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    Vertrauen (zurück) gewinnen

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    Hallöchen ihr Lieben,
    ich hatte vorgestern einen kleinen Durchbruch bei der Welli Zähmung. Ame und Stitch haben beide auf meiner Hand gesessen, während sie Hirse gegessen haben. Mittlerweile knabbern sie auch immer wieder an meinen Fingern.
    Ich habe ja leider das Vertrauen zu meinen Wellis verloren, als ich Kumo immer Medizin geben musste. Wie lange hat es bei euch gedauert das Vertrauen (zurück) zu gewinnen? Ich habe wirklich Sorge, dass ich niemals wieder zahme Vögel haben werde...

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    #2
    Ich hatte aufgrund ihrer Krankheiten Odin mehrfach einfangen müssen. Sie kommt erst jetzt, nach 1 1/2 Jahren wieder auf die Hand zum Fressen. Eigentlich hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben. Aber dann zog Wotan bei uns ein. Das Verhalten aller Wellis veränderte sich ein bisschen und plötzlich saß sie auf meiner Hand, machte sich richtig breit, damit kein anderer neben ihr sitzen konnte, und fing an zu futtern. Sie sitzt sogar ganz alleine auf meiner Hand. Ich konnte es zuerst nicht glauben.
    Sie kommt jetzt wieder jeden Tag.

    Also gib die Hoffnung nicht auf! Vielleicht kommt es ja auch schneller wieder dazu, als bei meiner Odin.
    image6[829].jpg

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      #3
      Mich beschäftigt dieses Thema auch seit einer Weile: Anfang September letzten Jahres erkrankte unser Sasu an einem starken Atemwegsinfekt, der mehrfach wiederkehrte, einen Megas-Schub auslöste und nun auch noch chronische Spätfolgen nach sich zieht. Wir waren in ca. 3 Monaten über 20 Mal mit ihm beim Tierarzt, er hat genauso viele Spritzen bekommen, die meisten davon verschiedene Antibiotika, und 3 Kropfabstriche. Dann noch 4 Wochen Ampho Moronal, 2 Mal täglich. Seit Mitte Dezember, also fast 2 Monate, inhalieren wir mit ihm 1-2 Mal täglich. Dafür müssen wir ihn jedes Mal fangen und er muss jeweils 7-8 Minuten in der Transportbox sitzen. Sasu hat einen wahren Höllenritt mitgemacht, der auch immer noch nicht vorbei ist, da jeder Versuch, mit dem Inhalieren wieder aufzuhören, in Nasenausfluss, Husten und Atemgeräuschen mündet.

      Ich merke leider auch, dass Sasu nicht mehr so unbedarft ist, wie er das vor dieser ganzen Krankheit war. Völlig verständlich natürlich. Für das, was er alles mitgemacht hat, ist er sogar noch erstaunlich vertrauensvoll. Trotzdem bemerke ich, dass er oft erstmal beunruhigt ist, wenn ich zum Käfig komme. Er entspannt sich dann meistens wieder, wenn er merkt, ich will nichts von ihm, aber es ist natürlich trotzdem nicht schön, weder für ihn, noch für mich. Es hilft, sich auf eine Seite des Käfigs zu stellen, wo die Fronttür nicht ist, da er weiß, dass ich so nicht in den Käfig greifen kann. Ganz grundsätzlich können Wellensittiche aber ziemlich gut differenzieren, ist mir aufgefallen: Sasu kommt immer noch, nach all dem Mist, auf meine Hand zum Hirse-Essen. Ich persönlich achte darauf, alles mit bestimmten Ritualen zu verbinden (z.B. das Hirse-Ritual, aber auch das Fang-Ritual). Mir ist aufgefallen, dass die Wellis auch schon Rituale wie "Die Felo geht ins Badezimmer und wäscht sich die Hände" mit "Gleich gibt's Hirse" verbinden. Teilweise haben die beiden mich schon regelrecht angebettelt, wenn ich einfach von der Toilette wiederkam, da die beiden gelernt haben, dass ich mir immer die Hände wasche, bevor ich die Hirse anfasse. Gleichzeitig achte ich inzwischen auch darauf, dass es vor jeder Fangaktion ein bestimmtes Ritual gibt, dass sie nicht mit anderen (positiven) Ritualen verwechseln können (z.B. Transportbox gut sichtbar hinstellen; man kann sich auch irgendeinen Hut aufziehen, den man sonst nie trägt). Der Nachteil ist, dass der Welli irgendwann weiß "gleich kommt sie und fängt mich", dann hat man natürlich keinen Überraschungsmoment mehr. Der Vorteil ist, dass der Welli einem nicht grundsätzlich mit Misstrauen begegnet, da er lernt "erst wenn sie X und dann Y macht, ist sie gefährlich".

      Das beantwortet deine Frage nicht so richtig, sondern erklärt eher, wie man dem generellen Vertrauensverlust begegnen kann, wenn man gerade in dieser blöden Situation ist, dass man den Vogel ständig fangen muss. So versuche ich es aktuell zumindest und habe auch das Gefühl, es hilft etwas. Hast du Kumo, als sie krank war, vielleicht mit irgendwas zu dir oder in den Käfig gelockt, um sie besser fangen zu können, z.B. Hirse? Also sie irgendwie in Sicherheit gewogen und dann gefangen? Oder sie direkt in der Hand gehalten, ohne Handtuch? Ich könnte mir vorstellen, dass sowas vielleicht dieses scheinbar recht tiefe Misstrauen ausgelöst haben könnte.

      Meiner Erfahrung der letzten Monate nach ist es für das Vertrauen der Wellensittiche besser, mit offenen Karten zu spielen, also direkt Transportbox und Kescher zeigen, nach dem Motto "Ich fange dich jetzt", da sie dann in anderen Situationen nicht so misstrauisch reagieren. Sicherlich spielt aber auch der Charakter der Vögel mit rein.

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        #4
        Also ich habe glaube ich unbewusst so ein Ritual geschaffen. Bevor ich einen Vogel fange ziehe ich mir immer schwarze Handschuhe an. Ich hatte die Hoffnung, dass sie die negative Erfahrung dann damit verbinden und nicht mit der Hand selbst. Ich versuche einfach weiter so viele positive Erfahrungen mit der Hand zu bieten. Zum Putzen trage ich ja auch immer Handschuhe, allerdings in Blau.

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          #5
          Zahmheit ist ja auch immer relativ.
          Nennen wir es Vertrauen.

          Ich habe viele viele Krankheiten bei meinen Wellis durch. Viel Einfangen, viele Fahrten zum Arzt und noch mehr Medikamentengaben.

          Am Ende kommt es immer auf den Charakter des Vogels an.

          Ein paar grundsätzliche Sachen bei mir zu Hause:
          Muss ich einen Vogel fangen und es klappt situationsbedingt nur mit dem Kescher, habe ich ein spezielles T Shirt an. Kein anderes Kleidungsstück kommt auch nur annähernd an die Farbe ran. Es ist bewusst eine Farbe, die ich im Alltag niemals anziehen würde.
          Sobald der Vogel versorgt ist, ziehe ich es direkt wieder aus.
          Das war ein richtiger Game-Changer als ich damit anfing.
          Die anderen können sich sofort wieder beruhigen, sobald die "Böse Farbe" verschwunden ist.

          Ich rede niemals mit den Vögeln, während ich einen rausfischen muss und auch nicht während der Medigabe.
          mein Gefühl sagt immer: Beruhige den Vogel! Aber nein. meine Stimme soll unbedingt positiv verknüpft werden.

          Wenn es später Belohnungshirse fürs tapfere "Ertragen" gibt, gibts ganz viel Lob und beruhigende Worte.

          Somit grenze ich die Situation schonmal klar zum Alltag ab.

          Harry damals, war nie ganz vertraut mit mir, dennoch kam er hier und da immer noch gerne mal für etwas Hirse. trotz monatelanger Medigabe.
          Sand hat sich von nichts beeindrucken lassen. Sobald die Medikamente drin waren bzw. einmal ein paar Wochen ein Füßchen eingecremt, und sie sich ein paar Minuten beruhigt hatte, kam sie direkt wieder an.
          Über Monate hinweg hat sie sich jeden Tag, trotz aller Strapazen, von mir verwöhnen lassen. Sie hat das klar abgrenzen können.

          Toto war im Herbst 2025 sehr krank, der hat ein paar Wochen benötigt, um mir wieder zu vertrauen. Erst ganz zaghaft und irgendwann war der Knoten geplatzt und er kam wieder zu mir wie immer.

          Jeder hat da sein eigenes Tempo und auch wenn du es schade findest, dass sie vielleicht nicht mehr so zahm sind, wie du das gerne hättest... denke daran, es sind Lebewesen mit einem eigenen Charakter. Pass dich ihrem Tempo und Verhalten an, nicht umgekehrt.

          Dennoch kann ich deinen Wunsch absolut verstehen und wünsche dir sehr, dass ihr wieder eine tolle gemeinsame Basis zusammen herstellen könnt.

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            #6
            Das mit dem Reden werde ich ab sofort auch ändern, das ist ein guter Hinweis. Dann behalten sie vielleicht eher einen positiven Blick auf mich.
            Ich hoffe einfach, dass in Zukunft ein gewisses Vertrauen da ist weil ich ja auch nicht will, dass meine Vögel Angst vor mir haben. Sie sollen sich wohl und sicher fühlen können.

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              #7
              Bei meinen beiden ist er komisch. Beide springen bei mir auf der Hand rum oder wir spielen mit einer alten Feder. Dann ein anderes mal ich greife in den Käfig weil Twixy dort wider aufgeräumt hat und beide bekommen bald Panik . Vor ein paar Tagen war es wieder anders. Clyde hatte den Kopf im Nacken und ich hatte in nähe des Käfigs etwas gemacht. Clyde kümmerte sich gar nicht darum was bei eine Art Vertrauen von Clydes Seite aus zeigt.

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                #8
                Kommt mir sehr bekannt vor, in dieser Phase ist mein Bob auch gerade.
                Dieses Verhalten scheint also kein Einzelfall zu sein. Habe ihn aber auch erst seit 10 Wochen.🤔

                Liebe Grüße von Eva und den 3 Rackern

                Im Herzen und unvergessen Emilie, Hansi ,Mäxchen , Moritz und Eddie

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                  #9
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                  Ich bin auch gerade in dieser Situation. Leider ist Sammy nicht handzahm aber braucht täglich Medikamente. Ihn täglich einzufangen ist jedes Mal Stress für ihn, auch wenn ich den Eindruck habe, dass er ein eher stoischer Charakter ist, der zwar misstrauisch ist, aber alles halbwegs gut wegsteckt. Immerhin nimmt er die Medizin einigermaßen gut an.
                  Seine Mitbewohnerin Paulina hat mir vorhin von einer Rispe gefressen, die ich mit der Hand in den Käfig gehalten habe, aber ich glaube auch, dass es daran liegt, dass ich die Ernährung zurzeit reduzieren muss, weil Sammy übergewichtig ist und abnehmen muss. Paulina muss die Diät mit ertragen, also hatte sie wahrscheinlich einfach nur ultra Hunger und das hat die extra Kolbenhirse dann interessant gemacht. Sammy traut mir leider überhaupt nicht im Moment und mir tut das so Leid. Ich weiß aber auch nicht was ich sonst machen soll, weil die Medikamente sind leider wirklich nötig.

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