Seit ca. 2 Monaten leben bei uns zwei kleine Kavalliere – Tchio und Sasu –, die hier gerne und viel Krawall machen – so viel zur Namenserklärung unseres Schwarmnamens haha. Zum Zeitpunkt des Einzugs waren sie laut Züchter ca. 3-4 Monate alt, im Moment sind sie also ca. 5-6 Monate alt und zumindest Sasu befindet sich gerade mitten in der Jugendmauser. Tchio hat auch schon ein paar Federn gelassen, aber bisher hat er noch keine größeren Federn verloren, aber ich denke, bei ihm geht es auch bald richtig los.Der Einzug:
Nach längerer Vorbereitung war es am 16. August, einem Freitag, dann soweit: Mein Partner und ich sind gemeinsam zu einem (semi-professionellen) Hobby-Züchter aufgebrochen, den ich in den Wochen zuvor über Ebay Kleinanzeigen ausfindig gemacht hatte. Dort angekommen, erwarteten uns bestimmt zwei Dutzend Volieren mit fast 10 unterschiedlichen Sittich- und Papageien-Arten; die Jungvögel wurden in einem kleinen Anbau separat gehalten. Dort standen wir dann vor ca. 30-40 jungen Wellensittichen in zwei langen Käfigen und waren erst einmal ein bisschen erschlagen (während wir von einem jungen Papagei, der hinter uns saß, zusammengeschrien wurden). Wir hatten uns schon im Voraus entschieden, zwei Hähne auszusuchen. Die erste Entscheidung fiel dann ganz spontan: Ich sah nach oben und über unseren Köpfen am Gitter hing Tchio mit schief gelegtem Kopf und musterte uns kritisch-interessiert. Sein wunderschönes, kunterbuntes Federkleid fiel sofort auf und mir gefiel seine Ausstrahlung; damit war die erste Entscheidung getroffen. Da mein Partner, der vorher keine Berührpunkte mit Wellensittichen hatte, mich gebeten hatte, dass wir zwei optisch deutlich unterscheidbare Vögel nehmen (er hatte Angst, er könne sie sonst nicht auseinander halten
), habe ich als nächstes nach einem eher bläulichen Vogel geschaut – und mein Blick fiel auf Sasu, ein weißes Wölkchen mit ein paar dezenten blauen Farbspritzern an der Brust. Auch er hing über unseren Köpfen am Gitter und schaute uns aus seinen schwarzen, fast mandelförmigen Aüglein an. Schon auf den ersten Blick hatte er irgendwie eine ruhige Ausstrahlung und wenn ich jetzt daran zurückdenke, fühlte er sich in dem (zu) vollen Käfig, glaube ich, auch nicht richtig wohl. Sein Gefieder am unteren Bauch und sein Schwanz waren von den Gitterstäben ganz zerzaust und an den Spitzen geknickt. Wahrscheinlich hing er viel am Gitter, wurde von den anderen vielleicht oft von den vollen Sitzstangen verscheucht.
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Foto: Der erste Tag im neuen Heim, noch ganz verschreckt und geduckt
In den ersten Tagen im neuen Käfig waren die armen Flauscher ganz still und verschreckt und haben sich keinen Zentimeter von ihrer zentral gelegenenen Lieblingssitzstange wegbewegt. Die beiden hatten jedoch direkt eine enge Bindung, blieben immer ganz dicht zusammen und machten alles nur zu zweit. Es dauerte sage und schreibe 9 Tage, bis die beiden zum ersten Mal richtig an die Kolbenhirse gegangen sind, obwohl sie direkt neben ihnen im Käfig hing – dann war es natürlich sofort die große Liebe. Es dauerte 2 komplette Wochen, bis die beiden zaghaft zu quasseln und zu zwitschern anfingen. Und bis ich sie davon überzeugen konnte, dass ich sie mit dem Eisbergsalat nicht vergiften will, hat es auch 10 Salatblätter an unterschiedlichen Tagen gebraucht
Bis sie anfingen, auf dem Klettergerüst zu spielen, dauerte es sogar 4 Wochen – und die Schaukel wurde erst nach 6 Wochen eingeweiht.DSC_2462.jpg
Foto: Der Tag, an dem (endlich) die Hirse entdeckt ward
Wie ihr seht, haben wir zwei besonders zaghafte Exemplare hier, die für alles sehr, sehr viel Zeit brauchen
Aber wir haben viel Geduld mit ihnen und allmählich lernen sie hier die Freuden des Welli-Lebens kennen mit allem, was dazugehört: Die Hirse essen sie inzwischen aus der offenen Handfläche von der Stange aus und Sasu setzt sich ab und an sogar schon mit beiden Füßchen auf die Hand; vor ein paar Tagen hat Tchio auch zum ersten Mal ein Füßchen auf meiner Hand abgestellt
Grünfutter wird inzwischen mit großer Leidenschaft verköstigt, sogar ganz unbekannte Sorten probieren sie jetzt ohne Zögern. Auch mit den Spielzeugen beschäftigen die beiden sich nun ausgiebig und geknabbert wird auch gerne. Unsere aktuelle Herausforderung lautet „Freiflug“, denn obwohl die Herren einen unbändigen Flugdrang haben, flattern sie immer noch lieber in ihrem sicheren und vertrauten Käfig – nicht mal mit Hirse lassen sie sich auch nur einen Schritt vor die Tür locken, dabei sind sie schon fast 2 Monate hier. Tchio fliegt inzwischen manchmal für 2-3 Runden raus, aber es kostet ihn immer noch stundenlange Überwindung und er fliegt auch sofort wieder rein, ohne die zahlreichen Sitzgelegenheiten auch nur auszuprobieren
Sasu hat den Käfig nur ein Mal verlassen und seitdem nie wieder. Aber: Wir bleiben dran, bisher haben wir noch alles irgendwie hinbekommen.DSC_2650.jpg
Foto: Der erste Freiflug, danach waren sie schnell wieder im sicheren Käfig
Nun möchte ich noch kurz unsere beiden Flauscher und ihre charakterlichen Eigenarten vorstellen

Tchio
Tchio ist ein kleiner Wildfang und hat sich schon sehr früh als Chef etabliert. Tagsüber tobt er gerne wie ein kleiner Wirbelwind durch den Käfig, fliegt und zetert lautstark, als würde er am liebsten aus dem Gefieder springen. Diese Phasen enormer Aktivität werden unterbrochen von Phasen sehr, sehr großer Schläfrigkeit, in denen er keine Störung duldet. Wenn ich dann zum Käfig komme, wirft er mir auch schon mal einen vernichtenden Blick zu oder steckt demonstrativ den Kopf ins Rückengefieder
Da er dabei abends oft sehr flauschig wird, hat er nun den Spitznamen Flauschio McFlauschingten, der Flauschige. Eine weitere große Leidenschaft von Tchio ist das Essen: Hirse liebt er inzwischen heiß und innig und auch mit einem Blatt Salat oder einem Stück Gurke kann er sich stundenlang beschäftigen, er lutscht es förmlich hohl. Am Anfang war er ziemlich futterneidisch und hat Sasu förmlich zu den Futternäpfen verfolgt und ihn auch mal vom Grünfutter verjagt, aber das hat sich in den letzten Wochen zum Glück gelegt (wahrscheinlich war er es vom Züchter gewöhnt, dass man um sein Futter kämpfen muss). Ansonsten ist Tchio eigentlich ein ganz lieber Welli, vor allem Sasu liebt er heiß und innig und es wird auch sehr wenig gestritten. Uns gegenüber taut er auch immer weiter auf, aber insgesamt ist er schon der kritischere von beiden. In anderen Belangen ist er aber deutlich mutiger, zum Beispiel was Freiflug angeht, und er ist auch nicht besonders schreckhaft. Tierarzt-Besuche findet Tchio aber richtig blöd, da zeigt sich dann auch seine sensible Seite, aber in diesen Situationen zeigt Sasu dann Stärke und beruhigt seinen besten Freund.
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Foto: Kurz vorm Mittagsschläfchen präsentiert Tchio noch sein kunterbuntes Gefieder
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Foto: Flauschio McFlauschingten, der Flauschige
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Foto: Gemeinsames Spielen mit Sasu auf der Schaukel
Sasu
Sasu ist unser kleines Wölkchen und ein sehr friedfertiger und harmonischer Welli, der Konflikten nach Möglichkeit aus dem Weg geht
Am Anfang ließ er sich ohne Widerstand von Tchio vom Salat etc. vertreiben, obwohl er körperlich eigentlich größer und kräftiger ist. Inzwischen hat Sasu aber auch ein bisschen Mut gefasst und setzt sich auch mal zur Wehr, wenn Tchio ihm seinen Platz streitig machen will (vor allem bei Möhre, seinem Lieblingsessen, versteht Sasu keinen Spaß). Er selbst verscheucht Tchio aber nie und teilt alles brüderlich. Insgesamt ist er sehr kommunikativ, quasselt gerne vor sich hin und unterhält sich auch gerne mit uns, wenn wir vor dem Käfig stehen und ihn ansprechen. Ansonsten ist Sasu ein sehr neugieriger Welli, der eine gewisse Faszination für mein Handy hat und auch alle Spielzeuge zuerst ausprobiert hat. Seine größte Leidenschaft ist das frei hängende Klettergerüst im Käfig, in dem er gerne rumturnt und an dem er auch gerne rumknabbert. Auch die Korkstange war anfangs hoch im Kurs, aktuell ist das Klettergerüst aber definitiv beliebter
Auf der Schaukel sitzt er selbst nicht so gerne (ich glaube, er mag es nicht, wenn sie schwingt), aber er beknabbert sie gerne mit Tchio von der Sitzstange aus. Anders als Tchio ist Sasu ziemlich dämmerungsaktiv und würde wohl bis spät in die Nacht sabbeln, wenn wir ihm nicht irgendwann das Licht ausmachen würden, während Tchio so ab 18-19 Uhr durch ist mit dem Tag. Ein bisschen kurios ist Sasus Freude am Geräusch von fließendem Wasser – sobald hier jemand den Wasserhahn aufdreht, fängt er an zu quasseln
Sasu hat aber leider ein bisschen Angst im Dunkeln und ist auch insgesamt etwas schreckhaft. Uns gegenüber hat er aber schon viel Vertrauen gefasst und sitzt beim Hirse-Fressen inzwischen auch gerne auf meinem Daumen, damit er sich nicht so strecken muss. Tchio liebt Sasu ebenso heiß und innig wie umgekehrt, er betüdelt ihn auch gerne, fängt z.B. plötzlich an, ihn zu kraulen, wenn Tchio sich am Kopf kratzt oder „hilft“ ihm bei der Gefiederpflege.DSC_2795_1.jpg
Foto: Sasu, der Fotogene
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Foto: Sasu, der Neugierige
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Foto: Sasu, der Erklimmer des Mount Kletterest
Ich liebe die beiden kleinen Flauscher sehr und freue mich schon, viele schöne Bilder mit euch zu teilen
Schöne Grüße von den Krawallieren! DSC_2597_1.jpg




und Moritz

die Fanny & Co. mit Felo Susanne
Ein bisschen pubertär werden die beiden gerade auch in ihrer Jugendmauser, seit ein paar Tagen zanken die beiden sich ab und zu am Hirsebuffet. An anderen Tagen ist alles wie gewohnt friedlich - Jungs 

Einige kriegen ihre Wellis nicht wieder in den Käfig, unsere wollen nicht raus 
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