
Zitat von
Bavaria
Hallo Nordstern,
natürlich gibt es Studien (sowie den Austausch mit Vogel-Fachärzten). Beispielsweise wurde in den Arbeiten von L. Filippich u.a., Megabacteria in birds in Australia, bereits 1993 eine Infektionsrate von Wellensittichen mit Macrorhabdus ornithogaster in australischen Brutkolonien von bis zu 64% konstatiert. Seither hat man zum einen eine rasante Ausbreitung von M.o. sowohl bei wildlebenden Vögeln (Sittiche, Agaporniden, Hühner, Finkenarten, Strauße) als auch bei domestizierten Sittichen, Sperlings- und Finkenarten sowie Kanarienvögeln beobachtet und weiß zum anderen, dass Kotabstriche in gut 20% der Fälle falsch-negative Ergebnisse liefern. Die extrem hohe Zahl unsymptomatischer Trägertiere hat zwischenzeitlich auch zu der Überlegung geführt, ob M.o. nicht zur "normalen" Besiedelung des Vogeldarms gehört, was allerdings deutlich negiert wurde. Die Forschung läuft in verschiedene Richtungen: M.o. als mögliche Sekundärinfektion, genetische Disposition, Übertragungswege (hier scheinen tatsächlich Nestlinge am gefährdetsten. In einer sehr jungen Studie, die ich nicht mehr finde, wurden infizierten Welli-Eltern die Eier weggenommen und die Küken komplett per Hand aufgezogen, sie sind M.o.-frei - aus Perspektive des Tierschutzes natürlich mehr als fragwürdig. um Vergeich dazu werden Küken infizierter Eltern durch Füttern oder Aufnahme von Kot in der Regel fast alle schon kurz nach dem Schlupf infiziert). Wenn du dich damit beschäftigen willst, im Internet findest du Berge an Informationen.
Ähnlich hohe Infektionsraten werden übrigens für PBFD (Agaporniden, Wellis, Großsittiche uvm.) angenommen.