...Ihr Lieben, die ihr uns immer so fest die Daumen und Krallen gedrückt habt!
Ich weiß gar nicht, wie ich beginnen soll ... einerseits bin ich so unendlich traurig, sitze hier und heule und auf der anderen Seite fühle ich eine große Erleichterung, dass es unser kleiner - so tapferer - Schatz "geschafft" hat. Wieder mal ... hin-und-her-gerissen ...
Leider wars nicht ganz so, wie ich es unserem Pepi gewünscht hätte, nämlich, zu Hause in Ruhe einschlafen zu können. Aber es ist trotzdem in Ordnung so, wie es verlaufen ist ...
Seit gestern Abend (frühen Abend) konnte sich Pepi überhaupt nicht mehr auf geraden Ästen halten. Entweder musste er auf den Korkbrettchen liegen (sich manchmal mit dem Schnabel am Gitter hochziehen) oder konnte sich mehr schlecht als recht und mit größter Anstrengung bei Astgabeln festhalten. Wenn er vom Ast fiel und sich am Gitter angehalten hat, konnte er sich nur mehr mit Hilfe seines Schnäbelchens hochhanteln, d.h., er "hüpfte" von Gitterstab zu Gitterstab (sah sehr abenteuerlich, aber vor allem sehr anstrengend aus).
Wir wollten dann noch bis heute vormittag abwarten, da er trotz allem noch ordentlich gefressen und getrunken hat bzw. sehr interessiert an seinem Umfeld war.
Aber heute morgen war es leider um keinen Deut besser und so haben wir uns dazu entschlossen, den kleinen tapferen Welli-Mann erlösen zu lassen und ihm somit den Flug ins Regenbogenland zu erleichtern.
Mein Mann und ich haben bei den Vögeln im Wohnzimmer gefrühstückt und unser Pepi war noch sehr aufmerksam (Federlose beim Frühstück beobachten war schon immer eines seiner Hobbys) mit seinen wachsamen Augen mit dabei.
Nachdem mein Mann ins Büro musste und ich Pepi und Chico nochmals zum gemeinsamen KoHi-Knabbern "eingeladen" hatte und sie diesmal sogar ohne zu streiten gefuttert haben, habe ich mich dann schwersten Herzens auf den Weg gemacht.
Pepi war die ganze Zeit sehr ruhig (und auf eine Art sehr friedlich).
Unser vk TA hat dann Pepi nochmals angesehen und meinte auch, dass es Zeit ist, ihn gehen zu lassen. Er meinte wörtlich: "Schauen Sie, Pepi hatte noch drei schöne Monate, die ihm geblieben sind. Jetzt ist diese Zeit hier für ihn nicht mehr schön.". Mittlerweile war Pepis Brustbein auch etwas "offen" vom Liegen, was ich noch gar nicht bemerkt hatte. Es hat mir nur bestätigt, was wir selber ja auch schon wussten, nämlich, ihn gehen zu lassen. Aber trotzdem ist es schwer ...
Pepi ist heute kurz vor 10 Uhr ganz friedlich eingeschlummert. Der TA hat ihm eine Überdosis Narkosemittel injiziert und er ist innerhalb von ein paar Sekunden eingeschlafen, danach bekam er noch das "Gift" verabreicht. Ich habe den kleinen Wicht in "seine" Stoffserviette gewickelt, sodass er ganz friedlich ausgesehen hat.
Heute nachmittag werden mein Mann und ich ihn in unserem Garten unter unserer großen Magnolie beerdigen. Ich glaube, dieser Platz hätte ihm unheimlich gut gefallen
! Es ist ein schattiger Platz unter der (immer wieder traumhaft blühenden) Magnolie, neben einem kleinen Brunnen, in dem sich sehr gerne die Spatzen und Rotschwänzchen baden.Er fehlt mir so sehr, der kleine Spatz!
Ich bin sehr dankbar für diese 3 Monate, die uns noch gemeinsam verblieben sind
! Ich weiß, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass einem nach einer solchen Diagnose noch so viel Zeit mit seinem Vögelchen bleibt. Wir, Federlosen und auch wohl Chico, konnten die letzten Wochen, jeder auf seine Art, von Pepi langsam Abschied nehmen und dafür bin ich mehr als dankbar und weiß es von ganzem Herzen zu schätzen. Und vor allem weiß ich es zu schätzen, dass unser Pepi eigentlich bis zum Schluss sein Leben genossen hat und auch noch (im Rahmen seiner Möglichkeiten) aktiv sein konnte.Auch bei Euch möchte ich mich nochmals von ganzem Herzen bedanken
! Ich finde es so toll, wie gut ich von Euch in dieser schwierigen Zeit aufgefangen wurde/werde, wieviel Mut zum Durchhalten ich durch Euch zugesprochen bekommen habe und wieviel Zuversicht ihr mir geschenkt habt
! Alleine, dass ich gerade - hier und jetzt - einfach alles von der Seele schreiben kann, hilft mir schon ein gutes Stück weiter! Es befreit ...Ich melde mich wieder bei Euch!
Daweil mal ganz liebe, wenn auch traurige, Grüße von
Birgit & Guckichico





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