hab jetzt grad erst Deinen Beitrag gelesen.
Letztes Jahr hab ich auch ein kleines Blaumeisen-Baby groß gezogen. Allerdings ist es unbefedert aus dem Nest gefallen, welches bei uns im Rolladen-Kasten am Schlafzimmer-Fenster war. Den oder die Kleine konnte ich also nicht mehr zurücksetzen. Es hatte sogar noch die Augen zu. Und da es Muttertag war (also Sonntags), waren natürlich auch alle Läden zu, um Aufzuchtfutter zu kaufen. Ich hab dann erstmal ne kleine Spritze aus der Garage geholt und dem Küken 2-3 Tropfen Wasser eingeflößt. Es war schon mehr tot als lebendig. Da ich großartig natürlich nix zum Futtern im Haus hatte, hab ich die Kinder unserer Nachbarn zum Raupen suchen geschickt. Diese dann geköpft und ins Schnäbelchen gestopft, da es nicht selbständig fressen wollte. Montags dann direkt zum Zoohandel und alles Mögliche an Lebendfutter gekauft.
War schon ziemlich stressig. Alle zwei Stunden aufgestanden, die Wärmflasche wieder warm machen, füttern und danach noch 2 Tröpfchen Wasser hinterher.
Was soll ich sagen, ich hab es groß bekommen (hätte niemand mit gerechnet) und leider hab ich wohl auch die Zeit zum Auswildern verpaßt. Ich war mit dem Kleinen öfter mal draussen, er flog auch von Baum zu Baum und untersuchte jeden Ast. Aber sobald ich gehen wollte, saß er auf meiner Schulter. Also wieder mit rein. Unsere Balkontür stand jeden Tag offen, er konnte raus. Aber sobald ich von der Arbeit heim kam, war auch das Kleine wieder da. Und draussen schlafen wollte es auch nicht. Wir hatten so ein kleines Finken-Nest an dem Schrank im Kinderzimmer hängen und dort wollte es auch immer schlafen. Das Kleine liebte es auf meiner Hand unter dem Wasserhahn zu baden. Mein Gott, was war das Kleine anhänglich. Nix durfte ich ohne ihn machen.
Leider gibt es kein Happy-End. Es war schon Ende November und die kleine Meise wollte gar nicht mehr raus. War wohl schon zu kalt. Auf jeden Fall rief mich eines Morgens mein Lebensgefährte an (ich weiß es noch genau: es war der 29.11.) und weinte ganz doll, als er mir sagte, das er mein kleines "Mäuschen" tot getreten hat. Logo, unbeabsichtigt, und für mich brach eine Welt zusammen. Ich hab mich gar nicht mehr eingekriegt, so hab ich geheult.
Auch heute noch denke ich sehr, sehr oft an "mein" kleines Baby.
Ups, soviel wollte ich gar nicht schreiben.
Beobachte bitte das Geschehen weiter und greife ein, falls die Eltern nicht mehr füttern sollten. Jedes Leben sollte gerettet werden. Und meistens haben auch Tierheime jemanden da, die sich mit Wildvögelaufzucht auskennen. Ruf doch da mal an.
LG


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