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Fliegenfänger brauche bitte Rat!

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    #16
    Hallo zusammen,
    ich bin per privater Nachricht nochmals gefragt worden, wie man das mit dem Reinigen der Wellis genau macht. Zeitpunkt der Reinigung, zeitlicher Abstand, Reihenfolge, eventuelle Wiederholungen etc. und möchte nicht per privater Nachricht sondern hier antworten, damit auch andere Betroffene davon profitieren können:

    Hier nochmal die Technik in der Reihenfolge, wie wir das gemacht haben:

    Aber bevor man damit anfängt, sollte sich der Welli nach dem furchtbaren Erlebnis mit dem Fliegenfänger schon sehr, sehr beruhigt haben. Darum sollte man ihm, nachdem man ihn vom Fliegenfänger gelöst hat, mindestens einpaar Stunden, wenn nötig auch über Nacht im Käfig Zeit geben, bevor man überhaupt irgendetwas tut. Für jeden Welli ist es mit Sicherheit ein schwerer Schock, in einem Fliegenfänger hängen zu bleiben. In den ersten Stunden wird er kaum versuchen sich zu putzen, dafür ist der Welli wahrscheinlich viel zu fertig.

    Also erst nachdem sich der Welli gründlich von seinem Erlebnis mit dem Fliegenfänger erholt hat, sollte man die ersten beiden Prozeduren, oder alle drei Prozeduren gleichzeitig vorbereiten. Für die erste Prozedur benötigt man 2-3 Esslöffel normales Salatöl, für die zweite Prozedur eine Tasse voll Mehl und für die dritte Prozedur benötigt man ein normales Haarwaschmittel und so eine Babywanne voll Wasser, das nicht eiskalt, aber auch nicht lauwarm sein sollte, sondern eher dazwischen. Zudem jeweils etwas Küchenpapier und ein weiches Handtuch bereitlegen.

    Jeder dieser 3 Prozeduren dauert, wenn man gut vorbereitet ist, für den Welli unter 5 Minuten. Es ist natürlich von Vorteil, wenn man damit abends anfängt und der Welli danach in seinen Käfig kommt und ungestört ausschlafen kann.

    Rein technisch könnte man alle drei Prozeduren direkt nacheinander machen und den Welli danach zum Schlafen in den Käfig setzen. Damit wäre der Welli wieder völlig sauber und spätestens am nächsten Morgen auch völlig trocken und auch flugfähig. Alles wäre erledigt.

    Wie schnell man vorgeht, ob man alle 3 Prozeduren direkt hintereinander macht bzw. machen kann, ob man schon nach der ersten Prozedur beendet, die zweite am nächsten Tag macht und die dritte am übernächsten Tag, das alles hängt einzig davon ab, wie der Zustand des Wellis ist!

    Wegen des zu erwartenden Stresses für den Welli rate ich dazu, nur die ersten beiden Prozeduren direkt hintereinander zu machen und die dritte Prozedur (Wasser und Champo) erst am nächsten Tag (bzw. nächsten Abend) zu machen, weil gerade diese Wasser-Champo-Prozedur den Welli wohl am meisten stressen wird! Die Prozeduren 1 und 2 sollte man, wenn irgend möglich, direkt hintereinander machen. Aber alles das hängt einzig davon ab, wie fitt der Welli ist und wie er die Prozeduren wegsteckt! Bei einem nicht sehr ängstlichen und handzahmen Welli sieht das völlig anders aus als bei einem Welli der vom Typ her sehr ängstlich und nicht handzahm ist.

    Wir selbst haben die beiden ersten Prozenduren (am Abend) direkt hintereinander gemacht, die 3. Prozedur am nächsten Abend.


    Prozedur 1
    Diese Prozedur mittels normalem Speiseöl nimmt dem Kleber vollständig seine Klebrigkeit.

    Nach einem gründlichen aber sehr vorsichtigen einmassieren der betroffenen Federn mit (reichlich) Speiseöl bleibt in diesen Federn allerdings eine ölige Pampe, die von alleine so gut wie nicht trocknen würde. Diese „Pampe“ besteht aus dem aufgelösten Kleber und dem Speiseöl. Dieses Einreiben ist, auch wenn man es gründlich macht, in ca. 2-4 Min. erledigt. Übermäßige „Pampe“ mit Papiertuch o. besser mit weichem Handtuch abtupfen.

    Würde man danach nichts mehr tun, würde der Vogel nun in der nächsten Zeit (Tage, evtl. Wochen) versuchen sich zu putzen. Dabei würde er wahrscheinlich erhebliche Teile dieser „Pampe“ schlucken, was sicher – trotzt Ungiftigkeit - nicht allzu gesund sein dürfte. Darüber hinaus würde der Vogel alleine wahrscheinlich Wochen benötigen, bis die betroffenen Federn soweit von dem Öl befreit sind, dass man sie als „trocken“ bezeichnen könnte und der Vogel wieder fliegen kann.

    Fazit: Der Vogel alleine schafft das nicht, es sei denn, es wären wirklich nur ein paar kleine Federchen am Bauch betroffen und sonst nichts und der Bereich sehr, sehr klein. Ist der Bereich größer oder sind Rücken und/oder Flügel betroffen, sollte der Halter diese „Pampe“ mittels Prozedur 2 und 3 entfernen!

    Prozedur 2
    Am besten gleich, unmittelbar nachdem man das Öl einmassiert hat und nichts mehr wirklich klebt, kann man die betroffenen Partien mit reichlich Mehl einreiben. Das Mehl, ganz zärtlich einmassieren, wieder reichlich Mehl und wieder einmassieren. Danach mit dem Handtuch leicht abtupfen. Dauer vielleicht auch 2-4 Minuten.

    Das Ganze ergibt eine ziemliche Sauerei auf dem Tisch, aber mit dieser Prozedur kann man sicher 70% bis 90% der so genannten „Pampe“ aus den betroffenen Federn entfernen.

    Nun könnte man sofort mit Schritt 3 weitermachen, aber das kommt – wie gesagt - einzig auf den Zustand des Vogels an. Ist der Vogel nach Prozedur 1 und 2 ziemlich fertig, wartet man mit Prozedur 3 – am besten bis zum nächsten Tag (evtl. bis zum nächsten Abend). In diesem Fall sind die betroffenen und behandelten Stellen ja bis zum nächsten Tag noch etwas ölig. Darum ist es wichtig, dass der Welli warm hat und dass es keine Zugluft gibt. Wenn die Flügel betroffen sind, kann der Welli nicht fliegen! Also Käfig zu.


    Prozedur 3
    Wie beschrieben, entweder direkt nach dem Schritt 2 wenn man dem Welli das zumuten kann oder evtl. einen Tag später, nachdem er sich gründlich erholen konnte, kann man dem Welli das letzte Öl komplett aus den Federn waschen.

    Ich versuche nun zu beschreiben, wie ich das gemacht habe, denn diese Prozedur mit dem Wasser ist für den Welli sehr stressig, wenn das Ergebnis das sein soll, dass die Federn hinterher völlig frei sind von Öl und Kleber-Rückständen.

    Es war Abend (2. Tag) und die Wellis waren schon etwas müde und im Käfig. Ich habe nur unseren Bubi genommen, mit der linken Hand gehalten – über dem Wasser in der Wanne. Dann habe ich mit der anderen Hand Wasser geschöpft und die betroffenen Partien (Flügel und Rücken) nass gemacht. Dann gut Champo in die Federn (etwa genauso viel, als wenn man sich selbst die Haare wäscht). Das Champo zärtlich aber gründlich in die Federn einmassiert. Danach mit der rechten Hand Wasser geschöpft und die Federn ausgewaschen. Ich glaube, ich habe das gleich noch einmal wiederholt, also wieder Champo benutzt, wieder zärtlich einmassiert und wieder mit der rechten Hand Wasser geschöpft und ausgewaschen.

    Um nun auch das Haarwaschmittel gründlich auszuspülen, habe ich unseren Bubi dann einwenig mit dem Hinterteil in das Wasser gehalten und mit der anderen Hand die Federn reichlich mit Wasser gespült. Bei der gesamten Prozedur hat kein Tröpfchen Wasser den Hals oder den Kopf erreicht. Dauer wieder 2-4 Min.

    Diese Wasser-Champo-Prozedur sollte nur jemand machen, der genau weiß, wie man den Welli sicher hält (er darf auf keinen Fall ins Wasser fallen) ohne ihn zu drücken oder ihm gar die Luft abzudrücken! An Hals oder Kopf oder gar an den Schnabel darf kein Wasser gelangen. Der Welli könnte in Todesangst geraten und kollabieren!

    Danach habe ich ihn vorsichtig mit dem Handtuch abgetupft und ihn (dennoch pudelnass) zu den anderen Wellis zum Schlafen in den Käfig gesetzt. Nun, es war Sommer, also ziemlich warm und alle Fenster und Türen blieben verschlossen damit ja keine Zugluft entsteht.

    Das wars! Wie ich schon in meinem älteren Beitrag geschrieben habe, ist unser Bubi ab dem nächsten Morgen mit den anderen Wellis geflogen, als ob nie etwas gewesen wäre.


    Bemerkung:
    Meine Frau und ich, wir haben uns im Nachinein natürlich die Frage gestellt, ob denn die zweite Prozedur (mit dem Mehl) nicht unnötig war. Man könnte ja nach dem Einölen, die „Pampe“ direkt mit Wasser und Champo herauswaschen.

    Unsere Antwort darauf:
    Sind nur sehr kleine Partien (nur einige kleine Federn oder nur 1, 2 o. 3 größere Federn) betroffen kann man die Prozedur mit dem Mehl sicher weglassen. Sind viele Federn sehr stark betroffen, würde ein einmaliges waschen mit Champo das Waschwasser dermaßen mit dieser Pampe verschmutzen, dass die Prozedur mit einer Wanne neuen Wassers wiederholt werden müsste.

    Für einen Welli ist trocknes Mehl sicher weniger stressig als waschen mit Wasser und Champo. Darum lieber 1x Öl, 1x Mehl und 1x waschen anstatt 1x Öl und 2x waschen. Das ist zumindest unsere Meinung.

    Auf die Frage in der persönlichen Nachricht, wie oft man das wiederholt: Jede Prozedur wird nur einmal gemacht, also Prozedur 1, möglichst direkt Prozedur 2 und direkt oder später Prozedur 3.


    Mein Engagement Richtung Hersteller
    Mein Schreiben an den Hersteller der Fliegenfänger war übrigens erfolgreich. Der Hersteller hat sehr schnell reagiert und das Design der Verpackung geändert. Ein rot hinterlegter Abschnitt mit der Überschrift „Wichtige Hinweise“ ist ganz neu hinzugekommen und dort steht nun auch folgende Warnung:

    „Achtung: Frei im Raum fliegende Vögel können sich im Fliegenfänger verfangen! Etwaige Verunreinigungen mit Speiseöl entfernen.“

    Vorher war auf der Packung nichts Vergleichbares zu finden. Das ist doch schon ein kleiner Erfolg, oder?


    Lieben Gruß
    Horst

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      #17
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      mein vorschlag dennoch:
      kauft die dinger erst gar nicht, wenn ihr wellis habt!

      wenn genügend insektenschutz netze, gitter an fenstern, türen etc vorhanden sind braucht man die unschönen dinger eh nicht.

      klar ist auch ein kostenfaktor...dann lasst sie wenigstens weg in dem raum wo eure wellis fliegen!

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