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Nische/Kuschelecke bei Außenvoliere

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    Nische/Kuschelecke bei Außenvoliere

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    Hallo,
    habt ihr Tipps wie ich am Besten eine Kuschelecke bzw. Schutzhäuschen baue mit dem Ziel, dass
    - keine Brutlust erzeugt wird
    - die Wellis es um ein paar Grad wärmer haben und dorf ggf. hingehen können.

    Ich habe eine Außenvoliere auf dem Balkon (genauer gesagt eine Loggia d.h. zwei Außenwände, die Wärme abstrahlen und Windstille ermöglichen sowie eine Überdachung, d.h. kein Regen dringt ein.).

    Bisher habe ich unter dem Volierendach eine Nische eingerichtet, wo sich die Wärme staut/nicht abziehen kann. Die Mehrheit der Wellis schläft aber trotz Kälte gerne an der exponierten Stelle wo keine Wände sind, mit größtmöglicher Kälte und Wind.

    Ich schließe daraus: Es ist ihnen längst nicht zu kalt.

    Sie trallern und hüpfen viel mehr als bei Zimmerhaltung. Die ganze Strasse wird unterhalten. Nachbarn setzen sich auch bei kaltem Wetter auf ihren Balkon, um dem Gezwitscher und Geschnatter meiner Welis zuzuhören


    Trotzdem würde ich gerne mit Wissen vorbeugen, was es an Kuschelnischen es so gibt, die eine Brutlust ausschließen.

    Ich hatte z.B. die Idee, von einem Nistkasten das Dach abzunehmen und mit Heu (oder Stroh) auszukleiden. Aber vermutlich wäre das immer noch zu "bruthöhlenähnlich".

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    #2
    Hallo Flori,
    Darf ich dich fragen, wie lange du deine Wellis schon in dieser halben Aussenvoliere hast? Haben sie schon mal einen deutschen Winter mitgemacht?
    Normalerweise sollten sie keine Temperaturen unter 8 Grad haben und es soll am Wochenende schneien. Du bist also sehr spät dran mit deinen Überlegungen.
    Wir versuchen dir zu helfen, aber es gibt leider nur wenige, die eine gute Außenvoliere haben.
    Vielleicht kann jemand anderes dir besser helfen, wenn du noch ein wenig mehr beschreiben kannst, wie deine Wellis leben? Und wie lange du sie schon hast.
    Alles Gute für dich und deine Wellis. Grüße von Marie

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      #3
      Hi Marie,

      seit Sommer draußen. Klar, denn das Gefieder stellt sich auf das Wetter um. Das braucht Zeit, ist essentiell.

      Ich weiß, es ist für die Meisten unvorstellbar, aber Wellis halten auch -10°C aus, temporär auch -20°C (nicht probiert).

      Ich sehe es auch an Meinen: -3°C und sie setzen sich noch an die exponierte Stelle und trallern fröhlich.

      In den Nächten ihrer Herkunfts-Wüsten, geht es nachts auch bis -5°C. Wüsten sind nicht immer heiß.

      Wer sagt, dass sie nicht unter 8°C haben dürfen? Das widerspricht ihrer Natur. Bei Kanarienvögeln vielleicht.



      Wie gesagt, ich habe sie noch nie so fröhlich erlebt, wie im Außengehege.

      Wellis brauchen viel frische Luft. Räume sind da sehr im Nachteil.

      Sie brauchen auch Sonnenlicht für Vitamin-D.

      Und sie sehen UV-Licht. Das können wir Menschen uns nicht vorstellen, was das ausmacht, weil wir BLIND für UV sind. Fenster filtern UV-Licht. Ein Raum und Draußen ist für ein Vogel so unterschiedlich wie für uns der Tag und die Nacht. Als würden wir Vorhänge immer zugezogen haben...
      Ein Welli hat mit UV ein anderes Gefieder als ohne (für die Wellis - für uns sieht er immer gleich aus)
      Eine Außenvoliere bietet sehr viele Vorteile.

      Wichtig ist, die Wellis brauchen reichlich Körner. Sie fressen viel mehr und produzieren Wärme.


      Also, es läuft sehr gut. Viel besser als gedacht. Ich bin wirklich positiv beeindruckt, was das ausmacht.

      Aber für alles unter -5°C würde ich gerne weiter vorbeugen.
      Ein Problem ist eben, dass, wenn man gut gefütterte, vitale Wellis hat und dann ein isolierendes Häuschen reinstellt, sie möglicherweise zu brüten anfangen.
      Ich will sie nicht spontan reinnehmen müssen, wenn ich sehe, dass sie frieren. Denn dann müssen sie für den Rest des Winters drinnen bleiben.


      Ok, hier hat also kaum jemand Erfahrung...
      Ich werde verschiedenes ausprobieren.
      Vielleicht ein Plexiglashäuschen? Wirkt nicht wie eine Höhle...
      Ein weiteres Wärmenest kommt rein.

      Eine Loggia ist zudem keine Freilandvoliere. Kälte/Wind hat bedeutend weniger Angriffsflächen.

      Wer Haus-/Nestkonstuktionen kennt bzw. gebaut hat...
      Ich freue mich über Eure Erfahrung mit verschiedenen Modellen. Danke.

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        #4
        Hallo Flori,

        Erfahrungen mit Außenhaltung habe ich nicht.
        Da deine Wellis ja bestimmt keinen Freiflug haben, ist deine Voliere sicher ausreichend groß.
        Kannst du nicht eine Wärmelampe aufhängen? So kenn ich es von Freigehegen, auch für Wachteln. Da können sie sich dann hin verkrümeln wenn ihnen kalt wird, kommen aber nicht in Brutstimmung.
        Aber generell genießen Wellis in Außenhaltung auch Schnee und Kälte scheint sie nicht zu stören.

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          #5
          hallo, ich hatte 6 j. eine aussenvoli mit unbeheiztem schutzhaus. sie haben bis - 18 grad und schnee gerne draussen auf ihren klettergerüsten gesessen und haben sich den wind um die öhrchen blasen lassen. ich habe noch nie so wenig kranke wellis gehabt. in der aussenhaltung werden sie sehr robust,wenns regnet haben sie un pfützen auf dem boden gebadet.
          leider habe ich wg. umzug keine av mehr, und schwupps- schnupfen droht!
          vielspass bei -18 mit deinen wellis. mir ist das zu kalt

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            #6
            Hallo Mei50/Johanna,

            ganz herzlichen Dank für Deinen Erfahrungsbericht.

            Es kursieren so viele Temperaturzahlen... Deine 6-jährige Erfahrung ist da sehr wichtig.
            Denn ich war schon auch verunsichert, weshalb sich einige Wellis frontal in kalte Windböen stellen. Da stellt man sich schon zig Fragen...Haben sie etwa ihre Schutznische nicht gefunden? Wurden sie von den anderen vertrieben? Gab es Streit? Oje.
            Aber die Wellis wissen schon, was sie tun und wollen

            Heute wollten wir Federn sammeln, für Weihachtsbesteleien der Kinder. Kaum was brauchbares gefunden... Ein "echtes" Winterkleid scheint weniger zu verlieren.

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              #8
              das mit den federn stimmt, sie legen nicht mehr alles und soviel ab,- die kleinen sind ja nicht blöd.
              wenn du gragen hast ,immer her damit.

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                #9
                Hi Johanna, wie hattest Du das damals mit dem Wasser geregelt?

                Wellis verdursten zwar nicht so schnell - Essen ist viel wichtiger (verhungern nach 2 Tagen ohne Körner), aber gut wäre es.

                Bei mir waren es gestern Nacht -3°C. Heute werden es -4°C.

                Eine ganz kleine Eisschicht war vorhanden. Ich fülle heute warmes Wasser rein. Näpfe sind auch groß genug.


                Nun gehen sie schon öfters mal unters Dach wo sich Wärme sammelt. Ich habe noch zusätzlich ein Nest mit Heu direkt unter dem Dach gebaut. Sie setzen sich gerne auf den Rand, aber noch nicht hinein.

                Zwitschern tun sie fröhlich (natürlich nur solange es hell ist).


                Fressen tun sie üppig. Bin noch am abschätzen. Vermutlich bis zu 20 Gramm Körner pro Tag und Vogel. Im Sommer sind es ca. 10-13 Gramm.

                Ich mische seit längerem Sonnenblumenkerne als Fettfutter bei. Aber diese werden nicht gefressen.


                Das mit dem Futter ist faszinierend. Wellis wiegen ca. 40/45 Gramm, fressen also auch in der warmen Stube 25% ihres Körpergewichts täglich. Winterwellis dann fast 50%.
                Wahnsinn, wenn man das auf uns Menschen umrechnet... ein 5KG Frühstück, 10 KG Mittagessen und zum Abendbrot gibts nochmal 5KG drauf. Im Winter würden wir dann 40KG täglich essen irre.

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                  #10
                  Hallo Flori,

                  meine Wellis leben seit mittlerweile 10 Jahren in einer großen Aussenvoliere. Direkt daran habe ich einen Schutzraum, der im Winter mit einem Frostwächter ausgestattet ist. Ich versuche darin die Temperaturen nicht unter 10°C fallen zu lassen. Allerdings habe ich in all den Jahren festgestellt, dass viele meiner Wellis auch bei Minustemperaturen häufig draußen schlafen, ohne dass sich Erkältungskrankheiten entwickeln. Worauf ich aber achte, ist, dass die Temperaturdifferenz zwischen dem Außenbereich und dem Schutzraum nicht zu hoch ist. Mehr als 10 Grad vermeide ich (da drehe ich eher den Frostwächter runter).

                  Die Wasserschälchen habe ich ganzjährig im Schutzraum, damit sich auch im Sommer das Wasser nicht zu stark erwärmt (Keime!).

                  Bzg Futtermischung: im Herbst /Winter mische ich ölhaltige Saaten dazu: Negersaat, wilde Möhre, Rübsen, Salatsamen, Klee-und Kressesamen, etc.

                  Aus meiner Erfahrung heraus ist einer der wichtigsten Aspekte an eine Haltung in einer Außenvoliere, dass die Wellis lange genug Zeit hatten, sich an schwankende Temperaturen zu gewöhnen, heißt, dass bei mir nur in der Zeitspanne zwischen Mai und Anfang August Welli einziehen. Alle anderen Monate sind tabu.

                  Als vor einigen Jahren Nachttemperaturen unter -10 Grad (was in unserer Region eher selten vorkommt) angesagt wurden, habe ich um die offenen Volierenseiten Stegplatten befestigt. Die hatte ich bereits im Sommer vorbereitet, um sie b.B.schnell befestigen zu können. Vielleicht wäre das auch bei dir eine Möglichkeit, in kalten Phasen deine Wellis zu schützen.

                  Ich hoffe, dir ein paar Tipps gegeben zu haben.

                  Weiterhin viel Spaß mit deiner Truppe in der Außenvoli.

                  Liebe Grüße
                  Kristin

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                    #11
                    Hallo Kristin,
                    vielen Dank für Deine Antwort.

                    Ja, meine sind im Sommer rausgekommen. Damit sich Gefieder und Immunsystem sowie Fressverhalten einstellen können.


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                      #12
                      Die Hängematten die es zu kaufen gibt, sind doch auch schön kuschelig. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich reicht.

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                        #13
                        Hallo,
                        ich will hier weiter Wissen sammeln,
                        damit ggf. Andere ihre Zweifel ausräumen können, die sie bei einer Außenvoliere haben.


                        Heute...
                        "Die armen Füßchen der Wellis. Ist das nicht viel zu kalt?"


                        Jeder, der Kinder hat, kennt die Frage. Aber nicht jeder kann sie beantworten.
                        "Papa, warum können die Enten mit nackten Beinen auf dem Eis stehen und im kalten Wasser schwimmen?"

                        Die gleiche Frage stellt sich auch bei Vögeln, die hier im Winter auf dem Ast sitzen. Warum frieren sie nicht fest?

                        Nicht alle Vögel überwintern nämlich im Süden.
                        Im Grunde überwintern hauptsächlich die Insektenfresser im Süden, während viele Körnerfresser im Winter bei uns bleiben.

                        Die Frage es Überwinterns ist weniger eine Frage der Kälte, sondern hauptsächlich eine Frage der Futterverfügbarkeit.
                        Insekten sind im Winter nicht auffindbar oder nur mit solch extremen Aufwand, dass das Verhältnis Energieaufwand/Energieertrag zum Futter negativ ausfällt und der Vogel zwangsläufig verhungern würde.
                        Körner sind auffindbar, solange keine Eis- oder Schneedecke den Aufwand kräftemäßig unverhältnismäßig hoch ausfallen lässt. Deshalb werden bei Schnee und Eis bevorzugt Körner vom Strauch gegessen. Körnerfresser können sich deshalb den Reisestress nach Süden eher sparen.

                        Die meisten Vögel wären also kältefest, wenn das Futterproblem gelöst wäre.
                        Deshalb wird auch empfohlen an besonders eisigen Tagen Futterbällchen rauszuhängen. Aber eben nur wegen dem Schnee und Eis (nicht der Kälte), weil nur das die Futtersuche behindert.

                        Um mit ihren nackten Füßchen bei Kälte zu überleben und nicht festzufrieren, haben Wellensittiche (und die anderen Vögel) eine besondere Taktik entwickelt.

                        Unter ihrem Gefieder ist es flauschig warm, wie in einem Daunenschlafsack.
                        Damit der Wellensittich nun nicht über die Beine auskühlt, hat er die Methode des WÄRMETAUSCHERS entwickelt.
                        Vom flauschigen Körper in die Beine herabströmendes warmes Blut wird über ein Wärmetauscher mit dem von den Füssen heraufstömenden eiskalten Blut, heruntergekühlt.
                        Das heraufstömende Blut hingegen wird entsprechend erwärmt.
                        Blut dient hier nicht der Wärmezirkulation, sondern nur dem Sauerstoff- und Nährstofftransport
                        Die Wellensittiche und anderen Vögel haben somit zwei absolut unterschiedliche Temperaturen im Körper: Den Rumpf mit 36-42°C (je nach Vogelart) und die Beine im Gleichklang mit der Außentemperatur bzw ca. 0°C (ggf. auch drunter? da bin ich mir nicht sicher) bei Minustemperaturen.

                        Das hat zwei ganz entscheidende Vorteile:

                        1) Warme Füße würden das Eis antauen und jeder Vogel würde zwangsläufig am Ast festfrieren, so wie es uns passieren würde, wenn wir unsere Zunge ans Eisfach halten würden.
                        (das wäre ein Festessen für Räuber: Vogel am Spieß)

                        2) Die Vögel erleiden keinen Wärmeverlust über die Füße. Es ist ihnen einfach egal, wie kalt es dort unten ist.
                        Man stelle sich vor, wir liegen im Winter draußen im warmen Daunenschlafsack. Urgemütlich. Aber eiskalt, wenn unten die Füßen rausschauen würden. Unsere Schmerzrezeptoren würden Alarm schlagen, weil wir über die Füße auskühlen würden. Die Vögel empfinden keinen Schmerz, weil sie wegen des Wärmetauschers vor Auskühlung geschützt sind.

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                          #14
                          Sehr interessant.
                          Mir ist aufgefallen, wenn meine Geier zum fressen auf die Hand kommen, dass manche kalte Füßchen und manche richtig heiße Füße haben. Muss ich mir darüber Sorgen machen?

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                            #15
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                            Das kann ich bestätigen. Ich hatte mich auch schon gewundert, dass Fritzchens Füßchen beim Hirse futtern auf der Hand mal wärmer und mal kühler sind.

                            Viele liebe Grüße von Felo Roland sowie von Fritzchen, Johann, Emil und Heinzi. Julchen, Erna und Paulchen werden immer bei uns sein.

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