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Warum eigentlich ausgerechnet Wellensittiche ?

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    #76
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      #77
      Wie meine errinurung reicht weiss ich das mein vater früher im meine kindheit Welli ,Kanarien und Nympen gezuchtert und die weiter verkauft seit dem kenne ich welli

      Zeit geht und ich habe seit dem viele tiere gehabt vor 4jahre musste leider mein Schäferhund einschläfert und vor 3monate auch noch katze war für mich kein vierbeiner mehr

      Aber ohne tiere kann ich nicht so Kamm zu uns 2 welli

      P.S Sorry für rechtschreibung.

      LG Alexandra

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        #78
        Ich hatte bis 2007 keinen Draht zu Wellensittichen, kam erst durch meinen Partner dazu.

        Er hatte damals, als wir uns kennen lernten 2 Wellensittiche und 1 Kanarienvogel gehabt, wobei alle 3 Fundtiere waren. Der Kanarienvogel z.Bsp. wurde im Vorbau der Mensa an unserem Kolleg aufgegabelt.

        Ein halbes Jahr später haben wir die zwei Wellis einer Freundin zur Pflege übernommen, da sie mitten im Umzug steckte. Danach wollte sie die beiden nicht mehr haben.
        Beide Wellis der Freundin sind dann innerhalb eines Jahres verstorben. Genau wie der Kanarienvogel.

        Die anderen beiden Hähne - Dicker & Alter Sack - blieben für fast 1,5 Jahre unsere einzigen beiden Federbälle, bis wir 2008 aus der Tierpension, wo wir die beiden während unseres Umzuges einquartiert hatten, zwei Hennen dazu bekommen.

        Deren Vorbesitzer hatte sie dort abgegeben und nicht mehr abgeholt. Auf Nachfrage durch die Pension bekam sie nur die Antwort, sie würden zu viel Dreck machen, sie könne sie behalten oder weiter verschenken.

        So kamen dann damals ungeplant Glitschie (Dicke) & Zicke zu uns.

        2012 verstarb nach langer Krankheit unser "Dicker" im Mai und im Februrar 2013 dann Zicke urplötzlich.

        Im April 2013 holte ich für meinen Partner dann wieder eine Welli-Dame: Sunny; und Ostern 2014 kam dann noch unser Jungspunt Kasper dazu.

        Im August kam dann der Gedanke und Wunsch nach einem 5. Welli auf, da Kasper total auf unseren alten fixiert war und ihn nicht in Ruhe ließ. Also machten wir einen Termin beim Züchter und holten Smokie.

        3 Tage später verstarb plötzlich unser Alter Sack, auch wenn es bei ihm schon irgendwie abzusehen war.


        Mein Partner weint heute noch, wenn er ein Foto/Video sieht, da er ihn ja über 11 Jahre lang hatte und der Kerl, der mit zunehmenden Alter auch bewegungseingeschränkt und flugunfähig wurde, auch immer sämtlichen Spaß und Mist mitgemacht hat.

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          #79
          Ok, dann erzähle ich jetzt auch mal Ich wollte als Kind immer ein Haustier (wie wahrscheinlich jedes Mädel). Da meine Eltern aber nicht so gerne Tiere mit Fell mögen und meine Mutter als Kind selbst immer EINEN Wellensittich hatte, bekam ich mit 6 Jahren meine ersten beiden Wellensittiche geschenkt: Maxi und Maria (klassisch grün und blau). Heute denke ich es waren zwei Hennen, da sie sich leider nicht so gut verstanden haben. Jedenfalls starb Maxi nach wenigen Monaten, woraufhin Bounty (ebenfalls blau) einzog. Nachdem Maria dann irgendwann nach wenigen Jahren gestorben ist kam noch Kiki (gelb-grün) ins Haus. Zu der Zeit war mein Interesse an den Vögelchen nicht mehr wirklich vorhanden, sodass die beiden leider ihr gesamtes Leben in einem viel zu kleinen Käfig verbrachten und niemals Freiflug hatten. Das tut mir im Nachhinein furchtbar leidAls Bounty starb war Kiki noch ein paar Monate Einzelvogel bevor sie auch verstarb. Keiner der vier war übrigens jemals zahm. Ich weiß gar nicht mehr wie alt ich war als unser letzte Welli gestorben ist, ich schätze vielleicht 14? Jedenfalls hatte ich dann 10 Jahre keine Wellensittiche mehr. Erst dieses Jahr habe ich mich spontan entschlossen, dass wieder ein Haustier her muss. Und dann wurden es eben wieder Wellis Diesmal versuche ich aber alles richtig zu machen. Ich hoffe, dass Maria, Maxi, Bounty und Kiki im Regenbogenland ein glücklicheres Leben haben als damals bei mir und dass sie mir vielleicht irgendwann verzeihen

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            #80
            Hallo ihr Lieben

            @ Hexchen, danke für deinen Bericht. Dein Pepi ist so sicher zu einem ganz besonderen Welli für dich in deinem Herzen geworden, richtig ? Danke wirklich von Herzen, dass du uns teilhaben hast lassen.

            @ Anke, langweilig war dein bericht gar nicht. Im Gegenteil ! Was mich nur traurig macht ist deine Aussage, dass du scheinbar nie perfekt genug in den Augen von jemandem warst. Weißt du, nimm eines mit liebe Anke: Perfekt, muss und kann nie jemand sein ! Deine Mum hat das sicher nur vergessen und angesichts der Tatsache, dass sie das beste für die Wellis wollte, dies aus dem Blick verloren. Ich bin sicher, dass du genauso verantwortungsvoll Wellis versorgen kannst wie deine Mum ! Danke auch für deinen Bericht.

            @ Alexa, danke auch für deinen Bericht. Du hast recht, wenn man ein leben mit Tieren gewohnt ist, dann geht es ohne kaum. Schön, dass du dich für Wellis entschieden hast und bemüht bist eine liebevolle Federlose zu sein, die alles gut machen will. Danke !

            @ Sternenwölkchen, ich les dich heut zumindest bewusst zum ersten Mal, bist aber schon länger hier,richtig ? Herzlich Willkommen trotzdem Wow, dein Bericht beinhaltet alles. Freud wie Leid und ich wünsch dir und deinen Federchen auf jeden Fall alles Liebe. Die Aussage, dass die beiden aufgenommenen Wellis laut des alten Halters Dreck machen und man sie doch behalten oder verschenken könne, erinnert mich an die Geschichte wie ich wieder nach langer Zeit zu Wellis kam.
            Frido kam mit seinem Partner zu mir in Urlaubspflege und sie wurden nicht mehr abgeholt. Auf Nachfrage folgte der Satz: Behalt oder verschenk sie... Was für eine Aussage Das war vor 10 Jahren. Frido ist heute noch in meinem Schwarm Danke dir jedenfalls für deinen Bericht !

            Liebe Grüße, Ive

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              #81
              @Ive - ja, bin seit Ende Juli angemeldet, habe aber bisher noch nicht so wirklich die Zeit gefunden, auch mal etwas zu schreiben.

              Danke. Ja, Freud & Leid...die Flauschebälle sind für die meisten oder sogar alle nicht nur Haustiere, sondern Familienmitglieder.

              Ich finde solche Aussagen, dass man mit den Tieren ja machen könne, was man wolle, furchtbar. Sind doch keine Gegenstände, auch wenn sie im rechtlichen Sinne eine "Sache" darstellen.


              Auch wenn man den Wänstern gedanklich manchmal Schnabel zukleben oder den Hals umdrehen könnte, wenn man mal telefonieren will und die Damen & Herren ausgerechnet DANN anfangen müssen zu quatschen, obwohl die 2-3 Stunden vorher völlige Ruhe war...

              Aber hergeben? Nie im Leben.

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                #82
                Zitat von Sternenwoelkchen
                Auch wenn man den Wänstern gedanklich manchmal Schnabel zukleben oder den Hals umdrehen könnte, wenn man mal telefonieren will und die Damen & Herren ausgerechnet DANN anfangen müssen zu quatschen, obwohl die 2-3 Stunden vorher völlige Ruhe war...

                Hallo Sternenwölkchen

                Ich versteh dich sehr gut, Wellis werden zu einer besonderen Bereicherung im Leben, sie sind keine Gegenstände, da hast du Recht. Und sie beschenken einem täglich.
                Sei es auch nur durch deine Anekdote mit dem Telefonat dran erinnert... an sowas hier:
                Der Wellensittich-Blog von Usern für User, zur Homepage von Welli.net für alle, die Wellensittiche lieben und mehr wissen möchten. Auch Du kannst ein Teil von welli.net werden.


                Liebe Grüße und dir alles Liebe, Ive

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                  #83
                  Hahaha...genau so

                  Und sie beschenken einem täglich.
                  Sei es auch nur durch deine Anekdote
                  Das stimmt. Mit unserem Alten, welcher vor 4 Wochen verstorben ist, konnten wir im Sommer immer raus in den Garten. Er saß entweder im Apfelbaum oder auf einem Ast, welchen wir vor uns hertragen konnten. Natürlich nicht ohne aufzupassen, dass Gefahr droht durch Katze oder andere Vögel.

                  Da er ja nicht (mehr) fliegen konnte, war das was ganz Besonderes.

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                    #84
                    Meine Geschichte ist sicher etwas länger und mit mehreren prägenden Stationen gezeichnet...

                    Ich sah bei den Nachbarkindern mehrere Wellis und wollte auch welche. Andere Tiere kamen für meine Mutter nicht in Frage und ich durfte leider auch nur einen haben. Das ist nun schon 32 Jahre her und die Haltung war die damals übliche. Leider...

                    Als ich 10 Jahre später auszog und der kleine Kerl (mein erster Fußgänger) schon einige Zeit nicht mehr bei uns weilte, wurde es mir so alleine in der neuen Bude echt zu ruhig und ich entschloss mich wieder für einen Welli. Er bekam einen größeren Käfig und auch einen Vogelbaum. Er war nicht lange alleine, da der Einzelvogel meiner Mutter (einer Bekannten zugeflogen) zur Urlaubsbetreuung zu mir kam und ich hoffte, dass ich ihr den Vogel abschwatzen könnte. Die beiden verstanden sich auf Anhieb und wurden in der kurzen Zeit ein Pärchen. Leider bestand meine Mutter drauf, ihren Vogel wieder abzuholen und meiner rief entsetzlich nach seiner neuen Partnerin. Es waren nicht die üblichen Kontaktrufe, sondern andere, die ich bis dahin nicht kannte. Sie klangen ganz furchtbar und brachen mir schier das Herz.

                    So zog ich am nächsten Tag sofort aus, um mindestens einen Kumpel zu holen. Was soll ich sagen? Es wurden gleich zwei...
                    Später kam dann noch ein weiterer dazu. Nachdem sich meine Mutter immer wieder beklagte, dass ihr Vogel nie einen Piep von sich geben wollte, bearbeitete ich sie, einen zweiten Vogel zu nehmen. Es dauerte leider geraume Zeit und ich gab ihr dann einen von meiner Herren-Bande, den sie bereits in ihr Herz geschlossen hatte und kaum nein sagen konnte...

                    Von nun an war ich nie wieder ohne Vögel. Später kam noch eine Nymphenhenne dazu, wobei ich glaubte, dass ihr die Gesellschaft der Wellis reichte. Immerhin wurde sie von einem sehr ausgiebig über lange Zeit gekrault. Sie hatten für damalige Verhältnisse einen riesigen Käfig, waren aber eh "Dauerkamper".

                    Später zog ich wieder zu Hause ein und alle kamen wieder zusammen. Lulu die Nymphenhenne leider immer noch alleine und sie legte deshalb auch Eier bis hin zur völligen Entkräftung. Zum Glück hatte ich damals eine fähige TÄ zur Hand, die mir dringend riet, einen Partner aufzunehmen. Ich ackerte und betete, dass ich einen Hahn aufnehmen dürfte und es hieß immer: nein, es sind genug Vögel. Irgendwann kam die Bekannte meiner Mutter an, sie hätte da einen armen Tropf, den ihr Neffe aus einer erbärmlichen Haltung geholt hätte und nun nicht wisse, wohin damit. Wir hätten doch einen Nymphen...
                    Seitdem (ich meine es war um die Jahrtausendwende) wohnt Charly in meinem Schwärmchen, denn da konnte meine Mom nun wirklich nicht mehr nein sagen...

                    Einige Zeit später zog ich wieder aus und es kamen noch Ratten dazu, die eigentlich Schlangenfutter werden sollten. Hier überlegte ich das erste Mal, ob Vögel wirklich die richtigen Tiere für mich sind, da Charly zudem ein extremer Schreier war, was bei Nymphen wirklich kein Spaß ist. Damals wusste ich noch viel zu wenig über Vögel und sie hatten nicht das, was man artgerechte Haltung betrifft, also kein Wunder, dass Charly sich die Seele aus dem Hals schrie und ich genau wie die vorigen Halter überfordert war. Die Ratten hatten es mir dagegen wirklich angetan mit ihrem zauberhaften und recht ruhigen Wesen.

                    Für die Ratten richtete ich alles ein und sie lebten artgerecht im Wohnzimmer, während die Vögel in einem kleineren und recht dunklen Zimmer (künstlich beleuchtet) mit eigentlich zu wenig Beschäftigung hausten. Damals war ich aber leider davon überzeugt, alles richtig zu machen, nachdem was man so in diversen Büchern lesen konnte. Die Wohnung war tiefpaterre und nach 5 Jahren stellte ich Schimmel fest. In dieser Wohnung hatte ich in Folge 2 Rudel Ratten, eine davon so schwer verhaltensgestört, dass man sie nicht vergesellschaften konnte, so gab es auch noch über fast 2 Jahre ein durch eine Faltwand zum drübersteigen zweigeteiltes Wohnzimmer. Nach dem ersten Rudel sollte eigentlich Schluss sein, aber ich konnte nicht widerstehen als ich aus dem Tierschutz wieder 2 Tiere angeboten bekam. Diesmal war das "Sterben in Raten" so schlimm für mich, dass ich kurz vor einem Burnout war. Diese Tiere wären eigentlich vom Wesen her (genau wie Hunde übrigens) meine Favoriten, aber ich kann es nicht, da sie eine so geringe Lebenserwartung haben, dass ich das seelisch nicht mehr aushalten kann. So gab ich die Rattenhaltung auf und ich merkte, dass ich so vielen Tieren (mit Vögelchen waren es zeitenweise 13 Tiere) eigentlich gar nicht gerecht werden konnte. Nicht finanziell und auch nicht bezüglich der artgerechten Haltung. Ich war definitiv überfordert...

                    Ein Hund kam ebenfalls nicht in Frage, da ich mir das gar nicht leisten konnte und in beruflicher Hinsicht auch nicht die Zeit dafür hätte: da wären dann schon 2 Hunde nötig, damit sie nicht den ganzen Tag alleine wären, aber das ist eben wieder die finanzielle Frage schon alleine hinsichtlich des Wohnraumes... Also blieb es bei den Vögelchen, denn die waren ja schon da, obwohl ich deutlich spürte, dass ich überfordert bin. Damals wollte ich es mir, aus welchen Gründen auch immer, leider nicht eingestehen.

                    Nach insgesamt 6 Jahren zog ich aus der Schimmelwohnung aus, da mit der Vermieterin leider nichts zu machen war. Und was soll ich sagen: Charly schrie plötzlich nicht mehr in dem Ausmaß wie er es vorher tat. Er war wie ausgewechselt. Mittlerweile hatte ich natürlich auch Internet und ich las erstmal nur sehr viel über die beiden Vogelarten. Nach und nach begann ich die Tiere richtig zu verstehen, das kleine Reich meiner Piepser besser zu gestalten und erkundigte mich über mögliches Material und Bauarten, um die Vögel angemessen zu beschäftigen und zu fordern. Das Geschrei von Charly verstummte komplett und heute schreit er nur noch dann ein paar Mal kurz, wenn Herr Strolch ihn mit seiner wellitypischen Balz nervt. Da er nun Möglichkeiten hat, auszuweichen, sehe ich keinen gestörten Vogel mehr. DAS war ich ihm schuldig! Und ich höre nicht auf, das alles noch weiter zu verbessern.

                    Heute bin ich der Ansicht, dass man Vögel in einer Wohnung definitiv nicht artgerecht halten kann. Und das auch dann nicht, wenn man eine Wohnraumgroße AV dazu hat. Fliegende Tiere brauchen viele Quadratmeter und ich spreche da nicht von Wohnräumen mit 40qm, sondern wesentlich mehr. Seitdem ich die Wellis und Nymphen in der Wilhelma gesehen habe, drückt mich ganz schwer das Gewissen. Dass die Umsetzung für private Halter utopisch ist, wissen wir alle. Ich habe die Vögel letztlich auch nur deshalb behalten und durch ungewollte Tiere weiter aufgestockt, weil die ja irgendwo hin müssen. Bei Nymphen ist das leider ungleich schlimmer, da sie wesentlich älter werden als Wellis. Nicht wenige von ihnen werden leider zu Wanderpokalen, weil die Halter überfordert sind. Das besondere und äußerst empfindasme Wesen dieser beider Arten hat es mir leichter gemacht und es ist nun ein ständiges Geben und Nehmen und ich werde nie damit aufhören, mit und von ihnen zu lernen, um ihnen eine immer besser werdende Umgebung einzurichten.

                    Meine einstige Einstellung zur Haltung war das was allgemein in der Heimtierhaltung üblich ist: sie sollen quasi meiner Unterhaltung und ähnlichem dienen. Heute ist mir diese Einstellung total fremd geworden, obwohl ich mich hier und da natürlich gerne an ihrem Schabernack erfreue, welchen diese kleinen/großen Persönlichkeiten manchmal anstellen, wie sie sich allgemein verhalten usw. Zähmen will ich sie heute nicht mehr, eher zum Gegenteil.

                    Heute steckt für mich persönlich etwas anderes dahinter, das mich ganz besonders tief erfüllt: mit Charlys "Hilfe" habe ich nachhaltig erleben dürfen und gelernt was es heißt, ein Tier (nicht) artgerecht unterzubringen. Seitdem ich mir dessen bewusst geworden bin, beschäftige ich mich auch vermehrt mit verhaltensauffälligen Tieren und eben der Beschäftigung im Besonderen, da man den Tieren nie den Flugraum bieten können wird, den sie eigentlich bräuchten. Also muss eine Alternative zu "Silberteller", "mickriger 1-Baum-Landschaft" & Co. geschaffen werden. Damit ist für mich so ganz nebenbei ein groß angelegtes Hobby entstanden, das ich nicht mehr missen möchte, solange ich es körperlich vermag: fördernde Möbel für die Vögel ausdenken und herstellen.

                    Sollte es einmal keine Abgabetiere mehr geben, würde ich meine Vogelhaltung den Tieren zuliebe aufgeben.

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                      #85
                      Hallo Haarmonster

                      Wow... dein Bericht beeindruckt mich grad echt.
                      Danke für deine ausführliche Schilderung. Ich hab einige Gedankenanstöße dadurch bekommen, die ich gerne zu Ende denken möchte.

                      Liebe Grüße und alles Gute für dich, Danke von Herzen für deinen so tiefgründigen Bericht Ive

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                        #86
                        Ich habe tatsächlich lange darüber nachgedacht, das so genau zu beschreiben, denn ich habe mich, wie vermutlich viele andere, einfach geschämt. Ich finde aber nicht, dass man sich dafür schämen muss. Viel wichtiger ist es, dass man es erkennt und von da an einfach versucht besser zu machen.

                        Für mich ist es heute deshalb nicht mehr nur einfach das Wesen der Tiere, die mich faszinieren und was letztlich die Wahl auf eben diese Tierarten fallen ließ, als vielmehr die Tatsache, dass ich richtig viel gutzumachen habe bei diesen empfindsamen kleinen Wesen. Vermutlich reicht meine Lebzeit dafür nicht aus...

                        Sie geben mir für all das, was ich für sie mache, so unglaublich viel zurück. Ich sehe das als unbezahlbaren Schatz an. Früher sah ich nicht die vielen kleinen Gesten, die man so gut wie gar nicht wahrnehmen kann, wenn man sich in die Tiere nicht hineindenken kann. Es hat sich was tiefgreifend verändert in meiner Heimtierhaltung und ich bin mir sicher, dass ich damit noch nicht am "Ende" bin.

                        Ihre deutlich spürbare Dankbarkeit lässt mich daran festhalten, solange es diese armen und geschundenen Wesen auf dem Abgabemarkt gibt. Es ist so wundervoll, wenn man Zeuge von einer aufblühenden Seele sein darf, die entweder dank unserer Wegwerfgesellschaft nicht mehr gewollt ist oder gar misshandelt. Wenn einen einstmals sehr ängstliche, traurige und trübe Augen anblickten, die eines Tages durch ein Aufblitzen in ihren Augen ihre Dankbarkeit ausdrücken, dann ist es das schönste Geschenk, das ich von ihnen bekommen kann. Fassen sie sogar Vertrauen und fliegen nicht mehr panisch fort, oder im umgekehrten Sinne: nimmt ein menschengerprägter Vogel endlich Kontakt zu einem Artgenossen auf und verliert seine krankhafte Prägung nach und nach, dann ist mein Glück perfekt.

                        Dafür lebe ich heute.

                        Kleines Beispiel heute Morgen: Trulla flog auf mich zu, landete aber kurz vor mir wo anders und diesmal nicht auf meinem Kopf wie sonst noch manchmal. Charly flogte dem Schwarmtrieb und flog mit. Frisch gelandet, sah ich, dass er kurz über seinen Mut etwas erschrocken war und nicht so ganz sicher, ob er nicht besser fort fliegen sollte. Ich ging rückwärts vorsichtig und sehr leise sprechend aus dem Zimmer: er blieb sitzen und entspannte sich bald. Beobachtet habe ich das vom Flur aus in sicherem Abstand.
                        Das war jetzt nur so eine winzige Geste, von der ich oben sprach, aber sie gab mir so unendlich viel.

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                          #87
                          Zitat von Haarmonster
                          Ich habe tatsächlich lange darüber nachgedacht, das so genau zu beschreiben, denn ich habe mich, wie vermutlich viele andere, einfach geschämt. Ich finde aber nicht, dass man sich dafür schämen muss. Viel wichtiger ist es, dass man es erkennt und von da an einfach versucht besser zu machen.
                          Hallo Haarmonster

                          Für diese Aufrichtigkeit danke ich dir, denn erstens beweist sie, dass hier niemand zerfleischt wird, auch wenn er anders denkt und zweitens ist es einfach ein leuchtendes Beispiel dafür, wie sehr man als Mensch für die geliebten Tiere an seiner Einstellung und Haltung arbeiten kann. Diese Fähigkeit, sich weiter zu entwickeln und Fehlverhalten zu korrigieren, haben leider nicht alle Menschen. Viele schnappen Dinge auf, halten diese auf ewig so, getreu dem Motto, "Das war schon immer-also ist es gut so".
                          Dass es immer gut ist sich weiter zu entwickeln, ist eine Fähigkeit und hat was mit Kritikfähigkeit zu tun. Sich auszutauschen und ohne sich durch andere Meinungen angegriffen zu fühlen einfach mal über den Tellerrand zu schauen, ist eine Gabe, die alle wieder lernen sollten, in dieser Gesellschaft. Viel zu schnell wird nämlich auch aus falschem Stolz in Fehlhaltungen verharrt und nichts optimiert. Sich stetig danach auszustrecken es für die Vögel und anderen anvertrauten Tiere so gut es geht zu machen, sollte in jedem verankert sein. Dass dies auch mit einfachen Mitteln und wenig Geld zu realisieren ist, zeigst du. Dabei zeigst du sensibel auf, dass artgerecht nicht = tiergerecht ist und beides eben trotzdem seinen berechtigten Platz hat. Auch wenn wir keinem unserer Tierchen die Ausmaße bieten können wie in der Wilhelma, so scheue ich nicht dieser Tatsache dennoch ins Auge zu sehen und zu sagen... Wenn auch keine Wilhelma, aber eben auch kein zu kleiner Käfig in der Abstellkammer. Deshalb denke ich Haarmonster, darfst du dir von allen hier am wenigsten Vorwürfe machen. Denn du versuchst wie viele hier den richtigen Mittelweg zu finden um den Geiern auch in Stubenhaltung, ein gutes Leben zu ermöglichen.

                          Danke dir deshalb für deine Bereicherung in dieser Hinsicht.

                          Liebe Grüße, Ive

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                            #88
                            Werbung nur für Gäste

                            Als ich knapp 4 Jahre alt war, nahm unsere Mutti zwei Wellensittiche auf. Diese zogen in ihrem mitgelieferten, recht kleinen Käfig bei uns im Kinderzimmer ein. Der kleine Käfig spielte eigentlich keine Rolle, denn nur nachts sollten die Wellis sicher im Käfig verwahrt sein. Trotzdem trieb Vati noch einen zweiten Käfig auf und baute mühselig - aber mit ganz viel Liebe - eine Voliere aus den Käfigen.
                            Damals teilten meine beiden Brüder und ich das Zimmer noch.
                            Als ich in die Schule kam, bekam ich ein eigenes Zimmer, und die Wellis zogen mit mir zusammen dort ein. So war es für mich auch selbstverständlich, dass ich die Wellis, als ich zur Ausbildung von zuhause auszog, ungefragt in meine "Bude" mitnahm. Hansi, der Grüne, wurde 19 Jahre alt und Peterle, der Blaue, 21 !

                            1994 kam ich zu meinem ersten, eigenen Hund, einem einjährigen Alaskan Husky aus dem Tierheim. Als dieser im Sommer 2008 starb, holte ich mir zwei Monate später die liebsten, goldigsten Rennmäuse, Lauser und Strolch. Mein Mann und ich waren diesen beiden allerliebsten Hausgenossen von Herzen zugetan. Bestens betreut dank des Rennmaus-Forums, lebten sie fast auf den Tag genau vier Jahre bei uns und gingen innerhalb 10 Tagen über die Regenbogenbrücke.
                            Wir waren untröstlich.
                            Ja - nun war mein "Mäusezimmer" wieder grausam leer und einsam. Doch mein Mann wollte keine Mäuse mehr ("die sterben viel zu schnell") - ihm fiel der Verlust der beiden sehr, sehr schwer.
                            Und auf einem Hundespaziergang mit Pelles Nachfolger Mexx, einem Sibirian Husky aus dem Tierheim, kam mir die "Erleuchtung" - Wellensittiche !
                            Wieder zuhause, gab ich meinen Einfall kund - und fand dieses herrliche Welli-Forum. Hier hab ich mich dann erstmal kundig gemacht; dann Voliere gekauft, Zimmer Welli-gerecht gestaltet (Vorhang in die Türöffnung; Sicherungsgitter vors Fenster) und und ...
                            Ja - und beim Kauf der Wassernäpfe in der Tierhandlung unseres Vertrauens verliebte ich mich dann in Merle und Willy. Die beiden mussten es sein; eigentlich die beiden "Unhübschesten" - aber sie haben mein Herz im Sturm erobert !
                            Wenige Monate später kamen dann Feli und Joshi aus einer Auffangstation dazu ... und so ungefähr alle halb Jahr immer noch zwei, die ein Zuhause gesucht haben.
                            ... Die teure Voli steht schon lange auf dem Speicher, aus dem Wellibaum wurden Welli gerechte Anlagen - - - > mein Hobbyzimmer ist jetzt ein Wellizimmer, in dem ich noch mein Ruhe- und Wellibeobachtungsbett, meinen Schreibtisch - und im Winter die Staffelei (Zeichnen) stehen habe.
                            Und bin dabei glücklich und freue mich an meiner regen Mannschaft - und mein Mann kann sogar die sechs "mehr oder weniger" grünen Wellis auseinander halten

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