Hallo zusammen,
nach langer Zeit bin ich mal wieder bei Euch.
Der Anlaß ist kein wirklich schöner, denn gestern mußte ich mal wieder mit einem meiner kleinen Spatzis zum Tierarzt, vogelkundigen natürlich...
Heute glaube ich, daß es ein Fehler war.... aber mal von vorne.
Einige kennen sicherlich noch meinen putzmunteren Schwarm mit dem schönen Freiflug-Zimmer in Australien-Style... Jedenfalls beobachte ich gestern einen meiner Piepmätze, wie er sein rechtes Beinchen ungewöhnlich abgestreckt hielt und es auch nicht belastete. Nach näherem Hinschauen war mir klar, daß er keine Äußere Verletzung hatte. Ich tippte auf Tumor, da einige meiner Piepmätze tumorgeplagt sind. Meist Bauch- oder Nierentumor.
Ich schnappte mir also den kleinen Federball und ließ alles stehen und liegen, was nicht einfach ist, da ich zwischenzeitlich den Weg in die Selbständigkeiten wählen mußte... naja... das ist aber ein anderes, auch trauriges, Thema.
Ich fuhr also zusammen mit meinem Schatz und meinem Spatzi-Schatz zum vogelkundigen TA. Er untersuchte den Kleinen. Gefieder super, Mauserung super, Ernährungszustand super... Beinchen, verminderte Reflexe. Was so viel heißen sollte, daß entweder Verdacht auf Nierentumor besteht oder eine Nierenschwellung.
Der kleine tapfere Spatzi bekam dann eine Spritze, die die Niere etwas abschwellen lassen sollte. Wirkung sollte am darauffolgenden Tag einsetzen und wenn nicht, dann wäre es definitiv ein Tumor.
Mein kleiner Spatz bekam also das Ding, wir fuhren heim und ich setzte den kleinen Kerl, der wärend der Rückfahrt immer wieder mit meinem Finger gespielt hat und neugierig aus seinem Taxi geschaut hat, wieder zurück zu seinem geliebten Schwarm.
Etwas später schaute ich nach ihm und er hatte sich seinen Schlafplatz ausgesucht - einen, wo kein anderer außer ihn hocken kann, da es eine kleine Einsitzer-Schaukel ist. Ich sah, daß er sein Beinchen etwas belastete und freute mich.
Vorhin, ich bin gleich aufgestanden und runter in mein Vogelzimmer, sah ich dann den Piepmatz, wie er beide Beinchen richtig schön belastete und umherflog. Ich muß dazu sagen, daß er zu einem Bestand gehört, den ich mal aus Düsseldorf übernommen habe (7 Stück) und er der 3-letzte von ihnen ist, der noch lebt. Alle mit Tumor dahingeschieden. Darüber hinaus kann man die letzten 3 auch nicht wirklich voneinander unterscheiden, also sah ich im ersten Moment auch nicht, daß es ein anderer war. Ich freute mich jedenfalls, bis zu dem Moment, als ich auf den Boden des Zimmers schaute, wo mein kleiner Liebling auf dem Rücken lag und seine kleinen Äuglein für immer geschlossen hat.
Nun frage ich mich natürlich, habe ich ihn mit den Tierarzt-Besuch umgebracht? Hätte er noch einige Zeit gelebt, wenn ich ihn nicht zum Tierarzt gebracht hätte? Ist mein TA wirklich vogelkundig??? Der August ist für mich ein ganz schlimmer Monat geworden.
Es gibt seit 2009 4 Todesfälle, darunter u.a. mein Freund, der mit dem Helikopter letztes Jahr tödlich verunglückte, sein Papa, der 1 Jahr zuvor starb, ein paar meiner Schützlinge.... und dann hab ich auch noch Geburtstag in diesem Monat...(letztes Jahr stand ich am Grab meines Freundes...). Irgendwie fange ich an, den August zu hassen...
traurige Grüße
Nici
P.S.. ich hab den kleinen Spatz noch liegen gelassen im Vogelzimmer, damit seine Freunde sich von ihm verabschieden können....

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Gerade gestern hab ich bei der Suche nach etwas einen alten Beitrag von Dir gelesen und dachte "War auch lange nicht mehr da".



Ja,ich kenne das auch ich macht mir einmal Vorwürfe als meine kleine Gina nach einer Spritze starb.Ich fragte mich auch hätte sie womöglich länger gelebt wenn ich nicht gegangen wäre. Ja es bringt nichts dass wir uns diese Vorwürfe machen,vermutlich wären sie trotzdem auch gestorben,da ja etwas nicht stimmte.
"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast."
