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Krankenkäfig im anderen Zimmer?

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    Krankenkäfig im anderen Zimmer?

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    Hallo zusammen,

    ich bin wirklich etwas verzweifelt und hoffe ihr könnt mir helfen.

    Ich habe 4 Wellensittiche, Lemon (krank), Gin, Lumi und Normy. Alles Herren.

    Lemon hatte eine heftige Mauser, bei der ihm die Schwungfedern abgefallen sind. Er ist also flugunfähig. Wir haben das bei einem vogelkundigen Tierarzt abklären lassen, sonst ist er - hoffentlich - gesund.

    Lemon wurde leider seit er flugunfähig ist von den anderen gemobbt, Lumi hat ihm die Schwanzfedern angebissen, sodass er ziemlich zerrupft ist und am Ende auch nur noch teilnahmslos in der Ecke saß oder zu Fuß ganz oben auf die Gardine geklettert ist, sodass er von den anderen weit weg ist. Vom Essen wurde er auch verjagt.

    Wir haben ihn dann in einen separaten Käfig gesteckt, mit Spielzeug und allem. Der stand neben dem anderen Käfig auf gleicher Höhe. Dort drehte er aber ziemlich ab und ist wie ein verrückter durch den Käfig geklettert. Außerdem haben sich die anderen drei auf den Käfig gesetzt und vor allem Gin hat immer versucht ihm in die Füße zu beißen, während er geklettert ist.

    Nun steht er in einem anderem Zimmer (Wohnzimmer) wo wir im auch wenn wir Zuhause sind Gesellschaft leisten. In der Zeit darf er auch spazieren gehen.

    Er ist auf jeden Fall nicht mehr so am Durchdrehen, läuft aber ab und zu stressbedingt auf der Stange hin und her.

    Meine Frage ist nun - war das die richtige Entscheidung? Wie kann ich verhindern - außer indem ich mich mit ihm beschäftige - dass er vereinsamt? Gibt es irgendwelche guten Ideen, damit ihm die Zeit leichter fällt?

    Die Hoffnung ist, dass ihm bald die Federn nachwachsenden und er zurück zum Schwarm kann aber das kann natürlich eine Weile dauern und ich habe Sorge, dass er währenddessen einen Knacks weg bekommt.

    Ich bin über jede Hilfe und jeden Rat dankbar!

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    #2
    Hallo

    Das ist in der Tat eine schwierige Situation. Ich habe hier auch ein Krankenlager, aber ich hab den Partner mit dazu gesetzt. So sind sie wenigstens zu zweit.
    Hat dein Lemon einen besonders guten Kumpel unter den Jungs, den du dazu setzen kannst?
    Welche Krankheiten wurden getestet. Es ist meines Erachtens ungewöhnlich, dass eine normale Mauser (auch wenn sie stärker war) zu Flugunfähigkeit führt.
    Aber vielleicht kennt sich hier jemand damit aus.

    Alles Gute für dich und deinen Schwarm

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      #3
      Hmmh, das eine Mauser so hefitg ausfällt ist zwar nicht die Norm, kann aber wenn es ganz blöd läuft, zu einer kurzen flugunfähigkeit führen. Mich macht eher stutzig, das er gemobbt wird und sich abgesondert hat. Ich hab ja nun schon länger immer Flieger mit Nichtfliegern zusammen, aber da ist nie einer gemobbt worden.
      Hier ist das durchdrehen im Krankenkäfig deutlich schlimmer, wenn der betroffenen Welli nicht im Vogelzimmer steht und die anderen nur hört. Ich bringe am Krankenkäfig immer auch von außen eine Stange an, für Besucher. Und wenn Du meinst, das die anderen ihm von oben in die Füßen beißen, kannst Du ja eventuell den Käfig oben abdecken?
      Grundsätzlich bin ich kein Freund davon, einen Welli länger von den anderen Schwarmmitgliedern zu trennen und würde einen Weg suchen, wie der Krankenkäfig bei den anderen bleiben kann.

      Es grüßen die Sabbelköppe aus dem Oldenburger Münsterland und ihre Felo

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        #4
        Das Lemon gelobbt wird, wundert mich auch. Marge ist auch flugunfähig, aber super im Schwarm integriert.
        Aus dem Bauch raus würde ich sagen, lass sie im gleichen Zimmer. Vielleicht die Käfige auf Abstand.
        Einen Kumpel dazu zu setzen finde ich eine gute Idee.

        Liebe Grüße von Judith und den Flauschbällchens

        Im Herzen und unvergessen: Maxi, MoritzEins und Moritz

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          #5
          Hallo ihr Lieben,

          danke schon mal für die vielen guten Ratschläge. Ich werde Lemon heute in das Vogelzimmer stellen und beobachten, wie sich die anderen verhalten. Ich weiß nicht ob das Mobbing daher kommt, dass Lumi und Normy ganz neu im Schwarm sind, erst circa einen Monat und eben auf den schwächsten rauf sind?

          Was denkt ihr - sollte ich Lemon dann erstmal nur "spazieren gehen" lassen, wenn die anderen im Käfig sind, damit er in Ruhe gelassen wird aber weiterhin Bewegung bekommt?

          Vielen Dank euch!

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            #6
            Hallo Natalie,

            wenn Du die Möglichkeit hast, Lemon raus zu lassen und zu beobachten, ob er freiwillig die anderen besuchen möchte, wie die anderen reagieren, ob freundlich oder eher nicht, dann kannst Du entscheiden, ob die anderen Wellis auch raus dürfen. Lemon hat seinen Rückzugsort in seinem Käfig, wenn er den Weg findet, wird er sich verkrümeln, wenn es ihm zu bund wird.
            Alles Gute für Deinen kleinen Schatz.

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              #7
              Puuuh, vielen Dank für die aufmunternden Worte. Das war aber leider ein Schuss nach hinten.

              Die drei waren verschlossen in ihrem Käfig und ich hab Lemon 'laufen lassen'. Er ist SOFORT aus seinem Käfig raus gehüpft und auf den anderen Käfig rauf geklettert.

              Dort hat er erst mal 5 Minuten lang geruht und ist dann wie verrückt über den Käfig gekrabbelt, vermutlich um einen Eingang zu finden. Dann ging es von vorne los: Gin hat ihm in die Füße gebissen, Normy hat ihm an den Schwanzfedern geknabbert. Ich hatte die Hoffnung dass es ihm selbst zu blöd wird und er von alleine zurück spaziert. Aber er hat das alles über sich ergehen lassen. Nun habe ich ihn zurück in seinen Krankenkäfig gesteckt, wo er wieder wilde Maus spielt.

              Es ist wirklich zum Verzweifeln. Ich denke ich lasse ihn über Nacht im Vogelzimmer und schaue wie sich die anderen 3 verhalten, wenn sie morgen Freiflug haben. Aber spazieren gehen lassen kann ich ihn eigentlich nicht im Vogelzimmer, wenn es immer darauf hinaus läuft, dass er nur ein Ziel hat.

              Er war definitiv ausgeglichener, als er im Wohnzimmer stand. Ist eine kurzzeitige Isolierung mit einem ungestressten Welli vielleicht doch besser als Gesellschaft, die ihn fix und fertig macht?


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                #8
                Wie alt sind denn deine beiden neuen? An den Füßen rumknabbern und am Schwanz ziehen ist ja nicht gleich mobbing. Mobbing ist richtig drangsalieren, drauf los gehen etc.
                Oder sind die neuen noch sehr jung und probieren so allerlei aus?

                Es grüßen die Sabbelköppe aus dem Oldenburger Münsterland und ihre Felo

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                  #9
                  Die beiden neuen sind ca. 14 Wochen alt. Klar, ein bisschen knabbern wäre auch völlig in Ordnung aber Lemon hat richtig aufgeschrien als Gin (der ist fast 2) ihm immer wieder in die Füße gebissen hat.

                  Das von Normy kanm tatsächlich Neugierde gewesen sein, das stimmt. Der ist sowieso eine sehr friedfertige Seele.

                  Der größte Störenfried ist Gin, der hat von Anfang an einen eher jähzornigen Charakter, wobei er auch liebevoll sein kann.

                  Liebe Grüße!

                  Kommentar


                    #10
                    Am Schwanz ziehen würde ich so interpretieren, dass Nommy vielleicht Aufmerksamkeit will. Moritz hat das am Anfang auch oft bei Shiela gemacht.

                    Liebe Grüße von Judith und den Flauschbällchens

                    Im Herzen und unvergessen: Maxi, MoritzEins und Moritz

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                      #11
                      Und wie ist es mit den Flauschis gelaufen?

                      Liebe Grüße von Judith und den Flauschbällchens

                      Im Herzen und unvergessen: Maxi, MoritzEins und Moritz

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                        #12
                        Zitat von Judithmo Beitrag anzeigen
                        Und wie ist es mit den Flauschis gelaufen?
                        Lieb dass du fragst. Lemon ist erstmal wieder im Wohnzimmer, die Tür zum Vogelzimmer steht aber auf, wenn die drei anderen keinen Freiflug haben und dann unterhalten sie sich sehr munter von Raum zu Raum und Lemon wirkt auch ruhig bzw. zufrieden. Er ist heute wieder viel spazieren gegangen und ich denke so wird es erstmal bleiben. Ich bin aber froh, dass ich den Versuch gewagt habe, sonst hätte ich wohl immer weiter gegrübelt, was der richtige Weg ist.

                        Ihm wachsen langsam aber sicher die Flügel nach und ich hoffe einfach, dass er bald wieder fliegen kann.

                        Liebe Grüße

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                          #13
                          Dann hoffe ich auch, dass der Kleine bald wieder fliegt. Daumen sind gedrückt.

                          Liebe Grüße von Judith und den Flauschbällchens

                          Im Herzen und unvergessen: Maxi, MoritzEins und Moritz

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                            #14
                            Hallo zusammen,

                            es ist nun einige Zeit vergangen und ich möchte gerne ein kleines Update geben. Erst einmal vorweg: Lemon lebt wieder mit den anderen im Käfig. Aber - es war ein langer Weg dahin.

                            Er hat - ich hatte es schon befürchtet, wollte es mir aber zum Zeitpunkt des Posts nicht eingestehen - die französische Mauser und wird wohl flugunfähig bleiben. Ich möchte hier aber einmal meine Erfolgsgeschichte, was seine Resozialisierung betrifft, erzählen. Vielleicht hilft es ja jemanden, der mal in ähnlicher Situation ist.

                            Mein letztes Update war ja, dass Lemon wieder alleine im Krankenkäfig im Wohnzimmer steht, nachdem das Mobbing immer weiter ging. Da mussten wir erstmal einige Wochen durch und es war für uns alle hart. Wir haben viel mit Lemon geredet und ich habe mit ihm zusammen im Fernsehen Pumuckl geschaut. Vielleicht ist es Pumuckls Stimme oder die nette Musik, irgendwann hat Lemon dabei immer fröhlich mitgezwitschert und auf seiner Schaukel geschaukelt.

                            Noch ein paar Wochen später hat er beim Spaziergang auf einmal die Idee gehabt, auf die Schulter meines Partners zu hüpfen. Etwas, das er nie zuvor getan hat, er war schon immer schüchtern und hatte seit den diversen schlechten Erlebnissen Angst vor uns. Aber er saß auf der Lampe neben dem Käfig und ist einfach auf die Schulter gehopst. Daraufhin sind wir mit ihm auf der Schulter ins Vogelzimmer gegangen. Die anderen Vögel kamen mit dazu und außer ein paar kleiner Raufereien waren sie eher defensiv. Wahrscheinlich aus Respekt vor uns.

                            Das haben wir ca. 2 Wochen so gemacht. Jeden Abend Lemontaxi. Daraufhin haben wir die Tür zwischen Wohn- und Vogelzimmer offen gelassen, als die drei Freiflug hatten und Lemons Käfig auch offen stand. Und siehe da. Sie kamen zu Besuch und waren wieder erstaunlich freundlich. Es gab hier und da einen kleinen Kampf aber nichts im Vergleich zum Mobbing zuvor. Normy hat sich dann nach ein paar Tagen mit Lemon angefreundet und irgendwann konnten sie gar nicht mehr voneinander. Sie haben den ganzen lieben Tag geknutscht was das Zeug hält. Wenn einer von den anderen beiden Lemon zu nahe kam, hat Normy sich dazwischen gestellt. All das geschah natürlich nur unter unserer Aufsicht.

                            Dann haben wir das lange Osterwochenende genutzt um den Versuch zu wagen, Lemon zurück ziehen zu lassen. Am Gründonnerstag durfte er schon den Vogelkäfig besuchen und die drei anderen hatten nichts dagegen. An Karfreitag haben wir den Käfig komplett umdekoriert, sodass keiner mehr Anspruch auf seinen angestammten Platz haben konnte. Dann ist Lemon gemeinsam mit seinem Käfig ins Vogelzimmer gezogen und sobald seine Tür offen war, ist er zu den anderen geklettert. Seitdem wohnt er wieder mit den anderen zusammen.

                            Ab und zu wird sich gezankt aber viel öfter wird sich geliebt. Ginny und Lumi lassen ihn die meiste Zeit in Ruhe, mit Normy knutscht er und hüpft fidel über die diversen Brücken und Leitern, die wir ihm behindertengerecht gebaut haben um fast überall dort zu sein, wo die anderen auch sind.

                            Wir sind heilfroh und es zeigt mir, dass sich Geduld auszahlt und man manchmal eine schwere Entscheidung treffen und aushalten muss, damit es am Ende gut wird. Ich denke Lemon brauchte die Zeit alleine um physisch wieder besser drauf zu sein und kann jetzt fast wie ein normaler Welli leben.

                            Danke für den guten Zuspruch auf diesem Forum.

                            Eure Natalie

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                              #15
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                              Hallo Natalie,

                              vielen Dank für diese tolle Mutmachgeschichte. Das liest sich ganz wunderbar und ich konnte während der Zeilen gut mitfühlen.

                              Sabine und die vielen Farbenfrohen

                              Kommentar

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