Hallo allerseits!
Vor zwei Tagen war ich mit meiner "Königin" Louise wegen des Verdachts auf Grabmilben bei einer Tierärztin, die die Kleine mit einem Tropfen in den Nacken versorgte und mir empfahl, alle anderen ebenso zu behandeln.
Ich war einigermaßen schockiert. Wie sollte ich die fünf denn vom Kletterbaum und von den Käfigen herunterfischen?Außerdem haben vier von ihnen nach Aussage ihrer vorherigen Besitzerin sehr schlechte Erfahrungen mit dem Einfangen und Festgehalten-werden gemacht.
Die Tierärztin, wenn auch eine ohne Spezial-Vogelausbildung, empfahl mir, das Zimmer abzudunkeln (wusste ich schon), eine Rotlichtlampe anzuschalten und die Tiere mit einem weißen Tuch einzufangen, weil sie weder das Rotlicht noch das Weiß in dem Rotlicht gut wahrnehmen könnten. Das hatte ich noch nirgendwo gehört oder gelesen.
Tja, der Horrorabend nahte und mein Vermieter stand mit der Spritze bereit, die Rotlichtlampe leuchtete eine Wand an. Ich hatte mir, zusätzlich zum weißen Tuch in der Hand, noch ein weißes T-Shirt übergestreift und ging auf die ersten beiden im Kletterbaum zu. Mit dem Tuch habe ich sie nicht erwischt, aber als sie sich an fast gleicher Stelle wieder niederließen, konnte ich sie und später auch die anderen ohne Probleme vom Ast bzw. Käfig pflücken. So dicht bin ich ihnen nie vorher gekommen. Sie zeigten nicht die kleinste Reaktion auf meine Hand. Und besonders schnell war die nicht, weil ich natürlich keine Verletzungen riskieren wollte.
Na gut, einer, der Paul, flog los und auch gleich aufs Regal. Warum er dort nicht sitzen blieb, sondern sich in mehreren kurzen Flügen erschöpfte, ist mir ein Rätsel, denn ich habe ihn nicht gescheucht. Jedenfalls kam hier das Tuch zum Einsatz und es war glücklicherweise eine glatte Aktion.
Wenn ich in drei Wochen das alles wiederholen muss, hoffe ich auf einen mindestens ebenso schnellen Ablauf. Im Moment sind sie noch vorsichtiger als sonst und einer straft mich mit schneller Flucht, wenn ich auf weniger als einen halben Meter herankomme. Wahrscheinlich wird sich das legen, aber es schmerzt irgendwie.
Ohrenscheinlich kehrt heute, am Tag nach Abend X, wieder etwas Normalität in ihr Verhalten ein, aber nicht ganz. Nell, das Biest, schubst nicht mehr ihre Schwester Sunny vom Käfig und pirscht sich auch nicht zum Federreißen an Jaimito heran. Das wird sich leider wieder normalisieren.
Auch wenn es sich nicht um eine offiziell vogelkundige Tierärztin handelt, habe ich Vertrauen in sie. Abgesehen von der Sache mit dem Rotlicht bekam ich von ihr noch andere Hinweise zur Haltung und Ernährung, die alle mit denen auf dieser Site übereinstimmen. Offenbar hält sie sich auf dem Laufenden und für eine so alltägliche Geschichte wie Grabmilbenbefall sind wir gut bei ihr aufgehoben. Schlimmeres wird es hoffentlich nie geben.
Tisora

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Außerdem haben vier von ihnen nach Aussage ihrer vorherigen Besitzerin sehr schlechte Erfahrungen mit dem Einfangen und Festgehalten-werden gemacht. 


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