für das Tier fallen, nicht für den Menschen. Es geht um Bubi, um niemanden anderen.
Er suchte immer meine Nähe und meinen Schutz, wenn es ihm schlecht ging. So schwer das war, ich blieb auch bis zu seiner letzten Sekunde bei ihm und hielt ihn in der Hand un d redete im gut zu. War das schwer! Aber auch das machte die Ärztin ganz toll, gab uns Zeit, uns voneinander zu verabschieden.
Als ich ihn in die Hand nahm, um ihm beim Einschlafen zu begleiten, kriegte er noch einmal ganz kleine Augen, als würde er sich freuen. Vielleicht hat er sich so bei mir bedankt. Das ist ein tröstlicher Gedanke.
Ich konnte den toten Wellis aber nicht mitnehmen. Ich habe ihn dort gelassen, in den mitfühlenden Händen der Ärztin. Ich denke, da war er gut aufgehoben. Ich fände es nicht würdevoll, seinen leblosen Körper nochmals die ganze Strecke umherzufahren.
Ich behalte ihn so in Erinnerung, wie er war und behalte ihn ganz tief im Herzen! Was für ein toller Vogel, voll Vertrauen, Lebensfreude, immer ein spitzbübisches Leuchten in den Augen, bis zuletzt.
Tja, jetzt ist der Tag gekommen, warum ich ursprünglich mal auf 4 aufstocken wollte: Damit Poldi nicht allein ist. Ich sitze hier inmitten von lustigem Welligeplapper, aber ein ganz wichtiger Teil fehlt. Mein Bubi.
Mein Mann kommt jetzt früher von der Arbeit.
Ich werde hier wohl noch oft von Bubi schreiben. Das hilft mir, alles zu verarbeiten.








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