ich finde es ganz klasse, wie ihr euch alle für die armen Stadttauben engagiert.

Vielleicht können wir hier wirklich ein kleines Netzwerk zum Erfahrungsaustausch mit der Einrichtung betreuter Taubenschläge errichten.
Nach meiner Erfahrung ist die Einrichtung des ersten betreuten Taubenschlags in einer Stadt die größte Hürde. Die Überzeugungsarbeit, dass dabei alle Beteiligten nur profitieren können, kostet Kraft, Nerven und lässt einen manchmal fast aufgeben und einen Schlag mit allen anfallenden Nebenkosten privat finanzieren.
Dabei ist das gar nicht nötig. Wohnungsbaugesellschaften werben heute gern mit sozialem Engagement. Außerdem haben sie Probleme mit Taubenkot und Nestern an ihren Gebäuden. Sie geben viel Geld für tierschutzwidrige Vergrämungsmaßnahmen aus. Und sie haben unter Garantie leerstehende Dachgeschosse, die sich hervorragend für einen betreuten Taubenschlag eignen würden und sowieso schon sozusagen illegal von den Tauben genutzt werden.
Nun braucht es nur noch einen Beschäftigungsträger, der Interesse an dem Projekt bekundet, das Konzept der Bundesagentur für Arbeit vorlegt, die einen Teil der Kosten übernimmt. Den anderen Teil trägt die Wohnungsbaugesellschaft.
Und alle sind glücklich. Die Wohnungsbaugesellschaft ist ihr Taubenkotproblem los und darf sich in ihrem sozialen Engagement sonnen, die Bundesagentur für Arbeit mindert die Zahl der Arbeitslosen, die wiederum glücklich über einen geförderten Job sind, der Beschäftigungsträger verdient und die Tauben dürfen endlich ein so behütetes Leben führen, wie es ihnen als für menschliche Bedürfnisse gezüchtetes Haustier zusteht. Und letztendlich freut sich sogar unsere Bundesregierung über die gesunkenen Arbeitslosenzahlen im Wahljahr.
Auch Supermarktketten eigenen sich als Ansprechpartner, die Deutsche Bahn und bestimmt noch ganz viele Andere, die heute noch Spikes an ihren Gebäuden anbringen lassen und sich darüber aufregen, dass die Tauben sich davon nicht abhalten lassen.
Auch für Leute, die den direkten Kontakt mit den Tauben scheuen, gibt es ganz viele Möglichkeiten, sich zu betätigen...
Hoffnungsvolle Grüße
Mariama



Tatsächlich handelt es sich bei uns um die Berliner Verkehrsbetriebe. Die Überzeugungsarbeit ging über acht (!) Jahre...
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