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Thema: Tilly hat polyostotische Hyperostose - Verlauf - Hormonbehandlung

  1. #1
    Gehört zum Inventar Benutzerbild von joia
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    Standard Tilly hat polyostotische Hyperostose - Verlauf - Hormonbehandlung

    Ihr Lieben,

    wie ja schon in anderen threads berichtet, ist bei meiner Tilly - Dame unbekannten Alters - diese Woche polyostotische Hyperostose diagnostiziert worden.

    Zur Vorgeschichte:

    Tilly ist zu dick und behäbig, ruht sich gerne aus. Dies schon länger. Zur Zeit hat sie 57 g. Versuche meinerseits, dass sie abnimmt, waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. Ihr Gewicht pendelte sich immer wieder auf 56-59 g ein. Dementsprechend flog/fliegt sie sehr schwerfällig. Aber sie versuchte immer, mit den anderen mitzuhalten und flog für ihre Verhältnisse viel. Wenn ich das Futter rationierte (morgens 1/2 TL, abends 1/2 TL, zusätzl. Knaulgras) und keine KoHi, Hafer u.ä. anbot, flog sie wendiger. Allerdings magerte dabei Timmi, ihr treuer und liebevoller Partner ab, der sie zudem füttert. Er frisst ohnehin wenig und rast wie ein Sturmflieger viel und äußerst flink durch die Bude, das süße Hansi-Bubi-Leichtgewicht. Also bot ich wieder alles an, weil ich das nicht mehr mit ansehen konnte. Folge: Timmi nahm zu (z.Zt. 37 g), Tilly nicht ab.

    Vor einigen Tagen - am Mittwoch - war plötzlich alles anders:

    • Sie quälte sich auf den Ästen, konnte kaum noch klettern;
    • sie konnte sich nur noch mit Schwierigkeiten drehen;
    • sie zog oft das Ringfüßchen ein, ihre Krallen griffen jedoch;
    • sie flog zwar, aber schonte sich offensichtlich; konnte schlecht landen;
    • sie legte sich streckenweise auf die Äste zur Entlastung und hatte offensichtlich Schmerzen.

    Noch einen Tag vorher agierte sie wie sonst, ein bisschen langsamer als die anderen, klar, aber von Gelenkschwierigkeiten beim Drehen/Landen/Sitzen - zumindest in unseren Augen - keine Spur.

    Ihr Kot sah heftig aus (auch jetzt z.T. noch):


    • Platschen krümeliger weißer Kot ohne dunklen Anteil,
    • wässrig ohne festen Anteil.

    Mehrere Monate zuvor war ich mit ihr zum Check-Up beim VK-Doc, der mir die Diät für Tilly empfahl (sie sollte 12 g abnehmen), sie gründlich untersuchte und abtastete und GsD keine Arthrose feststellte.

    Als ich die o.g. Anzeichen bemerkte, dachte ich an Gelenkentzündung, arthrotische Veränderungen, Zerrung/Stauchung, wagte nicht an Knochenverhärtung
    zu denken. 2 Tage später waren wir dann beim VK-TA.

    Der stellte die Knochenverhärtung (
    = polyostotische Hyperostose) durch Röntgen fest - und zwar sind ihre oberen Flügelränder betroffen. Die Röntgenaufnahme zeigt in diesem Bereich eine fast komplett weiße Dichte. Von daher haben wir bei dieser unheilbaren Krankheit noch Glück gehabt, weil sie noch nicht weit fortgeschritten ist. Entzündliche/degenerative Veränderungen sind GsD nicht festgestellt worden; ihre Füßchen sind gesund.

    Der Doc. leitete am Freitag sofort eine Hormonbehandlung ein. Dies deshalb, weil der Hormonhaushalt der erkrankten Weibchen immens gestört ist, dementsprechend zu viel Östrogene produziert und sich aufgrund dessen viel zu viel Kalzium in den Knochen ablagert. Eine Hormonbehandlung kostet jedoch Kraft, ist äußerst anstrengend für so ein kleines Wellikörperchen. Der Doc sagte, dass eine solche Therapie bei vielen Vögeln anschlägt. Dies hoffe ich so sehr für Tilly. Nach einer Woche erfolgt die zweite Hormongabe, nach 5 Wochen die letzte.

    Meine kleine Tilly-Maus ist heute sehr erschöpft. Sie ruht sich viel aus. Gestern und vorgestern nach dem Arztbesuch war sie ein bisschen fitter. Sie bekommt Traumeel ins Trinkwasser. Eine Variante, mit der ich nicht so glücklich bin, denn wir wissen ja alle, dass Medikamentengabe über das Trinkwasser oft nicht anschlägt, weil die Vögel zu wenig trinken. Habe neben ihrem bevorzugten Trinkplatz auf der Voli ein wenig Knaulgras hingestellt, in der Hoffnung, dass dadurch alle diesen Platz mehr anfliegen und Tilly animiert wird, dies auch zu tun. Was funktioniert. Für die anderen ist die Traumeel-Gabe nicht schädlich, so der Doc.

    Ich habe hier und auf birds-online alles zu polyostotischer Hyperostose nachgelesen. Und ich wünsche uns so sehr, dass bei Tilly die Therapie anschlägt und die Krankheit zum Stillstand gebracht wird, zumindest nicht weiter fortschreitet. Mit der Futtergabe bin ich jetzt konsequent; Timmi wird beigefüttert (hinter dem Rücken mit Hirse/Knaulgras/Hafer in der Hand). Sobald mein zutraulicher Flocke sieht, dass ich etwas in der Hand halte, ist für Timmi auch kein Halten mehr.

    Ach-ja, was ich bei Gaby las, dass die betroffenen Weibchen - bedingt durch die Östrogene - hochgradig attraktiv für Männchen sind, stimmt! Hatte mich immer gewundert, warum Tilly wirklich von allen streckenweise heftig hofiert wird. Mal davon abgesehen, dass sie eine Schönheit ist und wie eine Königin agiert und Hof hält. Noch am Mittwoch morgen versuchte sie ihr Partner zu besteigen, als es ihr so dreckig ging. Sie wehrte es ab. Seitdem aber GsD nicht mehr. Im Gegenteil: Die anderen beglucken sie ein wenig. Ein sehr schönes Bild.

    Weiß denn jemand, wie ich ihr während dieser anstrengenden Hormontherapie das Leben ein bisschen leichter machen kann? Sie tut mir schon arg leid, ist so ruhig, pfeift nicht, hält viel die Äuglein geschlossen.

    Es wundert mich auch, dass sie immer noch so dick ist. Hat es mit dieser Krankheit zu tun? Denn wirklich viel frisst sie nicht, die anderen fressen mehr. Okay, sie wird gefüttert, aber auch nicht übermäßig.

    Ich werde hier weiter berichten, wie die Therapie bei Tilly anschlägt. Entschuldigung für die lange Geschichte. Vielleicht hilft sie ja jemandem, der ähnliche Anzeichen bei seinem Welli entdeckt und dann schnell reagieren kann.

    Ganz liebe Grüße, Joia
    Liebe Grüße von Joia mit Luna, Flocke, Timmi & Vivi
    "Flieg, Tilly, flieg"
    † Januar 2009

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  2. #2
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    Hallo,

    ich wünsche Deiner Tilly alles Gute, berichte bitte weiter. Bei einer meiner Hennen bestand der Verdacht auch mal, aber hat sich glücklicherweise nicht bestätigt...
    Ich weiß nicht genau, warum sie noch so dick ist, aber einer meiner Vögel hat ja mal für einen Hodentumor Hormone bekommen und dann auch so zugenommen, ich habe immer gedacht, es liegt an den Hormonen. Außerdem setzt das Gefütterte bestimmt mehr an, weil es ja schon schön vorverdaut ist...
    Hier sind alle Daumen und Krallen gedrückt!

    Es grüßen die Federlosen Sabrina und Björn, Oskar die Schröte und die 12- köpfigen Muppetshow und den 2 Hähnchen

  3. #3
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    Danke, Lady Keya.

    Kann denn keiner sagen, wie ich ihr noch helfen kann?

    Sie sitzt seit Stunden, döst, Flügel sind seitlich abgestellt (so, als ob einem Welli zu warm ist) und manchmal zittrig, unter ihr nur noch klarer-klebriger Durchfallkot, ein wenig braun manchmal.

    Kann denn eine Hormontherapie solche Auswirkungen haben? Oder sind das evtl. die Schmerzen in den Flügeln wegen der Verhärtung?

    Ich rufe ohnehin morgen in der Praxis an und frage, ob ich ihr Traumeel oder vielleicht sogar ein anderes Schmerzmittel nicht per Schnabelgabe geben kann. Dann habe ich Gewissheit, dass sie es nimmt.
    Geändert von joia (11.01.2009 um 18:02 Uhr)
    Liebe Grüße von Joia mit Luna, Flocke, Timmi & Vivi
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  4. #4
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    Also, dass hört sich für mich nicht nur nach Nebenwirkungen einer Hormontherapie an, aber ich kann es Dir leider nicht genau sagen
    Also, dass sie erstmal ein bißchen schlapp ist und döst, kann ich mir vorstellen, aber das der Kot sich verändert? Wie sahen denn Leber und Nieren aus, wenn sie übergewichtig ist?
    Och Mensch, die arme kleine Maus...

    Es grüßen die Federlosen Sabrina und Björn, Oskar die Schröte und die 12- köpfigen Muppetshow und den 2 Hähnchen

  5. #5
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    Zitat Zitat von joia Beitrag anzeigen

    Kann denn eine Hormontherapie solche Auswirkungen haben?

    Ich rufe ohnehin morgen in der Praxis an und frage, ob ich ihr Traumeel oder vielleicht sogar ein anderes Schmerzmittel nicht per Schnabelgabe geben kann. Dann habe ich Gewissheit, dass sie es nimmt.
    Ja, Durchfall ist die gängige Nebenwirkung einer solchen Hormonbehandlung, wie mir mein vk TA sagte. Pass auf, dass sie nicht dehydriert... An sich kannst du gegen die Knochenverdichtung direkt nichts tun, außer vielleicht dem gesteigerten Ruhebedürfnis von Tilly nachkommen und ihr Ablenkung verschaffen (Kletter- und Knabbermöglichkeiten).

    Übrigens, ich weiß ja nicht, wie du damit klar kommst, aber ich habe gerade wieder einen riesigen Fehler bei der Medigabe über den Schnabel gemacht, die arme Momo wäre fast erstickt....Vielleicht ist das doch nicht immer der beste Weg.

    Bitte ganz vorsichtig damit umgehen...ich dachte zwar, ich hätte es mittlerweile drauf, aber es ist immer wieder schwierig.

    Liebe Grüße von Sabrina mit Momo und Loumi

  6. #6
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    Die Geschichte von Rübe kennst Du ja (Erfahrungsbericht auf Birds-Online).

    Dann hab ich noch zwei Hennen hier, die auch an Knochenverhärtung leiden.

    Bianca, sie ist ungefähr 5 Jahre alt, neigt zur Fettleibigkeit. Allerdings wächst das Fett in die Bauchhöhle, von außen sieht sie rank und schlank aus.

    Hier ein paar Links zu Berichten, die ich hier eingestellt habe:

    http://forum.welli.net/showthread.ph...ghlight=Bianca

    http://forum.welli.net/showthread.ph...=Bianca&page=3

    http://forum.welli.net/showthread.ph...ghlight=Bianca

    Dann ist da noch Sissi.

    Sissi ist ca. 9 jahre alt und dümpelt jetzt langsam aber sicher vor sich hin.

    Sie will ihre Ruhe, mag nicht mehr spielen, wird aber zunehmends von den Hähnen angebalzt (typisches Erscheinungsbild). Hat auch zwischendurch Durchfall.

    Alle drei Hennen haben Hormonspritzen bekommen, alle haben sie mehr oder minder gut überstanden.

    Letztendlich aber weiß ich, das diese Krankheit immer tödlich verlaufen wird. Sissi wird die nächste sein, und das wird nicht mehr lange dauern.
    LG Petra und ihr Kampfgeschwader

  7. #7
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    Danke Dir, Sabrina.

    Ojemine, die arme Momo. Hat sie es überstanden?

    Ich bin auch nicht wirklich fit in der Medigabe qua Schnabel, mussten wir zwar schon mehrmals tun; aber mein Mann ist da konsequenter und auch weniger ängstlich als ich. Der hat das beim letzten Mal ganz gut hinbekommen.

    Dann könnte es ja sogar sein, dass ihr zu warm ist (wegen der seitlich abgestellten Flügel). Oh, ich hoffe, sie trinkt!!!
    Liebe Grüße von Joia mit Luna, Flocke, Timmi & Vivi
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  8. te sichtbar)
  • #8
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    Liebe Petra,

    die links kenne ich, habe bisher alles von Bianca hier im Forum gelesen; die Geschichte von Rübe nicht. Mensch, ich bin überhaupt nicht darauf gekommen, mal in die Erfahrungsberichte reinzuschauen (habe die gerade erst in der Scrollleiste gefunden, ich Blöde) - habe nur die Geschichte von Bayda gelesen, auch mit ihrem unschönen Ausgang.

    Aber ich habe Hoffnung. Unser Doc sagte, viele schaffen es. Und wenn es nur zum Stillstand kommt und nicht mehr weiter fortschreitet, oder??? Das wäre doch schon ganz viel.


    Das mit dem Durchfall gefällt mir nicht, falls sie den jetzt länger haben sollte. Kann ich da was tun?
    Liebe Grüße von Joia mit Luna, Flocke, Timmi & Vivi
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  • #9
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    Joia,

    da kannst Du nur zum Doc gehen. Das mit dem Durchfall muss unbedingt untersucht und behandelt werden. Das wäre mir wirklich zu heikel, gerade weil ich weiß, wie krank und anfällig unsere Hühner durch diese Knochenkrankheit sind.
    LG Petra und ihr Kampfgeschwader

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