Wenn das Folgende gegen den angemessenen Umgangston hier im Forum verstößt, bitte ich die Moderatoren vorab darum, mein Posting entsprechend zu bearbeiten oder gegebenenfalls zu löschen.
Ich bin nun schon seit einigen Monaten hier im Forum und schon häufiger las ich von neuen Usern, die einen einzelnen Welli halten, unzufrieden sind, weil der Welli nicht das macht, was der Halter will, und dann hier Hilfe suchen. Oft handelt es sich dann um Jugendliche, die von ihren Eltern keine Erlaubnis bekommen, einen zweiten Welli zu holen. Und schließlich wollen sie ja, dass der Welli möglichst schnell zahm wird. Oder der Welli ist langweilig. Oder der Einzelwelli kommt nicht zum Freiflug raus.
Kurzum: der Wille des Halters wird auf irgendeine Weise nicht erfüllt. Die Ansprüche an das Tier wurden nicht erfüllt.
Aber man hat sich- als Jugendlicher oder Erwachsener und auch als Elternteil- über die Haltungsbedingungen zu informieren, bevor man das Tier anschafft.
Und da heißt es bei sämtlichen Papageienvögeln: Schwarmhaltung. Mindestens 2, nie einer. Zusammen. Nicht einzeln. Paarweise. Mit Partner.
Was ist daran so unfassbar schwer zu begreifen?
Ich persönlich denke ja, dass der Grund darin zu suchen ist, dass sich noch immer gefährliches Halbwissen in den Köpfen vieler Menschen hält. Dinge, wie: "Nur ein einzelner Welli wird zahm."
Auch hier heißt es: Egal ob Einzelwelli oder nicht, es gibt nie eine garantierte Zahmheit.
Als ich 8 Jahre alt war, wollte ich ein eigenes Haustier haben.
Eines, für das ich Verantwortung übernehmen muss. Wir hatten damals bereits Hunde und Katzen, aber ich wollte eben kein Schmusetier, sondern ein Tier zum Beobachten.
So kam ich auf den Welli. Meine Eltern -egal, was ich heute über sie denke, aber eines haben sie mir mit auf den Weg gegegeben- erkundigten sich mit mir zusammen über die Haltungsbedingungen von Wellis. Wir lasen uns gemeinsam Fachliteratur zum Thema durch, danach wurde ein Käfig und Zubehör gekauft und erst dann kamen die Wellis. Ja, die Wellis. Kein einzelner, sondern zwei.
Ich habe als achtjähriges Kind nie danach gekräht, ob die beiden denn nun zahm werden oder nicht, denn ich wollte ein Tier zum Beobachten haben, und nicht zum streicheln. Zahmheit war und ist mir nicht wichtig. Meine Eltern haben mich vor der Anschaffung der Wellis mehrfach eindringlich gefragt: "Bist du sicher, dass du deine Wellis auch dann noch mögen würdest, wenn sie kein Zutrauen fassen? Bist du sicher, dass es dir nicht wichtig ist, ob sie zahm werden?" Ich war mir sicher.
Und ich bin froh, dass meine Eltern die Geistesgegenwart besessen haben, mir beizubringen, was Verantwortung für ein Tier zu übernehmen bedeutet: nämlich nicht nur, dass man sich gut um es kümmert, wenn es da ist, sondern vor allem, dass man vorher die nötigen Rahmenbedingungen schafft, damit sich das Tier überhaupt wohlfühlen kann.
Es tut mir Leid, aber wenn man lesen muss "aus persönlichen Gründen geht kein zweiter Welli", so frage ich mich, warum man überhaupt den ersten anschafft. Was für Gründe kann es geben?
Ein zweiter Welli fällt in puncto Lärm, Platz, Futter, Reinigung des Käfigs nicht ins Gewicht.
Natürlich wäre da der finanzielle Aspekt, aber auch da sage ich: wer das nötige Geld nicht hat oder keine Rücklagen für Tierarztkosten bereitstellen kann, sollte die Haustierhaltung überdenken. Es kann immer unerwartet zu Kosten kommen.
Was für Gründe es auch geben mag, ich bleibe da skeptisch. Ich will die Gründe auch gar nicht erfahren, sondern nur ausdrücken, dass es, wenn es diverse Gründe gibt, kaum eine sinnige Idee sein kann, überhaupt erst einen Welli zu holen.
Ich selbst habe zig private Probleme, unter anderem wegen meiner Familie, aber dennoch vermag ich es, mich um meine Tiere zu kümmern, einfach weil ich vorher genau abwäge, was ich mir aufbürden kann und was nicht. Und weil ich abwäge, ob ich die nötigen Bedingungen für die Haltung schaffen kann, damit es den Tieren gut geht.
Liebe Grüße,
Acala




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